Liebe Leser*innen,
Herzlich Wilkommen in meinem Blog, der mich während meinem Freiwilligendienst in Malawi begleiten wird. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!
Berichte aus meinem Freiwilligendienst an der Tawuka Secondary School in Chilumba
Liebe Leser*innen,
Herzlich Wilkommen in meinem Blog, der mich während meinem Freiwilligendienst in Malawi begleiten wird. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!
Durch Gespräche mit Freunden und Verwandten hatten Julia und ich ganz gut mitbekommen, was in Europa so im Zusammenhang mit dem Corona Virus alles passiert. In Malawi war die Situation jedoch ganz entspannt, da das Virus bis letzte Woche noch nicht bis dorthin und in die Nachbarländer vorgedrungen war. Daher waren Neuikeiten über CoVid19 auch eher etwas, was uns persönlich nicht betraf…
Bis zum Montag, den 16. März, als wir von unserer Entsendeorganisation die Nachricht bekamen, dass wir höchstwahrscheinlich zurück nach Deutschland mussten, weil das BMZ alle Freiwilligen nach Hause holte, bevor alle Flüge gestrichen und Grenzen geschlossen wurden.
Am Dienstag Abend wurde diese Nachricht dann bestätigt, allerdings hatten wir noch keinen genauen Rückflugzeitpunkt.
Völlig geschockt von dieser Neuigkeit, machten Julia und ich uns daran, unsere Nachbarn, Freunde und Kollegen zu informieren. Die nächsten Tage arbeiteten wir sehr viel und versuchten, so gut es ging alles zu erledigen, was wir noch geplant hatten. Zum Beispiel mit meinem Art-Club die Wände des Kindergartens zu bemalen.
Am Donnerstag hatten die anderen Lehrer eine kleine Abschiedsfeier für uns organisiert. Es gab viel zu Essen, ein paar nette Reden und jeweils ein großes Chitenje für Julia und mich.

Auch die Schüler waren teilweise sehr überrascht und traurig über unsere kurzfristige Abreise und fragten uns, ob wir nicht einfach bleiben könnten.
Am Donnerstag Abend bekamen wir auch schon die Nachricht, dass wir am Sonntag fliegen würden. Wir fingen dann auch gleich an zu packen, schließlich wohnten wir relativ weit vom Flughafen entfernt.
Am Freitag Morgen beendeten wir noch schnell die Bilder am Kindergarten und fuhren dann am frühen Nachmittag nachdem wir uns von allen verabschiedet hatten nach Mzuzu.

Dort verbrachten wir noch einen Abend mit Gladys, an dessen Hochzeit wir jetzt leider nicht mehr teilnehmen konnten.
Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Lilongwe, wo wir noch einmal zum Markt gingen und uns ein paar Chitenje kauften und uns aus dem Stoff, den die Lehrer uns geschenkt hatten, etwas schneidern ließen.
Am Abend gingen wir mit Clifford essen, der jetzt in Lilongwe wohnt.
Am Sonntag Morgen holten wir mit Clifford und dessen Freund unsere Kleider vom Schneider ab und dann ging es auch schon zum Flughafen, wo wir auch die anderen Freiwilligen trafen. Wir verabschiedeten uns schweren Herzens von Clifford und Malawi und traten schließlich unsere Reise an.

Der erste Flug ging nach Nairobi in Kenia, wo wir einige Stunden Aufenthalt hatten und dann weiter nach Doha in Katar flogen. Von dort ging es nach Brüssel in Belgien, wo wir am Montag pünktlich gegen 14 Uhr landeten. Die anderen Freiwilligen wurden entweder abgeholt oder fuhren mit dem Zug weiter.
Ich blieb noch bis 21:30 Uhr auf dem leeren Flughafen in Brüssel, um dann einen ebenfalls sehr leeren Flug nach Berlin zu nehmen. Einer der einzigen Flüge, die heute nicht gestrichen worden waren.
Gegen 23 Uhr war ich schließlich in Berlin, wo ich am Flughafen abgeholt wurde.
Das ist das Ende meines Blogs, vielen Dank an alle fürs Lesen und die netten Kommentare.
Ich hätte auch gerne noch bis August weitergeschrieben…
Unter der Woche waren Julia und ich Vormittags viel mit arbeiten beschäftigt. Julia war meistens im Kindergarten und ich in der Bibliothek. Einmal die Woche tauschen wir.
Ich war meistens von 7 bis 16 Uhr in der Schule, wo die Schüler Bücher ausleihen konnten und ich andere kleine Aufgaben übernahm.
Am Nachmittag war ich oft zuhause, einkaufen oder besuchte Freunde / Kollegen.
Am Samstag (08. Februar) hatte Tawuka ein Fußball- und Netballspiel gegen die Nachbarschule St. Annes Secondary School, was wir uns anschauten. Am darauffolgenden Sonntag fuhr ich zum See schwimmen und besuchte anschließend unsere Freundin Martha an der Chilumba Secondary School.
In der nächsten Woche ließ ich mir in Uliwa ein neues Kleid schneidern. Außerdem bekamen wir für zwei Tage Besuch von Thomas, einem anderen Freiwilligen aus dem Süden Malawis. Am Freitag fuhren wir mit dem Direktor nach Mzuzu, um neue Schulbücher und Wandfarben für den Kindergarten zu kaufen. Julia und ich hatten nämlich vor, die Außenwände dort mit Tiermustern und anderen kleinen Bildern zu bemalen.

Am Wochenende waren Julia und ich wieder schwimmen am See und am Sonntag gingen wir in die CCAP church, die eine Messe auf Englisch hatte. Die Kirche war relativ groß, es waren aber nicht sehr viele Leute da, wahrscheinlich weil die Messe schon um 7:30 Uhr anfing und die meisten Leute dann doch die Tumbuka Version bevorzugten.

Wir fanden die Art wie geprädigt wurde nicht so gut und werden wahrscheinlich nicht nochmal dort hingehen.
Am Montag bekam ich Besuch von einer Kollegin und kochte für sie Kartoffelpüree, um ihr zu zeigen, was wir in Deutschland so essen.
In letzter Zeit hatten wir uns mit Amos angefreundet, der bei uns in der Nähe wohnt und außerdem der Onkel von einem der Kindergartenkinder ist. Seine Familie hat als eine der einzigen der Gegend einen Backofen und sie versprachen uns, wir könnten ihn benutzen, wann immer wir Lust hatten. Also brachte Amos ihn am Dienstag vorbei (der ist nicht so groß) und wir machten drei verschiedene Sorten Apfelkuchen mit den Äpfeln, die Julia von ihrem letzten Trip nach Karonga mitgebracht hatte. Anschließend verteilten wir die Stücke auf unsere Freunde und Nachbarn, die gerade da waren.

Am Mittwoch standen wir früh auf und machten uns auf den Weg zum Kindergarten. Heute wollten wir nämlich mit allen Kindern und Erziehern nach Maji Zuwa, eine Lodge am See nicht besonders weit entfernt, fahren. (Maji Zuwa ist Chitumbuka und bedeutet Wasser Sonne). Als Joha mit dem Schullaster da war, wurde er mit Matratzen ausgelegt, die Kinder und Taschen wurden eingeladen und dann ging es los. Die Kinder waren voller Vorfreude und sangen den ganzen Weg verschiedene Lieder.

Am See angekommen wurde erst mal gefrühstückt, dann ging es runter zum Strand, wo am Sand und im seichten Wasser gespielt wurde. Die Kinder hatten großen Spaß dabei.
Anschließend aßen alle ihr mitgebrachtes Mittagessen, wir schauten uns noch kurz in der Lodge um und dann ging es auch schon auf den Rückweg. Auch wenn wir nicht besonders lange unterwegs waren, schliefen die meisten Kinder auf der Fahrt ein, es war schließlich ein anstrengender Tag gewesen…


Am Donnerstag war ich am Vormittag im Kindergarten. Nachdem die Kinder nach Hause gegangen waren, kamen ungefähr zehn Schüler aus dem Art Club und ich begann mit ihnen, die Außenwände des Kindergartens zu bemalen, was ganz gut funktionierte. Leider hatten wir in Mzuzu nicht alle Farben bekommen, die wir brauchten, weshalb wir jetzt noch nicht ganz so viel erledigen konnten.

Am Samstag war wieder Sport angesagt: an der Chilumba Secondary School wurde ein Fuß – und Netballturnier mit vier Schulen aus der Gegend veranstaltet. Ich blieb den ganzen Tag dort und schaute mir zusammen mit den Schülern und ein paar Lehrern die verschiedenen Spiele an. Leider schnitt Tawuka nicht ganz so gut ab.
Am Sonntag standen Julia und ich früh auf und machten uns auf den Weg, während die Sonne gerade hinter den Maisfeldern aufging. Wir fuhren nach Hanglawe (ungefähr 5 Minuten Motorradfahrt), wo wir uns mit Joel, einem Freund von uns trafen. Zusammen gingen wir zum See und stiegen mit zwei anderen Jungen in ein Holzboot, um zu fischen. Leider fingen wir nicht besonders viel und nur kleine Fische, es machte aber trotzdem Spaß.


Anschließend gingen wir zu Joel nach Hause, unterhielten uns mit ihm und bekamen dann ein leckeres Mittagessen aufgetischt.
Die nächste Woche verlief wieder relativ normal, die Nachmittage verbrachten wir viel mit unseren Nachbarn zum Beispiel damit, zusammen zu kochen.
Am Freitag hätten wir eigentlich unseren Swimming Club gehabt, es regnete aber sehr stark, weshalb wir nicht zum See fahren konnten. Stattdessen schaute ich mir mit einigen der Internatsmädchen einen Film in der Bibliothek an.
Nachdem wir am Samstag Vormittag dem Direktor Bescheid gesagt hatten, fuhren wir nach Mzuzu zu Gladys. Die nächste Woche waren Mid-Term Ferien (außer für die Schüler im letzten Jahrgang) und wir wollten ein paar Tage in Mzuzu verbringen.
Die Fahrt war ganz lustig und die Landschaft sehr schön, jetzt wo durch den Regen alles grün ist.
Als wir am frühen Nachmittag Mzuzu erreichten, gingen wir kurz einkaufen, wo wir Khumbo, einer Freundin von uns begegneten. Gladys holte uns dort ab und wir gingen zu einem Schneider, um die Maße für unsere Brautjungfernkleider nehmen zu lassen.
Auf den Weg dorthin trafen wir auf Clifford, der seit ein paar Tagen mit Nora in Mzuzu war. Nora war vor 3 Jahren Freiwillige in Tawuka und war jetzt zurück nach Malawi gekommen, um hier ein Praktikum zu machen.
Nach dem Schneider gingen wir kurz zum Markt, wo Gladys sich ihre Haare machen ließ. Anschließend gingen wir einkaufen und fuhren dann nach Hause, um unser Abendessen zu kochen.
Am späteren Abend trafen wir uns mit einem Freund von Gladys und dessen Arbeitskollegen.
Am Sonntag trafen wir drei uns mit einer der anderen Brautjungfern und besprachen ein paar Dinge. Den Nachmittag verbrachten wir entspannt bei Gladys und ihrer Familie Zuhause.
Am Montag musste Gladys arbeiten und Julia und ich zogen ein bisschen durch Mzuzu. Wir gingen zum Beispiel zu einem Second hand shop, wo es echt lustige Sachen gab.
Mittags stiegen wir dann in einen Minibus nach Chitimba (ca. eine halbe Stunde vor Chilumba). Von dort nahmen wir uns jeweils ein Motorrad und ließen uns über eine sehr holprige Straße den Berg hinauf nach Livingstonia fahren. Dort würden wir ein paar Tage in einer sehr schönen Ökolodge (Mushroom Farm) verbringen. Jana (eine andere Kolping-Freiwillige) und ihre Freundin Hanna waren ebenfalls dort. Jetzt unter der Woche und in der Regenzeit, war außer uns kaum jemand da, weshalb Julia und ich ein 9-Bett Dorm mit Terrasse für uns alleine hatten.

Am Dienstag Morgen machten wir vier mit dem Führer Griffin und einem netten japanischen Paar von Ärzte ohne Grenzen eine Wanderung zum nahe gelegenen Chombe Plateu. Es war sehr schön und am Ende auch ziemlich steil und rutschig. Leider war die Aussicht von oben nicht ganz so schön wie sie hätte sein können, weil es sehr neblig war. Zwischendurch klarte es aber kurz auf und wir hatten einen guten Blick auf den Malawisee.

Auf dem Rückweg kauften wir bei einem der Häuser an dem wir vorbeikamen ein bisschen Cassava-Mehl. Julia hatte nämlich mit Griffin gewettet, dass sie in der Lage war Nsima zu kochen, was dieser ihr nicht glauben wollte.
Als wir wieder in der Mushroom Farm waren, durfte Julia die Küche dort mitbenutzen und machte sich gleich daran, Nsima zu kochen. Dazu gab es Ei in Tomatensoße. Wir setzten uns zusammen mit dem japanischen Paar, Griffin und dem Rezeptionisten an den Tisch und genossen unser spätes Mittagessen.
Später sah ich mir mit Jana den sehr schönen Permakulturgarten der Lodge an, aus dem viele Zutaten für das Essen genommen werden.

Am Abend unterhielten wie uns, spielten ein paar Spiele und gingen dann schlafen.
Am Mittwoch Morgen genossen wir ein leckeres Frühstück (das Essen in der Mushroom-Farm ist sehr gut). Eigentlich hatten wir schon früh losgehen wollen, um uns die nahe gelegenen Manchewe Wasserfälle anzuschauen, es war aber wieder so neblig, dass man fast gar nichts sehen konnte. Gegen halb 11 hatte es schließlich ein bisschen aufgeklart und wir machten uns auf den Weg. Als wir nach ein bisschen gehen die Stelle erreicht hatten, von der man normalerweise einen sehr schönen Blick auf die Wasserfälle hat, sah man wieder nichts als eine weiße Nebelwand. Der Weg war aber trotzdem schön gewesen.

Zurück in der Lodge ruhten wir uns noch ein bisschen aus und machten uns dann mittags alle vier wieder auf den Weg nach unten. Jana und Hanna fuhren von dort weiter Richtung Süden nach Nkhata Bay. Julia und ich fuhren in die andere Richtung, zurück nach Hause.
Später kamen Austin (ein Freund von uns) und dessen Freund und wir spielten zusammen Karten. Nach einiger Zeit kam auch Clifford von seiner anstrengenden Feldarbeit zurück.
Am Donnerstag und Freitag gingen wir arbeiten, allerdings nicht besonders lange, da für die meisten Schüler noch Ferien war. Am Freitag Nachmittag fuhren wir mit vielen der Form 4s zum See, damit sie wenigstens auch ein bisschen was von den Ferien hatten. Sie hatten viel Spaß und auch für uns war es sehr lustig.
Den Samstag Vormittag verbrachte ich viel mit Wäsche waschen und aufräumen, dann ging ich kurz einkaufen und dann zu Clifford, wo auch Austin gerade da war. Kurz darauf kam auch schon Nora und wir gingen zusammen zu unserem Haus, was sich seit ihrem Aufenthalt hier doch um einiges verändert hatte. Am Nachmittag kam Joel uns besuchen. Auch Clifford und Austin waren noch da und wir kochten alle zusammen und unterhielten uns.
Schließlich saßen wir unterm Mangobaum und aßen zu Abend, während es dunkel wurde. Gegen 20 Uhr gingen Joel und Austin nach Hause, da sie nicht ganz so nahe wohnten. Dafür kam aber Darius (einer der Tawuka Schüler), der ganz in der Nähe wohnt und wir machten ein bisschen zusammen Musik.
Am Sonntag Morgen fuhren Julia und ich schon wieder nach Mzuzu, weil wir dort mit den anderen Brautjungfern und Trauzeugen anfingen, unsere Tanzchoreographie für die Hochzeit zu proben. Als wir mit den Proben fertig waren, fuhren wir zurück nach Hause. Mittlerweile war es später Nachmittag. Clifford kam uns besuchen und wir kochten zusammen.
Am Montag waren die Ferien vorbei und ich ging wieder zur Schule in die Bibliothek. Anschließend verbrachten wir den ganzen Nachmittag und Abend mit Clifford.
Am Dienstag Morgen fuhr er nämlich auf unbestimmte Zeit nach Lilongwe, weil er dort zusammen mit einem Freund einen Job als Dachdecker hat. Bevor er fuhr kam er noch zu uns, um sich zu verabschieden (und uns ein paar Tipps für den Garten zu geben) und machte sich dann auf den Weg nach Mzuzu, von wo es weiter nach Lilongwe ging…
Am Freitag gingen wir wieder in die Schule, wo wir ebenfalls freundlich begrüßt wurden. Mittlerweile war die zweite Schulwoche nach den Ferien schon fast vorbei und es hatte sich einiges getan.
Der Mais um unser Haus, der um Weihnachten gerade gepflanzt worden war, war mittlerweile schon sehr hoch gewachsen. Generell war es um einiges grüner geowrden und einige Wege, die vor den Ferien noch relativ breit gewesen waren, waren mittlerweile größtenteils verwachsen – der Regen hatte seinen Dienst getan.


Auch in der Schule gab es ein paar Veränderungen:
Unsere Freundin Gladys war leider nach Mzuzu gezogen, weil sie dort an einer anderen Schule eine Stelle bekommen hatte. Daraufhin wurden zwei neue Lehrerinnen eingestellt, Carol und Dorothy. Außerdem waren Julias und meine Unterrichtsfächer auf die anderen Lehrer aufgeteilt worden, sodass wir mehr Zeit für den Kindergarten und andere Projekte hatten.
Julia fuhr dann auch gleich in den Kindergarten und ich blieb in der Schule und verbrachte die Zeit damit, mich mit den anderen Lehrern zu unterhalten und meine nächsten Projekte zu planen. Vor allem wollte ich die Bibliothek neu sortieren und dafür sorgen, dass die Schüler wieder besseren Zugang zu den Büchern hatten, was seit der Kündigung des vorherigen Bibliothekars nicht so gut funktionierte.
Am Nachmittag waren wir zuhause und kauften ein Huhn von unseren Nachbarn, was diese als Willkommens- Abendessen zubereiteten. Vorher gingen wir aber nochmal zurück zur Schule, um mit den Mädchen vom Internat ein bisschen Musik zu machen.
Am Abend aßen wir schließlich Nsima mit Chicken, zusammen mit unseren Nachbarn Nyapeti, Veronica und deren Töchtern Emily und Seila.

Am Samstag ging ich am Vormittag zur Schule, um ein paar Dinge mit dem Direktor zu besprechen. Die meiste restliche Zeit verbrachte ich zuhause. Am Abend aßen wir wieder mit unseren Nachbarn zusammen Nsima, was diesmal aber Julia für uns kochte.
Am Montag gingen wir schließlich wieder zur Arbeit. Julia fuhr zum Kindergarten, wo sie jetzt die meiste Zeit verbringen würde.
Ich ging zur Schule und fing an, die Bücher in der Bibliothek zu sortieren. Ich verbrachte die meiste Zeit diese Woche damit, die Bücher nach Themen und Genres zu sortieren und die Regale zu beschriften.
Am Freitag Morgen fuhr ich mit dem Direktor und dem Fahrer Joha nach Mzuzu, weil wir dort neue Schulbücher besorgen wollten. Als erstes fuhren wir jedoch zur Bank, weil der Direktor Geld holen wollte, um seine Autoversicherung zu bezahlen. Dort traf ich zufälligerweise auf den Freiwilligen Cédric, der auch gerade mit seinem Chef da war. Als wir in der Bank fertig waren, fuhren wir zum Versicherungsbüro, wo mich plötzlich Vinjeru begrüßte, ein Freund von uns, der genau wie Cédric in Ekwendeni wohnt.
Als mit der Versicherung alles geregelt war, gingen wir in ein kleines Buchgeschäft, in dem es fast ausschließlich Schulbücher gab. Buchläden sind in Malawi sehr selten und nur in den größeren Städten zu finden. Und auch dort sind sie oft nur sehr klein und der Fokus liegt auf Schulbüchern. Wir gaben der Verkäuferin die Liste mit den Büchern, die wir benötigten, kauften sie allerdings noch nicht, weil nicht alle Bücher auf Vorrat waren und sie erst welche bestellen musste.
Als alles erledigt war, fuhren der Direktor und Joha wieder zurück nach Chilumba, während ich in Mzuzu blieb, um Gladys zu besuchen. Ich ging zu einem großen Supermarkt, weil ich mich dort mit ihr treffen wollte und begegnete Kides, einer Freundin von Julia und mir, die im Oktober nach Mzuzu gezogen war, um hier zu studieren.

Wir unterhielten uns kurz, dann kam Gladys und wir gingen zusammen zum Markt, weil sie sich Gummistiefel kaufen wollte. Außerdem ließ ich endlich meine Handykamera reparieren. Anschließend fuhren wir zu ihr nach Hause, wo sie mit ihrer Tante und ein paar Cousins und Cousinen wohnte. Wir verbrachten einen netten Abend, kochten zusammen und unterhielten uns.
Am Samstag nach dem Frühstück ging Gladys mit mir in die Kirche. Sie geht in die Seventh Day Adventists Church, wo der Samstag Kirchentag ist und nicht der Sonntag. Die Messe ist in verschiedene Teile aufgeteilt. Als erstes wird gebetet, dann geht man in kleine Gruppen und diskutiert einen kleinen Ausschnitt aus der Bibel. Anschließend gibt es noch eine Predigt und es wird gesungen.

Um 12 Uhr war die Kirche vorbei und wir gingen nach Hause, um Mittag zu essen. Nach dem Essen gingen Gladys, ihr Freund Bright und ich zu einer Frau, die in der Nähe wohnt und Hochzeitskleider vermietet. Gladys würde nämlich im April heiraten und Julia und ich waren zwei der Brautjungfern. Die Frau führte uns in einen Raum, wo mehrere, teilweise sehr extravagante Hochzeitskleider hingen. Gladys fand eins in ihrer Größe, probierte es an und war sofort verliebt – und das gleich beim ersten Versuch.
Ein Punkt auf der Organisationsliste war also abgehakt und wir machten uns auf den Weg in die Stadt. Dort gingen wir in ein kleines Restaurant, was auch Hochzeitstorten und Snacks anbietet. Die Verkäuferin zeigte uns verschiedene Variationen und Gladys entschied sich für die billigste – 120 000 Kwacha (knapp 150 €).
Als auch das geklärt war, gingen wir noch kurz zum Markt, um ein bisschen nach Schuhen zu schauen, dann brachten die beiden mich zum Minibus-Depot, von wo aus ich wieder zurück nach Hause fuhr.

Gegen 20:30 Uhr kam ich in Chilumba an und wurde von Clifford und Julia abgeholt. Zuhause wartete auch schon ein Abendessen auf mich.
Am Sonntag war erst einmal wieder Wäsche waschen angesagt, was mich auch einige Zeit kostete. Den Großteil des Tages verbrachten wir Zuhause, zum Beispiel damit, Stoff, der als Deko für den Kindergarten dienen sollte, vorzubereiten.
Außerdem arbeiteten wir ein bisschen in unserem Garten weiter. Am Abend kamen auch Euleka und Cliffords Freund Austin und wir kochten alle zusammen Reis mit Bohnen und unterhielten uns anschließend noch lange.
Am Montag ging ich wieder in die Schule, um in der Bibliothek weiterzuarbeiten. Auch, wenn es zwischendurch bewölkt und regnerisch aussah, war es doch ziemlich warm und Julia und ich entschlossen uns, nach der Arbeit zum See schwimmen zu gehen – etwas, was wir schon länger nicht gemacht hatten. Wir ließen uns also von einem Auto zum Markt bringen, gingen von dort zu Fuß zum See und sprangen ins Wasser. Wir machten uns rechtzeitig auf den Rückweg und waren kurz bevor es komplett dunkel war wieder Zuhause (mittlerweile wird es nicht mehr um Punkt 18 Uhr, sondern eher gegen 18:40 Uhr dunkel).


Am Freitag verbrachte ich den Vormittag und frühen Nachmittag wieder in der Bibliothek. Vor allem nach Unterrichtsschluss kamen wieder viele Schüler, um Bücher auszuleihen. Anschließend fuhr ich mit zehn Schülern nach langer Zeit wieder zum See für den Swimming – Club. Wir benutzten wieder den Laster der Schule und verbrachten ungefähr 45 Minuten im Wasser. Als wir fertig waren, fuhren wir wieder zurück zur Schule und ich machte mich auf den kurzen Weg nach Hause. Euleka war auch bald da und Julia war noch mit Clifford in Karonga, um Geld abzuheben, weil der Automat in Uliwa mal wieder nicht funktionierte. Ich versuchte mal wieder mein Glück im Nsima kochen, was mir dieses Mal auch ganz gut gelang.

Am Samstag fuhren Julia und ich nach dem Frühstück nach Uliwa. Sie setzte von dort ihren Weg nach Mzuzu fort, um mit Gladys ein paar Sachen bezüglich der Hochzeit zu besprechen. Ich ging einkaufen und fuhr dann wieder zurück nach Hause. Gegen Mittag ging ich zur Schule, weil die Internats-Mädchen heute Filmtag auf dem Programm hatten und mich gebeten hatten, ihnen die Bibliothek aufzuschließen und einen Film anzuschalten. Wir schauten also zusammen einen Nigerianischen Film und am Nachmittag war ich wieder zuhause, nachdem ich kurz bei einem Kollegen vorbeigeschaut hatte. Am Abend wollte ich einen Kuchen backen und Clifford half mir dabei. Weil wir keinen Backofen haben, mussten wir die Methode anwenden, die uns die Frau des Direktors ganz am Anfang gezeigt hatte: den Topf mit dem Teig auf Kohlen stellen und von oben mit einem flachen, ebenfalls mit Kohlen belegten Gegenstand, abdecken. Es funktionierte sogar ganz gut und es entstand ein leckerer Zitronenkuchen (es ist gerade Zitronenzeit). Gegen 21 Uhr holten wir Julia vom Minibus ab und gingen wieder nach Hause.


Am Montag ging ich pünktlich um 7 Uhr zur Schule, um nicht zu spät zum assembly zu kommen. Aber auch als die anderen Lehrer nach und nach eingetrudelt waren, fand das assembly heute nicht statt. Der Grund: der Direktor hatte den Tag spontan als Ferientag erklärt. Das lag daran, dass nach den umstrittenen Präsidentenwahlen im Mai heute das Verfassungsgericht das Urteil des Gerichtsverfahrens vorlegen wollte. Es gab den Vorwurf, dass die Stimmzettel mit TipEx bearbeitet worden sein sollten und generell wurde die Regierung für korrupt gehalten. Daher hatte es in den letzten Monaten immer wieder Demonstrationen gegeben mit der Forderung, neu zu wählen. Diese waren aber nicht immer nur friedlich abgelaufen. Und da nicht klar war, wie das Urteil lauten würde und man sich nicht sicher war, wie die Bevölkerung darauf reagieren würde, hatten viele Schulen (vor allem in den Städten) den Unterricht für diesen Tag ausfallen lassen, um die Sicherheit der Schüler zu gewährleisten.
Auch viele Geschäfte waren geschlossen, es fuhren weniger Autos und irgendwie schien Alles auf das Urteil zu warten. Ich hörte mit ein paar Lehrern im Radio mit, wo als erstes gesagt wurde, dass das Ergebnis nicht wie angekündigt um 9 Uhr, sondern erst ein paar Stunden später verkündet werden würde.
Ich fuhr also zum Kindergarten, um Julia dabei zu helfen, eine Stoffdekoration für den Kindergarten herzustellen. Alex, einer der anderen Kindergärtner half uns dabei, denn auch hier waren heute keine Kinder da. Wir waren bis ungefähr 16 Uhr beschäftigt und fuhren dann nach Hause, wo wir noch kurz die vom Regen beschädigten Beete in unserem Garten ein bisschen reparierten.

Am Dienstag stand ich auf und traf auf unseren Nachbarn Patson. Der erzählte mir, dass das Gericht gestern Abend das Urteil verkündet hatte: es würde innerhalb von 150 Tagen Neuwahlen geben, zur Freude von vielen Malawiern. Heute war also wieder Unterricht und ich verbrachte den Tag in der Bibliothek. Am Nachmittag fuhr ich wieder zum Kindergarten, wo wir bis ungefähr 17 Uhr an der Dekoration weiterarbeiteten. Von dort machten wir uns direkt auf den Weg nach Uliwa, wo Julia die Kleider abholen wollte, die sie bei einem Schneider in Auftrag gegeben hatte. Dieser war allerdings entgegen seiner Ankündigung noch nicht fertig. Also gingen wir Clifford von der Arbeit abholen und kauften noch ein bisschen frisches Rindfleisch, was Clifford zusammen mit Nsima kochte, als wir wieder Zuhause waren. Während dem Essen prasselte der Regen so laut auf unser Blechdach, dass wir uns kaum verstehen konnten. Auf unserer Terrasse fanden wir zwei süße Hundewelpen, die dort die Nacht verbrachten.
Mittwochs arbeite ich immer im Kindergarten, ich fuhr also am Morgen hin und verbrachte den Tag mit den Kindern. Kurz nach der Mittagspause fuhr ich mit Julia und Clifford nach Karonga, um unsere Aufenthaltserlaubnis zu verlängern. Die Straßen in Karonga waren durch den Regen der letzten Tage teilweise überschwemmt, was uns das Fortbewegen ein bisschen erschwerte. Wir ließen uns von Fahrad-Taxis zum immigration office fahren und verlängerten die Erlaubnis. Das funktionierte problemlos (obwohl wir eigentlich zwei Tage zu spät dran waren) und kostete anders als erwartet nicht einmal etwas. Anschließend gingen wir noch kurz einkaufen und fuhren dann mit einem ziemlich langsamen Minibus zurück nach Hause.

Am Donnerstag Morgen gingen wir zur Schule, wo wir vom Direktor und seinem Fahrer Joha abgeholt wurden, um abermals nach Karonga zu fahren. Dort wollten wir uns ein paar andere Kindergärten anschauen, als Anregung für unseren eigenen. Wir fuhren also zu einem Kindergarten, unterhielten uns dort ein bisschen mit einem der Erzieher und sahen uns die Räume an. Es gab vier Gruppen: die unter 2 Jährigen, die 3 – , 4- und 5 Jährigen. Bis auf die kleinsten, hatten alle Kinder schon eigene Schreibtische und wurden im Zählen, Buchstaben malen, usw. unterrichtet. Außerdem besaß der Kindergarten draußen ein paar Spielgeräte und zwei Hüpfburgen, die jeden Mittwoch aufgebaut wurden.
Auf dem Weg zurück zum Auto trafen wir auf zwei andere deutsche Freiwillige, die gerade bei einem Programm mitarbeiteten, das Babymilch für Mütter zur Verfügung stellt, die selber nicht stillen können.
Wir fuhren weiter und setzten den Direktor an der Bank ab, während wir uns noch einen anderen Kindergarten anschauen sollten, der Johas Cousin gehört. Wir fuhren dort hin, der Kindergarten befand sich allerdings noch im Bau. Also fuhren wir weiter zu der dazugehörigen Grundschule, über die uns der Schulleiter einiges erzählte.
Als wir fertig waren, trafen wir uns wieder mit dem Direktor und gingen Mittagessen. Mittlerweile war es schon kurz nach 13 Uhr und irgendwie hatte alles wieder um einiges länger gedauert, als erwartet. Nach dem Essen fuhren wir dann noch zum Markt, um Essen fürs Internat zu besorgen.

Gegen 15:45 Uhr fuhren wir schließlich los, zurück Richtung Chilumba. Auf dem Weg hielten wir allerdings nochmal bei einem Verwandten vom Direktor, um dort etwas abzuholen. Als wir schließlich Chilumba erreichten, war es fast halb sechs. Wir ließen uns in Uliwa absetzen, wo wir Anna und Charlotte abholten, die gerade aus Lilongwe angekommen waren. Sie waren auf dem Weg nach Tansania und legten bei uns einen Zwischenstopp ein. Wir gingen noch kurz einkaufen und fuhren dann nach Hause.
Donnerstag, 26. Dezember bis Donnerstag, 16. Januar
Am Morgen waren wir beim Direktor zum Frühstück eingeladen und seine Frau hatte extra Kuchen gebacken. Anschließend schauten wir uns alle zusammen den Kindergarten an und gingen dann zurück nach Hause, um unsere Sachen zu packen. Wir hatten nämlich eine lange Reise vor uns. Unser erstes Ziel: Nkhata Bay, ein sehr schön gelegenes Dorf am Malawisee.

Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg und fuhren als erstes ca. 3 Stunden nach Mzuzu, wo wir in ein Share-Taxi umstiegen, und etwa 45 Minuten später in Nkhata Bay ankamen. Dort übernachteten wir im Mayoka Village, eine sehr schöne Backpacker-Lodge, die an einer Art Klippe erbaut wurde. Julia und ich schlugen unser Zelt direkt am Wasser auf, die anderen schliefen im Dorm.

Den nächsten Tag verbrachten wir viel mit schwimmen und schnorcheln und gingen im Dorf einkaufen. Wir kochten uns unser Abendessen nämlich selber (Reis mit Bohnen), da das Lodge-Essen einfach zu teuer war. Nachdem wir gekocht hatten, aßen wir zu Abend, unterhielten uns und spielten Karten.
Am Samstag standen wir früh auf und suchten uns dann ein Sammeltaxi, mit dem wir an der Lakeshore Road weiter nach Salima fahren konnten. Wir fanden eins, mussten allerdings auf halber Strecke in einen Minibus umsteigen. Da die Straße nicht besonderrs gut ausgebaut ist und Minibusse auf dem Weg immer wieder stehen bleiben, um Leute ein- und aussteigen zu lassen, brauchten wir für die knapp 300 km ca. 7 Stunden. Am Nachmittag erreichten wir also Salima, wo wir uns aufteilten. Julia schlief bei Jana und Phöbe in Senga Bay und ich bei Maren und Louise im Mackenzie Village, was aber nicht weit voneinander entfernt ist.
Am Sonntag Morgen trafen wir uns wieder in Salima, von wo wir weiter fahren wollten nach Cape Maclear. Wir nahmen wieder ein Sammeltaxi und waren nach ca. 2 Stunden dort, wo wir in der „Funky Cichlid“ Lodge übernachten wollten.
Cape Maclear ist ebenfalls ein Ort am Malawisee, allerdings viel weiter im Süden und auch touristischer als Nkhata Bay. Auf der Strandseite des Dorfes reiht sich eine Ladge neben der anderen, während sich auf der anderen Seite des Sandweges ein relativ normales malawisches Dorf befindet. Vor Ort werden unter anderem Aktivitäten wie Bootsfahrten, Schnorcheln oder Tauchkurse angeboten. Ein Teil des Ortes (vor allem große Teile des Sees) sind Teil des Lake Malawi Nationalparks und stehen daher unter Naturschutz. Wie der Name schon sagt, ist die Gegend für ihr klares Wasser berühmt, was wir durch den häufigen Regen leider nicht so oft so gut sehen konnten.
Den restlichen Nachmittag verbrachten wir in der Lodge, die direkt am See liegt und gingen dann zu einer anderen Lodge, wo vier andere Freiwillige von unserer Organisation schliefen. Drei von ihnen (Lea, Anna und Charlotte) wohnen in Lilongwe und Julia K. wohnt ebenfalls in Salima.
Am Samstag gingen ein paar von uns auf einen nahe gelegenen Berg. Dieser gehörte zum „Lake Malawi National Park“. Weil wir in Malawi wohnen, mussten wir aber nicht ganz so viel Eintritt zahlen.
Wir gingen den Berg hinauf, sahen ein paar Affen und hatten eine atemberaubende Aussicht auf den Malawisee. Auf dem Weg zurück kamen wir bei einer kleinen Einrichtung vorbei, wo Müll recycelt und zum Beispiel auch Workshops zum Thema umweltfreundliche Alternativen zu Plastik oder Kohle ( zum kochen) gegeben werden. Der Mann, der dort arbeitete, gab uns eine kurze, sehr interessante Führung. Eins der Häuser wurde zum Beispiel komplett aus Glasflaschen gebaut.


Am Nachmittag gingen wir nochmal los, zu einer anderen Stelle im Nationalpark, genannt „Otters Point“. Dort war es sehr felsig, man hatte eine gute Aussicht zu ein paar nahe gelegenen Inseln und das Wasser war extrem klar. Wir schwammen und tauchten ein bisschen, bis irgendwann ein Ausflugsboot kam, und anhielt, damit die Leute sich ein bisschen umschauen konnten.


Wir kannten den Fahrer noch vom Vortag und wurden gratis zu unserer Lodge mitgenommen. Mittlerweile war es ziemlich windig und die Wellen am See einigermaßen hoch, sodass es sich ein bisschen anfühlte, als wären wir am Meer.
Am Abend gingen wir in ein malawisches Restaurant und aßen Nsima, was wir langsam schon vermissten.
Am Sonntag, den 31. Dezember standen Maren, Louise und ich früh auf und gingen zu einer nahe gelegenen Tauchschule. Wir hatten uns nämlich am Vortag mit dem Lehrer für einen Schnuppertauchkurs verabredet.
Wir bekamen also eine kurze Einführung und das Material und fuhren dann mit einem kleinen Boot zu einer Insel gegenüber. Mittlerweile regnete es wieder. Am Strand angekommen, gingen wir ins Wasser und blieben für ca. 40 Minuten unter Wasser. Es war ein echt tolles Erlebnis und wir sahen viele bunte Fische, für die der Malawisee berühmt ist.

Am Abend gab es in unserer Lodge eine große Party. Die meisten Gäste waren Touristen, es waren aber auch viele reiche Malawier und Inder (von denen viele in den größeren Städten wohnen) da. Wir verbrachten den Abend abwechselnd auf der Party und in einem nahe gelegenen Pub.

Wir blieben bis zum 2. Januar in Cape Maclear, dann machten Julia und ich uns am Morgen auf den Weg nach Lilongwe. Als erstes nahmen wir ein Motorrad-Taxi nach Mtakataka und von dort ein Share-Taxi nach Salima, wo wir in einen Minibus nach Lilongwe stiegen.
In Lilongwe angekommen gingen wir in einem malawischen Restaurant zu Abend essen und warteten, bis der Regen aufhörte. Er war nämlich sehr stark und teilweise waren die Straßen überschwemmt, was es sehr schwer machte, durch die Stadt zu fahren. Als der Regen aufgehört hatte, schafften wir es aber doch zum Haus der anderen Freiwilligen, wo wir übernachteten.
Am nächsten Morgen fuhren wir mit einem Sammeltaxi zu der Stelle, wo die Minibusse nach Mchinji abfahren. Mchinji ist eine Stadt in der Nähe der sambischen Grenze. Unser nächstes Ziel war nämlich der South Luangwa Nationalpark in Sambia.
Wir fanden dann auch ziemlich schnell einen Minibus, der glücklicherweise nur wenige Minuten, nachdem wir uns hineingesetzt hatten, auch schon losfuhr.
Knapp 3 Stunden später waren wir in Mchinji, wo wir das letzte Stück bis zur Grenze wieder mit einem Taxi zurücklegten. An der Grenze angekommen, bekamen wir auf der malawischen Seite erst einmal einen Stempel für die Ausreise und gingen dann ins Büro auf der sambischen Seite, wo wir uns unser Visum besorgten.
Noch schnell malawische Kwacha in Sambische Kwacha umgetauscht und dann ging die Reise weiter.
Wir stiegen in ein Sammeltaxi Richtung Chipata. Dort stiegen wir in ein Auto nach Mfuwe um, mussten jedoch gut zwei Stunden warten, bis das Auto voll war und wir losfahren konnten. Auf dem Weg gab es eine der vielen Polizeikontrollen, die auch in Malawi üblich sind, was mich dazu verleitet, kurz etwas zu dem Thema zu erzählen.
Auch wenn Minibusse und Sammeltaxis üblicherweise bis zum Rand vollgestopft werden, so ist es offiziell nicht erlaubt, mehr Personen mitzunehmen, als das Auto Sitze hat. Wenn man also in eine der vielen Polizeikontrollen kommt, wird dieses Problem damit gelöst, dem Polizisten sein Gehalt mit einem kleinen Betrag zu erhöhen.
In Sambia scheint das allerdings nicht so einfach zu sein. Denn als wir kurz vor der Polizeikontrolle waren, blieb der Fahrer stehen und bat Jullia und einen anderen Mann, eins der Fahrradtaxis zu nehmen, die direkt neben uns an der Straße warteten, sodass wir jetzt nur noch zu zweit vorne saßen und nicht zu viert. Der Fahrer fuhr mit dem Auto durch die Kontrolle, während Julia und der Mann nach der nächsten Kurve wieder von dem Fahrrad ins Auto umstiegen.
Ca. 2 Stunden später waren wir in Mfuwe und der Fahrer brachte uns noch direkt zu dem Camp, wo wir übernachteten. Es war nicht direkt im Nationalpark gelegen, dafür aber direkt am Luangwa River, der den Nationalpark von Mfuwe trennt. Der Weg zum Camp war jetzt in der Regenzeit teilweise überschwemmt und wir sahen ein Krokodil vorbei schwimmen. Das Camp war sehr schön und es war kaum etwas los, weil jetzt gerade Nebensaison war. Am Abend, als wir uns eingerichtet hatten, zeigte einer der Nachtwächter mir ein Nilpferd, was einige Meter entfernt durch die Büsche ging. Auch Affen und Buschböcke (kleine Antilpopen) waren stark vertreten.
Am nächsten Morgen bekamen wir unser Frühstück und hatten dann den ersten Game Drive, zusammen mit drei anderen Deutschen. Wir fuhren knapp vier Stunden durch den Nationalpark, der jetzt um diese Zeit sehr grün und voller Wasser war.
Auf dem Weg bekamen wir sehr viele Tiere zu sehen, unter anderem Zebras, Elefanten, Affen, Wildhunde, Hyänen und Krokodile.

Gegen 10 Uhr waren wir wieder zurück im Camp, fuhren dann um 16 Uhr aber nochmal für vier Stunden durch den Park. Diesmal sahen wir sogar noch mehr, zum Beispiel Giraffen, einen Leopard und ein Stachelschwein. Die letzte halbe Stunde fuhren wir im Dunkeln.


Am nächsten Tag verließen wir am Morgen nach dem Frühstück (bei dem mir mein Toast von einem Affen geklaut wurde) das Camp. Nachdem uns einer der Mitarbeiter mit nach Chipata genommen hatte, suchten wir uns ein Motel und verbrachten den restlichen Tag und eine Nacht in Chipata. Die Stadt ist zwar nicht besonders groß, Infrastrukturmäßig aber ganz gut ausgestattet. So gab es zum Beispiel ein Pizzarestaurant (um einiges billiger als in Malawi), eine Eisdiele und einen Buchladen, die wir alle nacheinander besuchten.
Als wir am Dienstag aufgestanden waren, suchten wir uns ein Sammeltaxi zur Grenze, wo wir uns wieder unsere Stempel abholten. Dann ging es weiter nach Mchinji und von dort nach Lilongwe, wo wir nach einer schnellen Minibusfahrt gegen 11:30 Uhr ankamen.
Nachdem wir etwas Zeit in der Stadt verbracht hatten, fuhren wir wieder zu Charlotte, Anna und Lea, um dort zu übernachten.
Am Mittwoch wollten wir uns noch ein bisschen mehr in Lilongwe umschauen, und gingen in die Area 2, wo es einen großen Markt gibt. Außerdem gab es auch einige Haarsalons, wo man sich alle möglichen Frisuren machen lassen konnte. Also entschieden Julia und ich, uns Braids machen zu lassen und wir gingen in einen der Salons, wo einige nette Frauen damit beschäftigt waren, Frisuren zu machen. Einige Stunden später gingen wir mit unseren neuen Haaren auf den großen Markt, wo es einen Bereich mit Unmengen an Chitenjes gab (bunte Stoffe, die man unter anderem um die Hüften trägt oder sich daraus etwas nähen lässt). Wir sahen uns lange um und kauften uns auch ein paar Exemplare.

Am Donnerstag (9.01.) war schließlich der erste Tag unseres Zwischenseminars gekommen und wir machten uns am frühen Nachmittag auf den Weg nach Senga Bay. Als erstes fuhren wir mit dem TukTuk zu der Stelle, wo die Minibusse nach Salima abfahren. Das dauerte relativ lange, da gerade Demonstrationen gegen den Präsidenten und den Wahlprozess in der Stadt stattfanden.
Wir setzten uns in einen Minibus nach Salima, wo wir ungefähr 2 Stunden später ankamen und in ein Taxi nach Senga Bay stiegen.
In Senga Bay angekommen gingen wir zur Cool Runnings Lodge, die Sam (der Mentorin von Jana und Phöbe) gehört. Dort fand das Seminar statt mit allen 12 Malawi-Freiwilligen, 3 Freiwilligen aus Uganda und Jana und Gunter, die für Kolping arbeiten und extra aus Deutschland gekommen sind.
Die nächsten fünf Tage verbrachten wir damit, verschiedene Themen zu besprechen und zu diskutieren. Wir versuchten, Probleme zu lösen und tauschten uns über die unterschiedlichen Projekte und Erfahrungen aus.

Am Dienstag Mittag (14.01.) war das Seminar vorbei und wir trennten uns wieder. Ich verbrachte noch eine Nacht bei Jana und Phöbe, die auch in Senga Bay wohnen und fuhr dann am Mittwoch nach Lilongwe. Am Donnerstag stand ich früh auf und stieg in den Sososo-Reisebus nach Mzuzu. Fünf Stunden später war ich dort, allerdings war alles geschlossen und abgesperrt, weil auch hier Demonstrationen stattfanden.
Ich fuhr nach Ekwendeni zu Cédric, wo auch Clifford war, der etwas in Mzuzu zu tun gehabt hatte und außerdem gekommen war, um uns abzuholen. Nach dem Mittagessen stiegen wir also zu dritt in den Minibus und fuhren die letzten drei Stunden durch die Berge nach Hause nach Chilumba. Dort angekommen wurden wir wieder sehr herzlich von unseren Nachbarn begrüßt und aßen abends auch gleich zusammen mit Nyapeti Nsima.
Etwas, was wir sehr vermisst hatten…
Freitag, 6. Dezember bis Mittwoch, 25. Dezember
So, jetzt habe ich schon ziemlich lange nichts mehr gepostet, dafür entschuldige ich mich. Es liegt zum Teil an nicht funktionierendem Internet, vor allem aber daran, dass wir ziemlich lange unterwegs waren. Dafür gibt es jetzt auch mehr zu berichten 🙂
Die Vorweihnachtszeit verbrachten wir viel Zuhause, dekorierten unser Haus weihnachtlich und zündeten jeden Sonntag eine neue Kerze auf unserem Mango-Adventskranz an. An den Wochenenden waren Gladys und Clifford oft bei uns und wir verbrachten viel Zeit zusammen, zum Beispiel mit kochen.
Außerdem stand gerade die Cassava-Ernte an, wobei wir halfen, ebenso dabei, die geernteten Wurzeln zu schälen.

Jetzt am Anfang der Regenzeit wurden die ganzen Felder um uns herum umgegraben und es wurde Cassava und Mais neu gesäht.
Weil unsere Schule die Postbox schon länger nicht bezahlt hatte, fuhren Julia und ich nach Uliwa und eröffneten unser eigenes Postfach, sodass ich jetzt eine neue Adresse habe:
Semper/Opala
Emilia Semper
P.O. Box 94
Chilumba, Malawi
In der Schule wurde es in den letzten beiden Wochen vor den Ferien etwas ruhiger. In Malawi ist das Schuljahr in drei Terms aufgeteilt, von denen der erste jetzt vor den Weihnachtsferien endete. Die Schüler schrieben also in allen Fächern Abschlussprüfungen, sodass pro Tag zwei geschrieben wurden. Die Lehrer wurden zum Aufsicht führen eingeteilt, jedoch gingen die Unterrichtstage nur bis 12 Uhr, außerdem waren wir auch nicht jeden Tag eingeteilt, weshalb wir relativ viel Freizeit hatten.
Auch im Kindergarten wurden kleine Prüfungen geschrieben, um zu schauen, wie gut die Kinder schreiben, auf Englisch zählen, Monate aufsagen oder beten konnten. Denn auch sie würden Zeugnisse bekommen.
Unsere freie Zeit nutzen wir unter anderem dazu, zusammen mit Clifford bei uns vor dem Haus einen Garten einzurichten. Dafür wurde erst mal die Erde umgegraben, dann benutzten wir dicke Äste als Zaunpfähle und spannten alte Moskitonetze drumherum, als Schutz vor den Hühnern, die hier überall herumlaufen. Dann pflanzten wir Tomaten, Zwiebeln, Auberginen und Kohl.
Am Mittwoch, den 18. Dezember war der letzte Schultag. Am Nachmittag machte ich mich auf den Weg nach Mzuzu, weil ich dort meine kaputte Handykamera reparieren lassen wollte. Dort angekommen, kaufte ich mir zum ersten Mal seit langem mal wieder eine Pizza. Anschließend traf ich mich mit Vinjeru, der mich dann am Abend nach Ekwendeni zu Cédrics Gastfamilie brachte, wo ich übernachtete. Cédric ist einer der anderen Kolping-Freiwilligen.
Am nächsten Morgen fuhr ich zum Reperateur nach Mzuzu, der allerdings ein Ersatzteil aus China bestellen musste. Als alles erledigt war, fuhr ich die ca. 3 Stunden wieder zurück nach Chilumba, wo wir einen netten Abend mit vielen unserer Nachbarn verbrachten.
Am Freitag darauf stand ich um 5 Uhr auf und fuhr nach Uliwa, wo mich Joel, ein Bekannter von Cliff abholte, den auch Julia schon kannte. Sie war zuhause geblieben, um ihre Klausuren fertig zu korrigieren.
Joel hatte angeboten, mit ihm fischen zu gehen, was ich dankend annahm. Wir gingen also zum See und paddelten mit zwei anderen Jungen mit einem Holzruderboot ein bisschen raus. Dort schwamm seit gestern Nachmittag ein Netz im Wasser, was wir einholten. Leider waren nicht besonders viele Fische drinnen. Anschließend angelten wir noch eine Weile mit zwei Schnüren, an die Haken gebunden waren. Auf diese Art fingen wir auch noch ein paar Fische. Gegen 8 Uhr fuhren wir zurück zum Strand, mittlerweile schien die Sonne auch schon ziemlich stark.


Nachdem wir die Fische aus dem Netz geholt hatten, gingen Joel und ich zu ihm nach Hause, wo wir eine Art Milchreis aßen. Den restlichen Vormittag verbrachte ich damit, mich mit ihm und seiner Familie zu unterhalten und ich half den Frauen ein bisschen beim Cassava schälen. Gegen 12:30 Uhr gab es Nsima mit zwei verschiedenen Gemüsesorten und Ziegenfleisch, was Joel extra für mich gekauft hatte.
In Malawi ist es nämlich üblich, Fleisch aufzutischen, wenn Besuch kommt.
Nach dem Essen ging ich nach Hause. Joel bestand darauf, dass ich alle Fische die wir heute gefangen hatten und die seine Mutter schon über heißen Kohlen geröstet hatte, mit nach Hause nahm. Das tat ich dann also, verteilte die meisten aber an unsere Nachbarn, weil es sonst viel zu viel gewesen wäre.
Am Samstag gingen wir morgens in die Schule, wo wir unsere Noten einreichten und die Zeugnisse fertiggestellt wurden. Anschließend hatten wir offiziell Ferien…
Am Montag, den 23. Dezember gingen wir nach Uliwa, um einen großen Weihnachtseinkauf zu machen. Am Nachmittag kamen Maren, Louise, Jana und Phöbe, mit denen wir Weihnachten feiern wollten. Sie sind ebenfalls Kolping-Freiwillige und wohnen alle in der Nähe von Salima, ziemlich weit von uns entfernt. Wir kochten Cassava-Nsima, was sie alle noch nicht kannten, da in der Central Region von Malawi, Nsima hauptsächlich aus Maismehl hergestellt wird.
Am Dienstag gingen wir alle zusammen nach Uliwa, weil wir noch ein paar Dinge besorgen mussten. Auf dem Weg dorthin gingen wir kurz zu Nyapetis Familie, die wieder eine Art Beerdigungszeremonie hatten.


Als wir wieder zu Hause waren, fingen wir gegen 13 Uhr an, das Weihnachtsessen zu kochen. Es gab Kohlrouladen, Salat, Suppe, Sojabällchen, Rindfleisch, Kartoffelpuffer und zum Nachtisch Kaiserschmarn mit Äpfeln und Vanillepudding. Außerdem machten wir uns einen leckeren Glühwein.
Wir verbrachten den ganzen Nachmittag damit, draußen mithilfe von Kohlen zu kochen und alle halfen mit.


Gegen 7 Uhr waren wir fertig, setzten uns auf die Terrasse und aßen alle zusammen. Auch ein paar unserer Nachbarn waren dabei.

Später wichtelten wir dann noch mit den selbstgebastelten Geschenken die wir vorbereitet hatten und sangen Weihnachtslieder.
Am 25. Dezember blieben wir am Vormittag entspannt zuhause und aßen einen Obstsalat aus Mango, Ananas und Apfel zum Frühstück.
In Malawi wird wie in den meisten anderen Ländern auch, Weihnachten am 25. Dezember gefeiert. Allerdings ist es kein so großes Fest, wie in Deutschland und viele feiern es gar nicht. Die, die es feiern, essen entweder etwas besonderes mit ihrer Familie oder sie gehen an eine Bar am See, wo viel getanzt und getrunken wird.
Wir fuhren auch zum See, allerdings schon am frühen Nachmittag und gingen schwimmen. Nach und nach kamen immer mehr Leute, darunter auch viele Schüler. Wir fuhren dann aber bald wieder nach Hause, wo wir zusammen aßen und einen entspannten Abend auf der Terrasse verbrachten.
Freitag, 22. November bis Mittwoch, 4. Dezember
Am Freitag war ich in der Schule und Julia im Kindergarten. Kurz nachdem der Unterricht für den Tag beendet war, gingen wir nach Hause, um unsere Sachen zu packen. Wir wollten nämlich übers Wochenende nach Mzuzu fahren und unsere Freunde dort besuchen. Außerdem waren wir zu einer Geburtstagsfeier am Samstag eingeladen. Bax, unser Freund und Kollege würde uns begleiten. Wir gingen also zur Straße, wo einige Frauen saßen und Mangos verkauften. In Chilumba ist gerade Mangohochsaison, weshalb man sie überall und auch sehr billig findet. In Mzuzu wachsen sie jedoch nicht, weshalb wir beschlossen, Vinjeru (zu dem wir unterwegs waren) welche mitzubringen. Wir kauften also den Inhalt eines 10l-Eimers (14 große Mangos) für 1000 Kwacha insgesamt (ca. 1,25€). Anschließend warteten wir kurz auf eine Mitfahrgelegenheit und trafen dann auf einen Mann der mit seinem neu gekauften Auto auf dem Weg von Dar Es Salaam nach Mzuzu war. (In Malawi werden keine Autos produziert, wer sich also eins kauft, lässt sich das meist aus Japan nach Tansania Schiffen und holt es dann in Dar es Salaam am Hafen ab.) Wir stiegen zu dem Mann ins Auto, der zwar den gleichen Preis wie die Minibusse verlangte, wir hatten aber auch eine sehr komfortable Fahrt. Auf dem Weg hielten wir kurz in einem Dorf in den Bergen an, wo der Fahrer kurz bei seinem Elternhaus vorbeischaute. Trotzdem waren wir sehr schnell und nach gut 2 Stunden kamen wir um kurz nach 7 Uhr in Ekwendeni an. Dort würden wir bei Vinjeru übernachten. Den Abend verbrachten wir entspannt, wir kochten zusammen und saßen in Vinjus Garten und unterhielten uns.

Am Samstag morgen machte Julia French Toasts, die wir dann zusammen mit Mangos auf Vinjus Terrasse aßen. Gegen 11 Ur fuhren wir nach Mzuzu und gingen im Shoprite (ein sehr großer Supermarkt) einkaufen. Anschließend fuhren wir zurück nach Hause und kochten Mittagessen. Gegen 15 Uhr fuhren wir dann wieder zurück nach Mzuzu, wo wir zur Hauseinweihungsfeier von einem Freund von Vinju gingen. Wir verstanden uns sehr gut mit den Leuten dort, vor allem mit Lucy, der Frau von Vinjus Freund. Sie wollte uns sogar ihren Verlobungsschmuck als Andenken schenken, was Julia und ich aber nicht annehmen konnten. Es wurde Hühner-, Schweine-, Rind-, und Ziegenfleisch gegrillt und dazu gab es verschiedene Salate. Es war ein sehr netter Nachmittag, wir bekamen sehr viel zu Essen und zu Trinken und Bax traf sogar seine Tante, die er das letzte mal als kleines Kind gesehen hatte.



Um ca. 7 Uhr fuhren wir zur Party von einem anderen von Vinjus Freunden, wo wir auch einige nette Leute trafen, allerdings blieben wir nur ca. 15 Minuten und machten uns dann auf den Weg zur Mozoozoozoo Bar, wo die Geburtstagsfeier einer Norwegerin namens Ida stattfand. Wir trafen dort auch auf einige Leute, die wir schon vom Lake of Stars Festival oder von vorigen Besuchen in Mzuzu kannten. Auch hier war die Stimmung ganz gut und wir blieben eine Weile, bis wir kurz nach Mitternacht noch kurz ins Paris gingen (ein Club in Mzuzu).
Am Sonntag verbrachten wir den Vormittag entspannt bei Vinju in Ekwendeni, bis er uns um kurz nach 3 nach Mzuzu brachte, wo Bax, Julia und ich in einen Minibus nach Chilumba stiegen.
Am Montag standen Julia und ich früh auf, wir hatten uns nämlich um 6 Uhr mit den Schülern an der Schule für unseren Trip in den Nyika Nationalpark verabredet. Es war zwar fast niemand komplett pünktlich, wir konnten aber trotzdem um kurz nach halb 7 mit 27 Schülern und 4 Lehrern (inklusive Julia und mir) losfahren. In Uliwa wollten wir den Guide einsammeln, der mit uns mitkommen würde. Leider war er aber nicht wie verabredet um 7 Uhr sondern erst um 8 da, sodass wir erst mal ca. eine Stunde in Uliwa verbrachten. Schließlich ging es los und wir machten uns auf den langen Weg durch die Berge, bis nach Rumphi und von dort weiter bis zum Nationalpark Eingang, dem Thazima Gate. Der Nyika Nationalpark erstreckt sich auf der malawischen Seite über 3104 km² und über ca. 70 km² in Sambia und befindet sich meist über 2000 m Höhe. Wir erreichten den Eingang gegen 13:30 Uhr und machten dort Pause, um zu Mittag zu essen. Anschließend fuhren wir die letzten 60 km im Nationalpark zu unserer Unterkunft, einem einfachen Jugendhostel, was noch mal über 3 Stunden dauerte. Auf dem Weg sahen wir zwei Elefanten, ein paar Zebras und Antilopen und sehr schöne Landschaften. Das Wetter und auch die Landschaft erinnerten teilweise sehr an Mitteleuropa, vor allem da unsere Unterkunft direkt neben einem Nadelwald gelegen war. Sobald die Sonne weg war kühlte es sehr stark herunter (ca. 10°), was nach den heißen Temperaturen in Chilumba eine ziemliche Umstellung war. Nach der Ankunft aßen wir zu Abend und Julia und ich spielten ein paar Gemeinschaftsspiele mit den Schülern.

Am nächsten Morgen wurde nach dem Frühstück um 8 Uhr eine Art Unterrichtsstunde veranstaltet, wo ein paar Park-Ranger etwas über die Geschichte und Gegenwart des Parks erzählten und die Schüler außerdem Gelegenheit hatten, Fragen zu stellen. Anschließend fuhren wir auf Game-Drive eine kleine Runde durch den Park und sahen sehr viele Zebras, Antilopen und Buschböcke. Die Straße war sehr holprig und wir mussten immer wieder aus dem Bus steigen, um zu schieben oder Steine wegzuräumen. Leider setzte der Bus auch einmal auf, sodass auf der linken Seite über dem Rad eine deutliche Verbiegung zu sehen war.


Am Nachmittag spazierten wir zur nahe gelegenen Chelinda- Lodge, einer Touristenunterkunft und bekamen dort eine kleine Führung. Währenddessen hatten die Jungen eine Fußballmannschaft im Mini-Dorf neben unserer Unterkunft gefunden, gegen die sie ein Spiel veranstalteten. Am Abend gab es wieder etwas zu essen, wir spielten Spiele und wärmten uns am Lagerfeuer.
Am Mittwoch nach dem Frühstück ging es wieder zurück nach Hause. Wir waren diesmal etwas schneller als bei der Hinfahrt, fuhren aber trotzdem ca. 8 Stunden. Dabei merkte man deutlich, wie es immer wärmer wurde, je tiefer und näher wir dem See kamen. Gegen 16 Uhr erreichten wir Chilumba, wo wir von den zuhause gebliebenen Internatsschülerinnen herzlich begrüßt und umarmt wurden.
Der Donnerstag und Freitag verlifen dann wieder relativ normal, wir unterrichteten und hatten unsere Ag´s (Zeichen-AG am Donnerstag und Schwimm-AG am Freitag).
Am Samstag ging ich am Vormittag nach Uliwa zum Einkaufen und als ich zurück kam, war Gladys bei uns. Sie blieb den ganzen Tag und abends kam auch Clifford von der Kirche zurück. Leider hatten wir mal wieder keinen Strom, was Julia und mich in dem Moment aber gar nicht so sehr störte. Clifford und Gladys waren allerdings sehr entschlossen, einen Elektriker aufzusuchen, der nicht weit entfernt wohnte. Julia und ich gingen also mit, der Elektriker konnte uns aber auch nicht helfen und sagte uns, wir sollten am nächsten Morgen die Stromgesellschaft anrufen.
Am Sonntag morgen wusch ich meine Wäsche und um 9:30 Uhr gingen Julia und ich zur „Born again full gospel church“. Der Pfarrer dort hatte Julia vor ein paar Tagen eingeladen, zur Sonntagsmesse zu kommen. Als wir dort ankamen, sprachen wir erst einmal mit dem Pfarrer, der sehr sympathisch war, und uns ein bisschen erzählte, worüber er heute predigen würde. Das fand nämlich auf Chitumbuka statt. Die Kirche war im Vergleich zu den anderen ziemlich klein und es waren nur ca. 15-20 Menschen dort. Die Stimmung war aber sehr schön und wir wurden sehr warm willkommen geheißen. Es wurde viel gesungen und alle schienen sehr leidenschaftlich bei der Sache zu sein. Um kurz nach 11 Uhr war die Messe schließlich vorbei, wir unterhielten uns noch ein bisschen mit dem Pfarrer und den anderen Mitgliedern und gingen dann nach Hause. Dort bastelte Julia einen Adventskranz aus Mangozweigen und ich stellte ein bisschen Weihnachts-Deko her, schließlich war heute der erste Advent.

Den restlichen Nachmittag und Abend verbrachten wir zuhause und als wir gegen 10 Uhr gerade entspannt mit Clifford auf der Terrasse saßen, kamen plötzlich zwei Jungen, die nach Patson (unserem Nachbarn) suchten, der aber nicht da war. Einer von ihnen (Emmanuel, ein Schüler aus Tawuka) hüpfte auf einem Bein und als wir fragten, was passiert sei, sagte er, er sei von einem Skorpion gebissen worden. Clifford, Julia und ich versuchten irgendwie zu helfen, Emmanuel schien nämlich sehr große Schmerzen zu haben. Schließlich beschlossen wir, ins Krankenhaus zu fahren. Wir gingen zur Straße, wo wir glücklicherweise schnell ein Auto fanden, das Emmanuel und mich nach St.Annes zum Krankenhaus brachte. Die anderen kamen kurz darauf nach. Im Krankenhaus kümmerten sich zwei Schwestern um ihn, gaben ihm Schmerzmittel und eine Infusion. Dann wurde er in ein Krankenzimmer gebracht und wir gingen mit. Kurz darauf war auch seine Mutter da, die das alles nicht so dramatisch zu sehen schien. Generell wurde die Stimmung bald etwas lockerer. Auch wenn Emmanuel immer noch Schmerzen zu haben schien, ging es ihm doch langsam besser und Julia, Clifford, Emmanuel’s Freund und ich machte uns gegen 23:30 Uhr wieder auf den Weg nach Hause, während die anderen die Nacht im Krankenhaus blieben.
Am Dienstag Nachmittag gingen Julia und ich nach der Arbeit zum See schwimmen, es war wieder ein sehr warmer Tag. Dort blieben wir den restlichen Nachmittag, aßen zu Abend und ließen uns dann gegen 20 Uhr mit dem Motorrad nach Hause fahren.
Am Mittwoch fuhr ich mit dem Fahrrad zum Kindergarten, nachdem ich meine Mathestunde gegeben hatte. Dort spielte und sang ich mit den Kindern und schaute kurz auch beim Unterricht der Vorschüler zu. In Bibelkunde wurde zum Beispiel über die Familienmitglieder und deren Aufgaben gesprochen. Auch wenn auf Chichewa unterrichtet wurde und ich deswegen nicht alles verstand, bekam ich doch so viel mit, dass die Aufgaben der Mutter und Schwester hauptsächlich beim Kochen, Wäsche waschen und putzen lagen.
Am Nachmittag kam Gladys mit zu uns und wir kochten zusammen Ziegenfleisch und Reis, was Gladys sehr lecker zubereitete.
Samstag, 9. November bis Mittwoch, 20. November
Am Samstag Vormittag waren wir zuhause und machten uns dann gegen 11:30 Uhr auf den Weg zur Tunduzi Lodge. Dort gingen wir schwimmen und trafen unter Anderem Clemens, ein deutscher auf Afrikareise, der dort zeltete. Wir verbrachten einige Stunden dort, schwammen, unterhielten uns mit den Leuten und machten ein bisschen Musik (einer der Gäste hatte eine Gitarre mitgebracht). Nachmittags fuhren wir dann mit Clemens nach Uliwa zum Markt, wo wir unseren Essensvorrat aufstockten und unter Anderem einen großen Fisch kauften. Diesen verarbeitete Julia dann zu sehr leckeren Fischfilets. Zusammen mit Clemens, Gladys und Clifford, die ebenfalls vorbeigekommen waren, kochten wir außerdem noch Soya-Pieces und Nyapeti brachte uns Nsima, was wir alles zusammen draußen auf unserer Terrasse aßen.

Die nächsten Tage in der Schule verliefen relativ normal, ich war viel damit beschäftigt, einen Schulausflug in einen Nationalpark zu organisieren.
Als
Julia und ich am Mittwoch nach der Mittagspause gerade im
Lehrerzimmer saßen, kam der Direktor herein und fragte, ob wir
gerade etwas wichtiges vorhatten. Als wir verneinten, bat er uns,
mitzukommen. Auf dem Weg nahmen wir auch noch Patson mit, der zwar
gerade unterrichtete, was aber in dem Moment von nicht zu großer
Bedeutung zu sein schien. Der Direktor erklärte uns, er wolle mit
uns nach Fulirwa fahren und mit den Mitgliedern des örtlichen
Wildlife-Clubs reden.
Julia und ich hatten nämlich eigentlich
vorgehabt, an diesem Wochenende mit ca. 30 Schülern in den Nyika
Nationalpark zu fahren. Wir hatten zwar auch schon einen Bus, einen
Guide und einen Übernachtungsplatz in einer Schule nahe des
Nationalparks organisiert, so ganz optimal war das Ganze aber nicht
geplant. In Malawi läuft eben Vieles über Kontakte, etwas, womit
Julia und ich noch ein bisschen zurückliegen. Deswegen waren wir
ziemlich froh, als der Direktor uns erklärte, dass die Wildlife-Club
Mitglieder uns möglicherweise helfen konnten, den Trip zu
planen.
Bevor wir aber dorthin fuhren, machten wir einen Stopp in
Uliwa, wo Felix uns alle auf eine Portion Pommes mit Getränk
einlud.
Anschließend fuhren wir ca. eine halbe Stunde nach
Fulirwa, am Fuß der Berge, die zwar schon zum Nyika Nationalpark
gehören, der Eingang ist allerdings woanders.
Dort wurden wir
von einigen Männern begrüßt, mit denen wir uns draußen vor deren
Büro setzten und uns unterhielten. Sie waren sehr freundlich und es
stellte sich heraus, dass es innerhalb des Nationalparks ein gratis
Hostel für die Schüler gab, in dem wir in der folgenden Woche zwei
Nächte verbringen konnten. Außerdem würde einer der Männer als
Guide mitkommen (K30000 – ca. 38€ für
zwei Tage). Und dadurch, das wir als Lernausflug und mit einem
Wildlife-Club Mitglied unterwegs sein würden, mussten wir auch alle
keinen Eintritt zahlen.
Die Männer schienen wirklich viel über
den Park und generell über die Tiere Malawis zu wissen und wir waren
ihnen und dem Direktor sehr dankbar für die Unterstützung und das
„Upgrade“ unseres Trips.
Als wir alles fertig besprochen
hatten, schauten wir uns noch kurz das „Powerhouse“ an, wo der
Strom für einen großen Teil von Malawis Northern Region produziert
wird. Im ganzen Land wird der Strom ausschließlich aus Wasserkraft
gewonnen!
Auch der Donnerstag und Freitag verliefen wieder relativ unspektakulär, Julia und ich unterrichteten und veranstalteten unsere AG´s.
Am Samstag ging Julia nach dem Frühstück zur Schule, um dort etwas zu klären. Als sie wieder kam, erzählte sie, dass heute anscheinend eine Lehrerfortbildung an der Chilumba Secondary School stattfand, an der wir teilnehmen sollten. Ungefähr eine halbe Stunde später machten wir uns also auf den Weg dorthin.
An der Schule angekommen (kurz nach 9), betraten wir den Saal, in dem schon einige Lehrer saßen und einem Mann bei einem Einführungsvortrag zuhörten. Wir waren leider zu spät und setzten uns schnell hin.
Kurz darauf wurde die Gruppe aufgeteilt und die Lehrer gingen in verschiedene Räume, je nach Unterrichtsfach.
Ich ging zu Mathematik, wo außer mir noch sage und schreibe 3 andere Lehrer waren.
In Paaren sollten wir je zwei Aufgaben lösen, in denen wir überlegen sollten, wie man den Schülern ein bestimmtes Thema am besten näherbringen konnte und am Ende wurde sich dann mit der anderen Gruppe ausgetauscht. An sich fand ich diese Vorgehensweise zwar ganz interessant und sinnvoll, ich hatte aber das Gefühl, dass es inhaltlich sehr spezifisch zu einem einzelnen Thema aus Form 3 war. Mir hätte es besser gefallen, wenn das Ganze etwas allgemeiner gestaltet worden wäre.
Nach ca. 2 Stunden in den Gruppen gab es Mittagessen. Dort trafen wir auch auf Patson, der uns erzählte, die Mitglieder aus dem Wildlife – Club hätten angerufen, dass unsere Unterkunft im Nationalpark für die kommende Woche doch schon gebucht sei, und wir daher auf eine Woche später ausweichen mussten. Diese Nachricht frustrierte uns schon ziemlich, wir hofften aber, dass es in der darauffolgenden Woche klappen würde.
Als alle fertig gegessen hatten, ging es gegen 14:00 Uhr im Plenum weiter. Es folgten drei Stunden, in denen verschiedene Schulinspektoren Vorträge über gesetzliche Regelungen oder andere Dinge hielten, die in Schulen zu beachten waren.
Auch wenn ich froh war, bei der Fortbildung dabei gewesen zu sein, fand ich vor allem den zweiten Teil sehr in die Länge gezogen. Vor allem, weil ich das Gefühl hatte, das vieles nur sehr oberflächlich gehalten wurde und dadurch auch nicht so interessant für mich war. Das ist aber nur meine persönliche Meinung und ich glaube Viele hatten schon das Gefühl, dass die Veranstaltung sehr sinnvoll war.
Als das Treffen um 17 Uhr schließlich vorbei war, machten Julia und ich uns auf den Weg zum See, der zu Fuß ca. 40 Minuten entfernt lag. Unterwegs kamen wir an einigen tiefen Löchern und Ziegeltürmen vorbei. Als wir einen Mann fragten, wofür diese gut waren, erklärte er uns, dass dort die Ziegel gebrannt wurden. Kurz darauf sahen wir auch einige Kinder, die Schlamm aus den Löchern in Ziegelformen füllten und anschließend zum Trocknen in die Sonne legten. Die so getrockneten Ziegel würden dann später gebrannt werden.
Am See angekommen, gingen wir schwimmen, unterhielten uns anschließend noch mit zwei Belgierinnen, die für drei Monate hier arbeiteten und ließen uns dann mit dem Motorrad nach Hause fahren.



Am Sonntag Vormittag gingen wir irgendwann zu Gladys und kochten mit ihr zusammen draußen Spaghetti. Als wir gegessen und ein bisschen entspannt hatten, beschlossen wir, zum See zu gehen. Julia und ich hatten aber eigentlich schon gestern vorgehabt, nach Karonga zu fahren, weil wir dort Kleber für den Swop Shop besorgen wollten (zum Plastik upcyceln). Da Clifford ebenfalls nach Karonga wollte, fuhr ich mit ihm zusammen dorthin.
Wir stiegen also in ein Sammeltaxi und eine gute Stunde später waren wir dort. Ich fand zwar keinen Kleber, wir gingen aber trotzdem zum Markt und kauften ein paar andere kleine Dinge. Außerdem wollte Clifford seinen Onkel besuchen, der aber leider nicht da war. Nachdem wir alles erledigt hatten, machten wir uns gegen 17 Uhr wieder auf den Rückweg nach Chilumba, wo ich direkt zu unserer Mentorin Mary ging, die uns heute zum Essen eingeladen hatte.
Julia und sie hatten Nsima mit Huhn gekocht, was sehr gut schmeckte. Zum Nachtisch gab es Mangos und gegen 19:30 Uhr brachten Mary und ihr Mann uns zurück nach Hause.
Währenddessen war es relativ windig und in der Ferne waren immer wieder Blitze zu sehen. Als wir zuhause waren, regnete es auch für einige Minuten. Anscheinend fängt jetzt langsam die Regenzeit an…
Am Mittwoch war ein normaler Unterrichtstag und ich gab eine Mathestunde über lineare Funktionen. Außerdem fing ich damit an, die Abschlussprüfung für Term 1 vorzubereiten, die in drei Wochen geschrieben wird. Am Nachmittag fuhren wir mit ein paar Schülern und Lehrern zur Unique Private Secondary School in Uliwa. Dort gibt es eine große Halle, in der eine Art Talentshow stattfinden sollte. Wir setzten uns also vor die Bühne. Bevor es losging, wurde Musik angeschaltet und ein bisschen getanzt. Dann gingen nacheinander Schüler aus Tawuka und Unique auf die Bühne und trugen vor, was sie vorbereitet hatten. Die meisten sangen oder tanzten, es gab aber auch kleine Schauspieleinlagen und eine Schülerin hielt eine kurze Rede darüber, dass auch Menschen mit HIV und Aids Liebe und Respekt verdient hatten. Die Stimmung warr sehr gut und die Schüler auf der Bühne wurden lautstark bejubelt. Gegen 18 Uhr war das Programm vorbei und wir gingen zurück nach Hause. Auf dem Weg trafen wir Clifford, der ebenfalls nach Hause ging.

Montag, 28. Oktober bis Sonntag, 03. November
Am Montag und Dienstag verbrachten wir jeweils ca. 2 Stunden im Kindergarten, wo wir uns mit den Kindern beschäftigten. Den Rest der Zeit verbrachten wir in der Schule mit Unterrichten oder im Swop-Shop. Am Montag Nachmittag gab es eine Lehrerversammlung, wo einzelne Fächer etwas anders zwischen den Lehrern aufgeteilt wurden, sodass ich jetzt nur noch Form 2 unterrichte.

Am Mittwoch waren wir am Nachmittag wieder im Kindergarten und als wir wieder zurück zur Schule kamen, warteten sehr viele Kinder auf uns, die ihr gesammeltes Plastik abgeben wollten. Die Eröffnung des Swop-Shops hatte sich also sehr schnell herumgesprochen. Wir wogen das Plastik und die Kinder konnten sich etwas dafür im Shop aussuchen. Insgesamt brachten sie über 100kg Plastik. Anschließend fuhren wir mit drei anderen Lehrern nach Uliwa, um unseren Vorrat im Shop wieder aufzustocken.


Auch am Donnerstag verbrachte ich sehr viel Zeit im Swop-Shop, machte Preisschilder, usw. Julia fuhr mit einigen Schülern nach Uliwa, um das gesammelte Plastik dort verbrennen zu lassen. Gegen Mittag kamen wieder sehr viele Kinder (mehr als am Tag davor), um ihr Plastik abzugeben. Wir blieben also wieder relativ lange in der Schule.
Gegen Abend bekamen wir Besuch von Sam, der für eine Local-Development Organisation arbeitet und den wir in der vorigen Woche kennengelernt hatten. Wir unterhielten uns ein bisschen auf unserer Terrasse und gingen dann in Uliwa etwas Essen.
Am Freitag Morgen ging Julia zu einer kleinen Tanzaufführung mit einigen Frauen aus der Nachbarschaft. Sie hatte ihnen am Tag davor beim Proben zugesehen und war gleich eingeladen worden, mitzumachen. Ich ging auch mit, allerdings nur zum Zuschauen (auch wenn ich sehr oft gefragt wurde, ob ich denn nicht auch mitmachen will).
Als ich ein bisschen zugesehen hatte, ging ich um 10 Uhr zur Schule, um zu unterrichten.
Als ich fertig war, wurde mir Kinnear, der Vorsitzende einer NGO vorgestellt und ich unterhielt mich mit ihm. Er möchte an der Schule ein Projekt starten, wo Mädchen und Frauen nähen beigebracht wird, sodass sie sich am Ende damit möglicherweise etwas dazuverdienen können. Die Idee ist, unsere beiden Projekte zu kombinieren, so dass wir die genähten Produkte im Swop-Shop anbieten können, um das Ganze lokaler und nachhaltiger zu gestalten. Wie gut das funktioniert wird sich noch herausstellen.
Gegen Mittag kamen wieder sehr viele Kinder mit Plastik, das ich annahm und am Nachmittag mit Joha (dem Fahrer der Schule) und ein paar Schülerinnen nach Uliwa brachte.

Da der Bankautomat in Uliwa seit einigen Tagen nicht funktioniert und Julia und ich kaum noch Bargeld hatten, machten wir uns gegen 16:30 Uhr auf den Weg nach Karonga, eine Stadt ca. 70 km entfernt, da dort der nächste Geldautomat war. Ohne Bargeld kann man hier in Chilumba nämlich so gut wie nirgendwo bezahlen. Praktischerweise musste Sam auch dorthin, um sein Auto neu aufzutanken (in Chilumba gibt es keine Tankstelle) und er nahm uns mit. In Karonga gingen wir zur Bank, in einen Supermarkt, wo wir ein paar Dinge für den Swop-Shop kauften (z.B. Fußbälle) und fuhren anschließend zum See schwimmen. Gegen 20 Uhr fuhren wir wieder zurück nach Hause.
Am Samstag morgen gingen wir zum Haus von Denis, einem unserer Lehrerkollegen und holten ihn ab, um mit ihm zusammen nach Livingstonia zu fahren. Livingstonia ist ein Dorf auf einem Berg, ca. eine Stunde entfernt und wurde uns von Vielen empfohlen. Denis wollte dorthin, um seinen Bruder zu besuchen, also fuhren wir erstmal zusammen in einem Minibus nach Chitimba, gut 25 Minuten entfernt. Von dort führt eine sandige, steinige und kurvige Straße die letzten 12 km den Berg nach oben.
Julia und ich setzten uns jeweils hinten auf ein Motorrad und wurden zur Mushroom Farm gebracht, wo wir übernachten wollten. Die Mushroom Farm ist eine Öko-Lodge direkt am Berghang gelegen, wo man Zelten kann (wie Julia und ich), es gibt aber auch einige kleine Hütten, die man mieten kann.

Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten, genossen Julia und ich noch ein bisschen die Aussicht und machten uns dann gegen 12 Uhr auf den Weg. Wir wollten zu den nahe gelegenen Manchewe Wasserfällen wandern. Auf dem Weg schauten wir uns außerdem ein weiteres Öko-Camp und dessen Bio-Garten an, wo einiges an Kräutern, Gemüse und Früchten angebaut wurde.

Die Wanderung zu den Wasserfällen war sehr schön, wir hatten von mehreren Stellen eine beeindruckende Aussicht und durch die Bäche, die hier entlang fließen, war es teilweise auch sehr grün. Damit unterschieden sich die Pflanzen hier deutlich von der Umgebung, wo es jetzt im wärmsten Abschnitt der Dry-Season sehr trocken ist.


Nachdem wir die Wasserfälle erkundet hatten, gingen wir weiter nach Livingstonia, was noch ca. 4 km entfernt weiter oben am Berg lag. Nach einer guten Stunde erreichten wir das Dorf, das dann doch etwas kleiner war, als erwartet. Wir schauten uns den Campus der örtlichen Universität an und trafen zwei nette Mädchen, mit denen wir uns unterhielten und die uns auch dabei halfen, ein Motorrad zu finden, was uns zurück zur Mushroom Farm bringen konnte (mittlerweile war es ca. halb 6).
Dort angekommen bestellten wir uns etwas zu trinken und Abendessen. Während wir warteten, kam eine 8-köpfige Band aus der Gegend, die Musik machten und tanzten.
Als ich am Sonntag morgen aus dem Zelt schaute, wurde ich von einer atemberaubenden Aussicht begrüßt. Ich ging zu Julia zur Bar/Restaurant, wo wir uns ein sehr leckeres Frühstück bestellten und den Morgen verbrachten.

Um 11 Uhr wurden wir von zwei Motorradfahrern abgeholt, die uns wieder den Berg nach unten brachten. Unten in Chitimba angekommen, machten wir uns auf den Weg zum Chitimba Camp, eine Backpackerlodge direkt am See. Dort verbrachten wir den Nachmittag, gingen schwimmen und unterhielten uns mit den anderen Gästen, die Reisegruppen angehörten und auf einem Roadtrip durch Ostafrika waren. Malawi war dabei nur ein 4-tägiger Zwischenstopp.
Als die Sonne langsam tiefer wanderte, gingen Julia und ich zur Straße und fuhren per Anhalter nach Chilumba, wo wir pünktlich um 18 Uhr ankamen und fröhlich von unseren Nachbarn begrüßt wurden.
Samstag, 19. Oktober bis Sonntag, 27. Oktober
Am Samstag Morgen fuhr ich mit dem Fahrrad zur Chilumba Secondary School, um unsere Freundin Martha zu besuchen. Julia war derweil mit Gadys (Lehrerkollegin) in Uliwa zum einkaufen.
Die Chilumba School ist eine staatliche Schule mit einem riesigen Campus. Martha brachte mich in ihr Internatszimmer, wo ich mich mit ihr und einigen Ihrer Freundinnen unterhielt, während mir von ein paar von ihnen die Haare geflochten wurden.
Um kurz nach 10 fuhr ich schließlich zurück nach Hause, wo Gladys und Julia mit Kochen beschäftigt waren. Ich schloss mich Ihnen an, wir wollten nämlich Fingerfood für eine Überraschungsparty vorbereiten. Daniel, einer unserer Kollegen hatte heute Geburtstag.
Vorher gab es jedoch gegen 14:30 Uhr eine Art Disko in der Schule, wo wir ein bisschen zusahen und mittanzten. Dabei war es sehr interessant zu sehen, wie sexuell die Tänze teilweise waren, während es sonst kulturell überhaupt nicht gerne gesehen wird, wenn Paare in der Öffentlichkeit Zärtlichkeiten austauschen.
Um 17 Uhr fuhren wir zum See, wo wir mit einigen der anderen Lehrer einen netten Abend verbrachten.
Am Sonntag gegen 15 Uhr machte ich mich auf den Weg, um Richtung See zu fahren. Dort wollte ich auf einen kleinen Hügel hinauf wandern, um mir die Aussicht anzuschauen. Cliffort kam mit mir mit und wir ließen uns ein kleines Stück mit dem Taxi zum Markt fahren, von wo wir den Rest zu Fuß gingen.
Wir fanden bald einen Pfad, der bergauf führte und gingen nach oben. Es war wirklich sehr schön und wir gingen ein bisschen hin und her, um verschiedene Aussichten zu genießen. Als die Sonne langsam hinter den Bergen verschwand, gingen wir wieder nach unten, wo wir kurz bevor es ganz dunkel war, ankamen.



Heute war Sonntag, das bedeutete, dass die Ilala (ein Schiff, was den Malawisee entlang fährt) heute Abend in Chilumba ankommen würde. Wir hatten sie auch schon von oben gesehen. Also gingen wir ca. eine halbe Stunde am Seeufer entlang, bis wir den Hafen erreichten. Dort stieß auch Julia zu uns. Das Schiff hatte schon im Hafen angelegt und wir gingen zum Tor, wo schon einige Menschen warteten, um hineingelassen zu werden. Wieder einmal war Julias und mein Melaninmangel von Vorteil, denn wir durften zusammen mit Cliffort als erste zum Schiff gehen.
Wir betraten die Ilala, sahen uns um, machten einige Fotos und hatten viel Spaß dabei. Als wir alles gesehen hatten, verließen wir das Schiff wieder und machten uns mit einem Sammeltaxi auf den Weg zurück nach Hause, wo wir gegen 20 Uhr ankamen.
Am Montag war wieder Assembly und das nutzte ich dazu, um den Schülern unser Plastikprojekt vorzustellen. Am Nachmittag betrat ich einen leeren Klassenraum der Tawuka School, in dem Julia und ich den Swop Shop eröffnen wollten. Einige der Form 2 Schüler fegten und wischten den Raum und kurze Zeit später war er sauber. Ich bekam vom Direktor und vom Schulleiter die Schlüssel ausgehändigt (3 Schlösser).
Am Dienstag brachten Julia und ich die Sachen, die wir schon für den Swop-Shop besorgt hatten, dorthin und arrangierten sie auf einem Tisch. Aus Holz bastelten wir Kleiderbügel, an denen wir einige der Kleidungsstücke aufhängten.

Nach der Schule fuhren Julia und ich per Anhalter zum See, was wieder einmal sehr gut funktionierte. Am Strand angekommen, sprangen wir ins sehr stille Wasser. Als wir wieder aus dem Wasser kamen, blieben wir noch ein bisschen am Strand, spielten mit ein paar Kindern und sahen den Fischern bei ihrer Arbeit zu. Anschließend fuhren wir mit einem Motorrad Taxi nach Hause.

Am Mittwoch gingen wir wieder zur Schule. Für heute hatte der Direktor geplant, mit den Form 1 Schülern nach Uliwa zu fahren und Plastik zu sammeln. Vorher wurde aber alles in einem Lehrer-Meeting besprochen. Außerdem wurde ein anderes Problem diskutiert: die Schüler hatten den Tag davor nicht zu Mittag gegessen, weil sie gegen den zu einseitigen Speiseplan demonstrieren wollten.
Als ein bisschen darüber geredet worden war, war das Meeting beendet und Julia und ich bereiteten uns und die Schüler auf den Trip nach Uliwa vor. Die Schüler wurden in Gruppen unterteilt, wir nahmen eine Wage, Schaufeln und Handschuhe mit und fuhren dann mit 53 Schülern, dem Direktor und zwei Lehrern nach Uliwa. Die Schüler sammelten fleißig Plastik, was Julia und ich vor Ort Wogen. Je nach Gewicht bekamen die Schüler Punkte, mit denen sie dann später etwas im Swop- Shop kaufen konnten. Insgesamt sammelten die Schüler innerhalb von ca. 30-45 Minuten 202 kg Plastik, was mit dem Lastwagen wenige Meter entfernt zum Verbrennen gebracht wurde. Ein paar Plastikflaschen sortierte Julia aus, um daraus etwas zu basteln.



Als wir in der Schule ankamen, saßen die Schüler alle versammelt auf dem Schulhof: sie demonstrierten immer noch gegen den Speiseplan. Ihre Forderung: 4 mal im Monat Fleisch und 4 mal im Monat Reis statt Nsima. Der Direktor und ein paar andere Angestellte diskutierten die Forderung und traten schließlich an die Schülerschaft heran, mit der Aussage, es würde 2 mal im Monat Reis und 2 mal Fleisch geben, da das Geld für mehr nicht reichte, weil noch nicht alle der Schüler ihre Schulgebühren bezahlt hatten. Es wurde noch kurz ein bisschen herumdiskutiert, dann war die Versammlung beendet, ebenso wie der Unterricht für diesen Tag.
Gegen 15 Uhr ging ich schließlich nach Hause, um meine Wäsche zu waschen, während Julia zum Einkaufen nach Uliwa fuhr.
Als ich am Donnerstag zur Schule kam, hatte ich eigentlich vor, in der ersten Stunde in Form 1 zu unterrichten. Jedoch war der Hungerstreik der Schüler mittlerweile zu einem Unterrichtsstreik geworden, sodass sie auf dem Schulhof blieben, statt die Klassenräume zu betreten. Der Direktor, Schulleiter und stellvertretende Schulleiter diskutierten derweil die weitere Vorgehensweise.
Den restlichen Vormittag wurde wieder viel mit den Schülern verhandelt und anscheinend hatten sie am Ende den Vorschlag des Direktors akzeptiert. Trotzdem gingen die Schüler gegen 11 Uhr nach Hause, während wir Lehrer noch blieben.
Um 15 Uhr gingen Julia und ich nach Hause, von wo wir uns direkt auf den Weg zum See machten. An der Tunduzi Lodge angekommen, gingen wir schwimmen, kauften uns was zu trinken und entspannten am Strand. Als es langsam dunkel wurde, beschlossen wir, dort zu essen und bestellten uns eine Portion gebratenen Chambo (Fisch) mit Pommes und Salat. Nach dem Essen wurden wir mit dem Motorrad der Lodge bis zur Tawuka School gebracht. Insgesamt bezahlten wir für die beiden Getränke, die große Portion Fisch und den ca. 5 km weiten Weg nach Hause 5300 Kwacha (ca. 6,63€).
Am Freitag hatte sich die Lage in der Schule wieder normalisiert und der Unterricht ging normal weiter. In der Mittagspause ließen Julia und ich die Schüler, die beim Plastikeinsammeln mitgeholfen hatten in den Swop-Shop, wo sie sich was aussuchen konnten. Manche konnten sich sogar ein Paar Schuhe oder eine Hose leisten.
Am Nachmittag fuhren wir wieder mit einigen Schülern zum See. Diesmal mussten wir einen kleinen Umweg fahren, weil die Verkehrspolizei die Straße kontrollierte. Um sie zu umfahren, mussten wir also einige der engen sandigen Wege zwischen den Feldern benutzen, was erstaunlicherweise aber ganz gut funktionierte. Der Swimming-Club lief diese Woche echt gut und gegen 17:30 Uhr waren wir wieder in der Schule.

Dort hatten ein paar Schülerinnen in der Zwischenzeit fleißig Plastik gesammelt, was sie uns zum wiegen in den Swop-Shop brachten.
Anschließend gingen Julia und ich nach Hause, kochten Kohl und Kartoffeln und aßen das ganze mit unseren Nachbarn, die Nsima gekocht hatten, unterm Sternenhimmel.
Am Samstag Vormittag kam Gladys vorbei und verbrachte den ganzen Tag bei uns. Am Vormittag machten Julia und ich Pfannkuchen, weil es Julia letzte Woche das erste mal gelungen war, Mehl ausfindig zu machen.
Gegen 14 Uhr ging ich mit Patson und zwei anderen Lehrern ca. 40 Minuten in ein nahegelegenes Dorf, wo wir uns Malipenga, einen traditionellen Tanz aus der Gegend anschauten.
Wie mir erklärt wurde, tragen die Tänzer Soldatenuniformen, weil der Tanz Ende des 19. Jahrhunderts getanzt wurde, wenn die Menschen in den Krieg gezogen sind.

Am Sonntag Nachmittag fuhren wir mit dem Direktor und ein paar Schülerinnen Richtung Norden zu einer großen Reisplantage. Dort wollten wir schon geerntetes Gras sammeln, als Futter für die Schulziegen. Wir fuhren ca. eine halbe Stunde dorthin und kurvten ein bisschen zwischen den Reisfeldern herum, bis wir eine Stelle fanden, wo wir die Gräser aufsammeln und auf die Ladefläche des Lasters tun konnten.
Auf dem Weg zurück kamen wir in ein Dorf, wo einige der Schülerinnen ursprünglich herkamen. Eine von ihnen stellte uns ihren Vater vor und sie zeigten uns eine Reismühle. Schließlich setzten wir uns auf das Heu auf der Ladefläche und fuhren zurück zur Schule.
Es war echt interessant gewesen, zu sehen wo und wie der Reis angebaut wird. Außerdem war die Landschaft dort echt schön und grün durch den Fluss, der dort entlang fließt.



Montag, 7. Oktober
Heute ging ich alleine zur Schule, wo ich um 7:00 Uhr ankam. Julia war schon dort, weil sie diese Woche zusammen mit Patson „on duty“ war. Das bedeutet, dass sie mehr oder weniger die Ansprechpartnerin für die Schüler ist und dafür verantwortlich, dass sie ihre Aufgaben gut erledigen. Außerdem durfte sie im assembly die wöchentliche Ansprache halten, die die Schüler unter anderem daran erinnert ihre Schulgebühren zu zahlen und ihre Schuluniform zu tragen.
Als ich die Schule erreichte, hatte das assembly leider schon angefangen und ich setzte mich schnell dazu. Kurz darauf kamen auch die KUKUK-Leute dazu und sagten noch kurz was zum Spielplatz. Dann wurde das assembly auch bald mit der Nationalhymne beendet und alle gingen in ihre Klassenräume. Als um 7:50 Uhr die zweite Stunde anfing, ging ich zu Form 2 und gab eine Unterrichtsstunde über die Außenwinkelsumme von Dreiecken. Anschließend verbrachte ich die Zeit wieder mit Unterrichtsvorbereitung und anderen kleinen Dingen, bis ich um 11:20 Uhr auch in Form 1 unterrichtete. Danach war Mittagspause, ich aß mein Nsima und meldete mich dann beim Schulleiter ab, um nach Uliwa zu fahren. Ich stieg in ein Sammeltaxi und ließ mich für 200 Kwacha (ca. 0,25€) dorthin bringen. Dieses mal waren die Kleider fertig und ich konnte sie mitnehmen. Anschließend fuhr ich wieder zurück zur Schule, wo ich gegen 13:30 Uhr ankam.
Als Julia aus der Bibliothek kam und wir uns gerade die Kleider genauer anschauen wollten, kam eine Schülerin aus Form 2, um Julia zu holen. Kurz darauf kamen die beiden zurück und trugen Esther, eine der Schülerinnen ins Lehrerzimmer. Sie war nicht wirklich ansprechbar, atmete sehr schnell und hielt sich das Herz. Wir kümmerten uns um sie (vor allem Julia) und legten sie schließlich auf den Boden, wo wir ihre Füße und ihren Kopf mit Wasser kühlten und ihr Luft zufächerten. Bald schien es ihr besser zu gehen, sie schlief aber sehr tief und war nicht ansprechbar. Wir fanden heraus, dass sie generell Herzprobleme hatte. Als um 15:00 Uhr ein kleiner Teil der KUKUK-Crew kam, um Schüler abzuholen, stiegen Julia und Patson mit Esther ins Auto, um sie zum nächsten Krankenhaus zu bringen. Dort bekam sie eine Infusion und es ging ihr langsam besser. In der Zwischenzeit fuhr ich mit einigen Mädchen und Cliffort zum Kindergarten, um dort mitzuarbeiten. Cliffort und ich gruben Löcher, wo wir Autoreifen als Unterlage für eine Wippe eingruben. Am Ende schraubten wir die Wippe fest.
Ich ging zu den Schülerinnen, die gerade fröhlich die neuen Schaukeln ausprobierten. Kurz darauf gab es Musik und sie brachten mir ein paar malawische Tanz-Moves bei (sagen wir mal so: ich bin nicht gerade die beste Schülerin). Um 17 Uhr brachte Johannes (einer von KUKUK) die Schülerinnen wieder zurück zur Schule und anschließend fuhren wir zum Krankenhaus, um Julia, Esther und Patson abzuholen. Esther konnte mittlerweile wieder selber gehen und wir brachten sie zurück zur Schule in ihr Internatszimmer. Ich blieb bei ihr, während Julia kurz nach Hause ging, um ihr Suppe zu kochen (Nsima wäre wahrscheinlich ein bisschen viel gewesen). Während ich wartete, kamen ein paar der Schülerinnen, die mit Esther in einem Zimmer wohnen, um dort zu essen. Kettness, eine meiner Form 1 Schülerinnen hatte mir auch etwas Nsima mitgebracht und wir aßen zusammen auf dem Zimmerboden. Eine andere der Schülerinnen brachte mir eine Packung Jiggies (ein sehr leckerer Snack aus Mais und jeder Menge Geschmacksverstärker), die ich mit Julia teilte, als sie mit der Suppe wiederkam. Esther aß ein bisschen von der Suppe und den Rest teilten sich ein paar der anderen Schülerinnen. Julia und ich bekamen von zwei anderen Schülerinnen auch noch jeweils eine Packung Jiggies (einmal Käsegeschmack, einmal BBQ) und Jayce, die mit uns zusammen im Zimmer saß, füllte meine leere Wasserflasche mit Saft. Als wir uns noch ein bisschen mit den Schülerinnen unterhalten hatten und die Suppe aufgegessen war, verließen Julia und ich das Mädcheninternat. Draußen waren die restlichen Schülerinnen ganz still und leise mit lernen beschäftigt.
Als Julia und ich nach Hause kamen, war es 19 Uhr und wir probierten endlich unsere neuen Kleider an. Als wir diese Nyapeti präsentierten, reagierte sie sehr begeistert und auch unsere anderen Nachbarn freuten sich sehr.

Dienstag, 8. Oktober
Julia musste wieder gegen 6 Uhr zur Schule, ich kam eine Stunde später nach. Wir hatten beide eines unserer neuen Kleider angezogen und bekamen von vielen Schülern und Lehrern Komplimente dafür („You look nice, Madam!“). Sonst lief in der Schule alles relativ normal. Heute brauchten die KUKUK-Leute keine Schüler zum helfen, weshalb Julia und ich um 15 Uhr die Schule verließen. Vor der Schule wartete Cliffort auf uns, der wieder extra früher von der Arbeit gegangen war, um mit uns beim Spielplatzbau zu helfen. Also beschlossen wir, trotzdem hinzufahren, eben nur zu dritt. Wir stellten uns an den Straßenrand und das erste Auto, das wir anwinkten, nahm uns auch gleich mit – ein Mann auf dem Weg nach Karonga. Er setzte uns auf der Höhe des Kindergartens ab und wir gingen die letzten Meter zu Fuß und schauten uns ein bisschen die Fortschritte auf der Baustelle an. Als für den Tag Feierabend gemacht wurde, stiegen wir alle zusammen ins Auto, setzten Cliffort an der Schule ab und fuhren mit den anderen mit zum See, wo wir schwimmen gingen und noch bis ca. 19 Uhr am Strand blieben. Anschließend ging es wieder zurück nach Hause.
Mittwoch, 9. Oktober
Ich ging zur Schule und hatte um 7:50 Uhr meine erste Unterrichtsstunde. In der Mittagspause gab es heute zum ersten Mal nicht Nsima sondern Reis mit Bohnen. Diesmal bekam ich es sogar hin, diesen mit der Hand zu essen! Heute war der Spielplatz in Majaliro fertig, weshalb wir um kurz vor 15 Uhr alle Schüler, die im Laufe der letzten Woche dort gearbeitet hatten, einsammelten und auf die Ladefläche des Lastwagens klettern ließen. Es waren einige. Auch ein paar der anderen Lehrer und der Schulleiter kamen mit und zusammen wurden wir von Joha, dem Chauffeur der Schule zum Kindergarten gefahren. Währenddessen sangen die Schüler fröhlich, vor allem als wir auf das Kindergarten-Gelände rollten. Es sollte eine kleine Eröffnungsparty für den Spielplatz geben, die daraus bestand, dass alle Geräte von den Schülern und den ganzen Kindern, die ebenfalls da waren, benutzt und ausprobiert wurden. Besonders beliebt waren die Schaukeln, die Wippe und die Rutsche. Außerdem wurde viel Seilgesprungen, gesungen und getanzt. Der Schulleiter hielt eine kurze Dankesrede und die Stimmung war sehr fröhlich und ausgelassen.
Gegen 16 Uhr fuhren die Schüler wieder zurück zur Schule, und verabschiedeten sich lautstark. Julia fuhr mit, weil sie zusammen mit Patson Esther besuchen wollte, das Mädchen, dass vor zwei Tagen ins Krankenhaus gebracht worden war und die gerade bei ihrer Stiefmutter war. Ich fuhr mit den anderen Freiwilligen wie auch schon an den vorherigen Tagen zum See. Eigentlich hatte Julia nachkommen wollen, hatte es aber doch nicht geschafft, weil sie Patson nicht wie geplant an der Schule vorgefunden hatte. Ich blieb mit den anderen wieder bis ca. 19 Uhr am See, dann brachten sie mich zurück zur Straße, von wo aus ich das letzte Stück zu Fuß zurücklegte.
Als ich zuhause ankam, saß Julia mit unseren Nachbarn draußen auf ein paar Matten. Sie schauten sich auf Patsons Laptop ein paar nigerianische Musikvideos an. Ich setzte mich dazu und Patson schaltete eine Film ein, ebenfalls aus Nigeria. Julia ging bald schlafen, ich blieb noch ein bisschen sitzen. Währenddessen betonte Patson, dass dies unser Zuhause und wir alle eine Familie waren. Kurz darauf kam Patsons Frau und brachte uns Nsima mit Rindfleisch und Kartoffel-Blättern, die sehr gut schmeckten, ein bisschen wie Spinat. Patson und ich aßen und als wir fertig waren nahmen sich Nyapeti, Patsons Frau und die beiden Töchter Emile und Seila selbst etwas zu essen. Ich bedankte mich für das Essen, woraufhin Patson abwinkte und mich fragte, warum ich mich zuhause für das Essen bedankte. Ich blieb noch eine Weile sitzen, genoss die Nachtluft, schaute den dramatischen Film fertig und ging dann nach drinnen, um ebenfalls ins Bett zu gehen.

Donnerstag und Freitag, 10. und 11. Oktober
Am Vormittag war normaler Unterricht und am Nachmittag fanden die AG´s statt, sodass ich endlich meinen Drawing Club beginnen konnte. Ungefähr 30 Schüler nahmen daran teil. Allerdings war ich noch nicht ganz so gut vorbereitet, weil ich noch keinen Überblick über die zur Verfügung stehenden Materialien hatte. Es lief aber trotzdem ganz gut.
Am Freitag fuhr Julia mit Esther nach Karonga ins Krankenhaus, um ihre Herzfunktion zu testen, war aber um 10 Uhr wieder zurück. Ich verbrachte den Tag mit Unterrichten, in der Bibliothek und damit, den Schulköchen dabei zuzusehen, wie sie in riesigen Töpfen für die Schüler und Lehrer Nsima zubereiteten. Um kurz nach 15 Uhr, als der Unterricht für diesen Tag beendet war, war es Zeit für den Swimming Club. Julia und ich fuhren mit 16 Schülern und drei anderen Lehrern auf der Ladefläche des Trucks zum See. Vorher machten wir aber noch Halt in Uliwa, um dort Benzin zu kaufen. Weil es hier in der Gegend aber keine Tankstelle gibt, wird das Benzin mithilfe von einem Gartenschlauch aus einem Kanister in alte Wasserflaschen gefüllt. Von dort wird eine halb aufgeschnittene Plastikflasche als Filter benutzt und das Benzin wird ins Fahrzeug geschüttet.
Auf dem Weg zum See waren alle gut drauf und die Schüler pflückten immer mal wieder Mangos von den Bäumen unter denen wir durchfuhren. Auch der Swimming Club machte ziemlich viel Spaß und kurz bevor es dunkel wurde fuhren wir wieder zurück.
Samstag und Sonntag, 12. und 13. Oktober
Den Samstag Vormittag verbrachten wir Zuhause, erledigten ein paar Hausarbeiten und gingen dann gegen 10 Uhr mit Bax nach Uliwa. Dort besorgten wir einige Sachen für ein Plastik-Projekt, das Julia geplant hatte und das wir zusammen umsetzen wollten.
Wir wollen einen Swop-Shop eröffnen, wie der, in dem die Freiwilligen in Senga Bay arbeiten (Jana und Phöbe). Das Prinzip dahinter ist, dass die Menschen aus der Umgebung ihr gesammeltes Plastik vorbeibringen, um es dort zu wiegen. Je nach dem, wie viel Plastik sie bringen, bekommen sie Punkte, mit denen sie sich Gegenstände im Shop kaufen können, statt mit Geld zu bezahlen. Das so gesammelte Plastik wird dann entweder geordnet verbrannt oder benutzt, um alle möglichen verschieden Gegenstände daraus zu basteln. Diesen Shop hofften wir in einem leeren Klassenraum auf dem Schulgebäude aufbauen zu können und wollten am nächsten Tag mit dem Direktor darüber sprechen.
Um möglichst bald anfangen zu können, gingen wir zu einem Second-Hand Shop in Uliwa, um die ersten Artikel für den Swop-Shop zu kaufen.
Nach unserer Shopping-Tour gingen wir zurück nach Hause und aßen zu Mittag. Anschließend fuhren wir mit einem Sammeltaxi zu einer Lodge namens Maji-Zuwa (Wasser und Sonne), ein paar Kilometer entfernt. Dort sprangen wir ins klare Wasser und genossen mal wieder eine Nachmittags-Schwimmeinheit.
Auch den Sonntag Vormittag verbrachten wir hauptsächlich zuhause und besuchten zwischendurch kurz unsere Mentorin Mary, die wir seit mehr als einem Monat nicht gesehen hatten, weil sie in den letzten Wochen viel mit ihrem kranken Bruder unterwegs gewesen war.
Am Nachmittag gegen 15 Uhr fuhren wir mit unseren Fahrrädern zum Sportplatz in St. Anne´s. Dort fanden heute sowohl Korfball (Mädchen) als auch Fußballspiele (Jungen) von der Tawuka School gegen die Unique School aus Uliwa statt. Diese Spiele sind immer ein ziemliches Event und fast alle Schüler und Lehrer kommen, um zuzusehen und die Tawuka Schüler anzufeuern. Im Korfball gewann Tawuka und das Fußballspiel ging 1:1 aus. Die Stimmung war sehr gut, wir unterhielten uns mit ein paar Schülern und Lehrern und kurz vor 18 Uhr waren die Spiele vorbei und wir gingen nach Hause.


Montag, 15. Oktober
Wir gingen zur Schule, wo wie jeden Montag das assembly stattfand. Diese Woche führte der Drama Club ein kurzes, sehr gutes Theaterstück auf. Es handelte davon, dass ein Vater für seinen behinderten Sohn nicht das Schulgeld zahlen wollte, woraufhin seine Frau und ein paar andere Personen ihn überzeugten, es doch zu tun. Vor allem durch Darius, der den Vater spielte, wurde das Stück sehr lustig und auch die Schüler hatten ihren Spaß.
Nach dem assembly ging es weiter mit dem normalen Unterricht. Am Nachmittag fingen Julia und ich damit an, Infoplakate für unser Plastikprojekt zu gestalten. Anschließend wollten wir dem Direktor die Idee vorstellen, der auch gleich den Schulleiter und den stellvertretenden Schulleiter dazuholte. Wir erklärten, was wir planten und alle drei schienen die Idee ziemlich gut zu finden und hatten auch eigene Vorschläge, wie man das Ganze erweitern konnte. Das Gespräch dauerte eine gute Stunde und gegen 18 Uhr waren Julia und ich Zuhause, wo wir zu Abend aßen. Kurz nach dem Essen beschlossen wir, Bax zu besuchen, der direkt neben dem Direktor wohnt, um mit ihm einen Film zu schauen (wir selber hatten nämlich keine). Unser Plan ging aber ein bisschen nach hinten los, denn dort angekommen ging Bax mit uns zu Felix und seiner Frau ins Wohnzimmer, wo gerade das Abendessen aufgetischt wurde. Auch wenn wir es versuchten, konnten Julia und ich niemanden davon überzeugen, dass wir nichts zu Essen brauchten, weil wir das schon zuhause getan hatten. Wir aßen also ein bisschen von dem Reis mit Bohnen und Mphangwe. Kurz nach dem Essen gingen wir wieder nach Hause, wohin Bax uns begleitete und noch ein bisschen bei uns blieb. Mittlerweile war auch Cliffort gekommen.
Dienstag
Heute war Mothers Day, was in Malawi ein offizieller Feiertag ist. Deswegen war heute auch kein Schulbetrieb. Allerdings hatte der Direktor die Lehrer gebeten um 8 Uhr für ein Lehrertreffen in die Schule zu kommen. Er war in der Woche davor nämlich in Botswana bei einer weltwärts Konferenz gewesen und wollte berichten, was dort so besprochen wurde. Außerdem wurde die Gelegenheit auch dazu genutzt, sich über andere Fragen und Anmerkungen auszutauschen. Felix erzählte, dass bei der Konferenz entschieden wurde, zusätzlich zu den deutschen Freiwilligen auch junge Menschen aus Malawi nach Deutschland zu schicken, was ebenfalls von der deutschen Regierung (genauer gesagt dem BMZ) unterstützt wird. Diesen sogenannten Süd-Nord Austausch gibt es zwar schon seit ein paar Jahren, allerdings bis jetzt noch nicht in Malawi, weshalb es ziemlich gute Neuigkeiten waren.
Nach knapp zwei Stunden war das Treffen vorbei, weil der Direktor (aber auch ein paar andere) dazu neigen, sehr lange zu reden, um eine einfache Sache auszudrücken. Das ist etwas, was uns auch schon bei anderen Gelegenheiten aufgefallen ist.
Als wir um 10 Uhr fertig waren, bekamen wir alle einen Softdrink und unterhielten uns draußen noch ein bisschen. Währenddessen aßen die Mädchen, die im Internat wohnen, gerade ihr Mittagessen, heute zwei Stunden früher als sonst. Wir hatten nämlich geplant, mit ihnen nach Maji Zuwa zu fahren und den Tag dort zu verbringen. Maji Zuwa ist eine Lodge am See ca. 10 km entfernt. Als um kurz vor 11 Uhr alle 64 Mädchen fertig gegessen und ihre Schuluniformen angezogen hatten, kletterten wir auf die Ladefläche des Tawuka-Lasters und fuhren los, was von den Mädchen mit fröhlichem Gesang begleitet wurde.
Die Fahrt war ganz lustig und der letzte Streckenabschnitt war sehr holprig, was sich auf der überfüllten Ladefläche als relativ abenteuerlich darstellte.
In der Lodge angekommen, liefen die Mädchen sofort runter zum Strand und gingen ins Wasser. Es waren auch einige andere Frauen da, die zusammen den Muttertag genossen, tanzten, badeten und tranken. Julia und ich waren auch bald bei den Schülerinnen im Wasser und alle hatten ihren Spaß. Wir verbrachten den ganzen Tag am Strand, schwammen, spielten Fußball und Volleyball (auch wenn der Sand sehr heiß war) und tanzten zur Musik von der Lodge.
Gegen 17 Uhr stiegen wir wieder alle auf die Ladefläche und machten uns auf den Weg zurück zur Tawuka School, von wo aus Julia und ich nach Hause gingen. Dort kochte Julia uns Kartoffeln mit Soja Pieces, die wir mit nach draußen nahmen, als unsere Nachbarn uns fragten, ob wir mit ihnen essen wollten. Sie selbst hatten Nsima, Kartoffelblätter und ebenfalls Soja Pieces, und wir aßen alles zusammen.

