Freitag, 30. August
Nachdem Lisa, unsere Vorfreiwillige uns den Kontakt zu deren Freunden aus Mzuzu hergestellt hatte, verabredeten wir uns mit Ihnen für ein urban Music Festival in Mzuzu. Dort sollten lokale Musiker aus dem Norden Malawis am Freitag und Samstag auftreten. Mzuzu ist eine Stadt, etwa 3 Stunden von Chilumba entfernt.
Wir standen also auf, kehrten unseren Vorgarten, frühstückten, packten unsere Sachen und machten uns dann gegen 9 Uhr auf den Weg. Unser erstes Ziel war Uliwa, das wir nach ca. 45 Minuten Fußweg erreichten. Dort hoben wir etwas Geld ab und machten uns dann auf die Suche nach einem Auto oder Minibus, der uns nach Ekwendeni bringen konnte. Ekwendeni liegt ein paar Kilometer nördlich von Mzuzu und einer unserer neuen Bekannten wollte uns dort abholen.
Nach nicht allzu langer Suche fanden wir schließlich ein Sammeltaxi mit dem Ziel Mzuzu. Die Sammeltaxis/ Minibusse in Malawi funktionieren so, dass sie eine große Stadt zum Ziel haben. Sobald sie voll sind, machen sie sich auf den Weg dorthin und jeder, dessen Ziel auf der Strecke liegt, kann mitfahren, nachdem der Preis ausgehandelt wurde.
Nachdem wir mit dem Fahrer unseren Fahrpreis von 5000 MK für jeden auf 5500 MK (ca. 7€ und meines Wissens immer noch ein bisschen über dem Durchschnitt ) für beide heruntergehandelt hatten, setzen wir uns auf die beiden Sitze im Kofferraum des 7-Sitzers.
Nach 10-20 Minuten war das Auto voll und wir konnten losfahren. Und mit voll meine ich wirklich voll: zwischendurch waren wir für kurze Strecken 14 Leute in dem Siebensitzer (davon ein Baby), sodass vorne vier, hinten vier und in der Mitte sechs Personen saßen. Das Auto blieb immer wieder stehen, um Personen aus- und einsteigen zu lassen, sodass sich die Anzahl der Passagiere regelmäßig veränderte, die meiste Zeit waren wir aber neun oder zehn.
Die Strecke führte erst am See entlang und dann über eine kurvige Straße in die Berge, wo wir wieder die zahlreichen Paviane zu sehen bekamen, die dem Auto mit neugierigen Augen hinterher sahen. Nach gut zweieinhalb Stunden erreichten wir schließlich Ekwendeni. Dort holten uns Vinjeru (der in Ekwendeni wohnte und bei dem wir übernachten durften) zusammen mit Khumbu (einer Freundin von ihm aus Mzuzu) und Cedric (ebenfalls Kolping Freiwilliger, aber in Ekwendeni) ab.
Wir fuhren zu Vinjeru nach Hause, wo es Pommes mit Salat und Rindfleisch gab. Vinjerus Haus war sehr modern eingerichtet mit Flachbildfernseher, Warmwasserdusche, Kühlschrank, Mikrowelle, etc.- ein starker Kontrast zu den malawischen Häusern, die wir bis jetzt gesehen hatten. Generell schienen unsere neuen Freunde eher zur reicheren Bevölkerungsschicht zu gehören.
Gegen 16 Uhr machten wir uns auf den Weg durch Mzuzu, wo uns die beiden Lokals ein bisschen herumführten. Wir gingen in eine Bar, die Khumbus Bruder gehörte und trafen anschließend Khan (ein weiterer Freund unserer Vorfreiwilligen, der ursprünglich aus Pakistan kommt) und gingen etwas Essen in einem der Stammrestaurants unserer Gastgeber, das die typische malawische Menüliste vorzuweisen hatte. Ich aß Reis mit Gemüse und Salat (1000 MK). Lustigerweise gehört das Restaurant einem Deutschen, dessen Neffe seit zwei Tagen zu Besuch ist und den Cedric zwei Tage zuvor schon am Flughafen in Lilongwe getroffen hatte.
Nach dem Essen fuhren wir ins „Mzuzu Stadium“ zum Festival. Es war zwar sehr wenig los, war aber trotzdem ein lustiger Abend.
