Mittlerweile waren Julia und ich schon fast 4 Wochen hier Malawi. Das bedeutete, dass unsere Aufenthaltserlaubnis, die für 30 Tage gültig war, bald ablaufen würde. Aus diesem Grund und weil wir außerdem Karten für ein Festival Ende des Monats kaufen wollten, mussten Julia und ich in die Hauptstadt Lilongwe, die ein ganzes Stück südlich von Chilumba liegt.
Wir brachen also sehr früh (um 6:00 Uhr) von Zuhause auf, mit dem Ziel um 12:00 Uhr einen Bus von Mzuzu nach Lilongwe zu erwischen. Allerdings hatten wir noch kein Ticket, da man diese nicht im Internet kaufen kann, weshalb wir möglichst früh in Mzuzu sein wollten. Wir gingen also zur Nahe gelegenen Straße, um in einen Minibus zu steigen. Schon nach ungefähr 50 Metern gehen kam von hinten das erste Auto in die richtige Richtung. Und wir hatten Glück: es war ein Minibus. Wir gaben dem Fahrer ein Zeichen, dass wir mitfahren wollten und er hielt am Straßenrand. Der Bus war noch leer, weshalb wir uns nach vorne setzen konnten, nachdem wir den Preis ausgehandelt hatten. Und das war wirklich sehr gut, denn wir hatten gepolsterte Sitze, genug Beinfreiheit und Julia hatte sogar einen Gurt – eine sehr komfortable Minibusfahrt.
Nach ca. 3,5 Stunden Fahrt erreichten wir Mzuzu um kurz vor 10 Uhr. Dort fragte Julia eine Frau nach dem Weg zum Busterminal, nachdem uns unzählige Taxifahrer angeboten hatten, uns für überwucherte Preise zu fahren. Die Frau erkundigte sich kurz selber nach dem Weg und brachte uns dann den ca. fünfminütigen Fußweg zum Büro der Busgesellschaft. Dabei warnte sie uns netterweise auch vor Dieben. Wir verabschiedeten uns dankbar und betraten den Schalter. Wieder hatten wir Glück- es waren noch einige Plätze im Bus frei und wir kauften uns zwei Tickets. Bis zur Abfahrt des Busses hatten wir noch fast zwei Stunden Zeit und wir beschlossen, uns ein Frühstück zu besorgen. In einem Supermarkt gleich nebenan fanden wir Sesambrötchen, Margarine und Käse. Draußen vor dem Supermarkt aßen wir das erste Mal seit langem wieder ein Käsebrot. Als wir aufgegessen hatten, beschlossen wir, ein bisschen herum zu gehen. An einem der Marktstände fanden wir Äpfel, die hier im Norden Malawis eher selten und in Chilumba gar nicht erhältlich sind. Wir kauften uns jeder einen und gingen weiter, auf der Suche nach einer Möglichkeit, aufs Klo zu gehen. Wir fanden ein Restaurant, in dem wir danach fragten, bekamen jedoch die Antwort, es gäbe keins. Als wir gerade wieder weitergehen wollten, fragte uns ein Mann durchs Fenster, ob uns geholfen worden wäre. Als wir verneinten, bat er uns, mit ihm zu kommen und führte uns in ein kleines Hotel gleich nebenan, dessen Besitzer er war. Dort ließ er uns das Badezimmer eines der Zimmer benutzen.
Wir gingen noch ein kleines bisschen weiter spazieren und begaben uns dann um kurz nach 11 zurück zur Busstation. Leider hatte dieser etwas Verspätung, sodass wir nicht wie geplant um 12, sondern um 12:45 Uhr abfuhren.
Wir setzten uns auf unsere Sitze und der Bus fuhr durchs Land, dessen Vegetation sich hier schon etwas von der in der Chilumba Gegend Unterschied: es schien weniger und kleinere Bäume zu geben. Auf dem Weg sahen wir außerdem immer mal wieder Rauchsäulen von Wald-/und Buschbränden.
Ungefähr fünfeinhalb Stunden später erreichten wir schließlich unser Ziel Lilongwe. Vor allem die letzte halbe Stunde war es nur sehr langsam voran gegangen, da es in Lilongwe sehr viel Verkehr gab. Als wir aus dem Bus gestiegen waren, war es kurz nach 6 und mittlerweile stockdunkel. Wir orientierten uns kurz und stiegen dann in ein dreirädriges Taxi, das sich durch den Vekehr zum Mabuya Camp schlängelte, wo ich einen Tag vorher ein Zimmer gebucht hatte. Es war genau das gleiche Camp, wie das, wo wir direkt nach unserer Landung in Malawi vor mittlerweile fast vier Wochen übernachtet hatten. Es fühlte sich ganz lustig an, jetzt wieder hier zu sein. Nachdem wir unsere Sachen in unsere Hütte gebracht hatten, gingen wir im Pool des Camps schwimmen. Auch wenn das Wasser sehr kalt war, tat es echt gut nach der langen Busfahrt im Dunkeln zu schwimmen. Als wir wieder aus dem Wasser kamen aßen wir zu Abend und setzten uns anschließend zu ein paar Anderen an den Tisch, die aus Augsburg kamen und gerade für drei Wochen hier Urlaub machten.




















