Msika (Markt)

Mittwoch, 21.August

Um kurz nach halb 8 hörte ich Nyapeti, die uns rief und uns bat, jemanden zu grüßen. Wir standen auf und gingen nach draußen, wo ein Mann mit Motorrad zusammen mit unserem Nachbarn, der auch Lehrer ist, stand (ich habe leider seinen Namen vergessen). Der Neuankömmling stellte sich ebenfalls als Lehrer der Tawuka School vor und erzählte, er sei gleich gekommen, um uns zu begrüßen, als er gehört hatte, dass wir gekommen wären. Wir erzählten den Beiden von unseren Plänen, später zum Markt nach Uliwa zu gehen. Dieser liegt in der gleichen Richtung, wie das Haus von Nyapetis Schwester, nur noch ca. einen Kilometer weiter. Als wir sagten, dass unser Fahrrad kaputt war und wir deswegen zu Fuß gehen würden, zeigte unser Nachbar uns ein zweites Fahrrad, das in Nyapetis Haus stand und das wir benutzen durften. Das andere Fahrrad wollten wir zur Reparatur bringen.

Als der Nachbar sich verabschiedet hatte, machten Julia und ich uns Frühstück. Nach dem Essen saßen wir wieder ein bisschen draußen und Julia wusch etwas Wäsche, während ich im Malawi-Reiseführer las. Irgendwann kam Cliffort vorbei und bot an, unser Fahrrad zu reparieren. Er würde es sogar nur für 200 Kwacha (umgerechnet ca.0,25€) und nicht für MK 300 erledigen, wie wir eigentlich gedacht hatten. Kurze Zeit später kam er mit unserem reparierten Fahrrad zurück.

Julia und ich machten uns fertig und fuhren um kurz vor 11 Uhr los nach Uliwa. Nach ungefähr 10 Minuten hatten wir den ziemlich großen Markt erreicht. Es gab sehr viele Stände, an denen Tomaten, Zwiebeln, Süßkartoffeln, Mangold, Bananen, usw. verkauft wurden. Außerdem gab es zahlreiche kleine Läden, in denen man zum Beispiel Zucker, Salz oder Toastbrot kaufen konnte. Aber auch kleine Kosmetikshops, Kleidung und Geschirr waren hier zu finden. Nachdem wir ein bisschen von einem Stand zum anderen gegangen waren, hatten wir schließlich Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Salz, Brot, Soja-Stücke, Waschmittel, eine Schüssel, Bananen, Reis und Öl erstanden und dafür insgesamt ungefähr 6000 Kwacha (ca. 7€) bezahlt.

Gehen 12 Uhr machten wir uns auf den Weg zurück über die Bundesstraße, von der aus man den See sehen konnte. Wir fuhren aber nicht zurück nach Hause, sondern wie mit Nyapeti verabredet, wieder zu deren Schwester, dessen Haus sowieso auf dem Weg lag.

Dort angekommen, führte Eda uns zu dem nun fertigen Grab aus schwarz glänzendem Stein mit einem Zaun drumherum und einem Grabstein mit Foto des Verstorbenen. Mit dem modernen und edlen Aussehen, schien das Grab irgendwie nicht ganz in die Gehend zu passen, die sonst von meist sehr einfachen, niedrigen Ziegelbauten dominiert war. Eda erklärte uns, dass sie gerade frisch verheiratet gewesen war, als ihr Vater gestorben sei und sie zu der Zeit noch nicht sehr viel Geld gehabt hatte, weshalb sie ihn wenig hatte unterstützen können. Daher sei es ihr wichtig, ihrem Vater jetzt, 13 Jahre später, ein teures und edles Grab zu bieten, um ihm so zu zeigen, dass er ihr wichtig war.

Wir setzten uns wieder zu den Anderen Frauen und zwei Männer waren diesmal auch dabei. Nach einer Zeit fragten sie uns nach unseren Handys (beide i Phone), die hier schon sehr auffielen, da zwar einige der Malawier, die ich bisher kennen gelernt hatte, Smartphones besaßen, meist aber eher ältere Modelle von billigeren Herstellern. Die Männer wollten wissen, wie viel wir für unsere Handys bezahlt hatten und als wir erzählten, wie viel man in Deutschland so für ein Handy ausgeben konnte, reagierten unsere Zuhörer sehr überrascht, fast schon geschockt.

Gegen 14 Uhr gab es wieder etwas zu Essen- Nsima, diesmal mit Bohnen und Ei. Nach dem Essen unterhielten Julia und ich uns mit Nyapetis Neffen und Ana (dessen Nichte) ein bisschen über die Politik in Malawi. Er erzählte, dass es seit den Präsidentschaftswahlen im Mai immer wieder Proteste gab, da ein großer Teil der Bevölkerung der Meinung war, das Ergebnis sei gefälscht worden. Er sagte, einige Stimmzettel sollten so manipuliert worden sein, dass das Kreuz von den Stimmzählern einfach an eine anderen Stelle gesetzt worden sei. Außerdem erzählten uns die beiden ein bisschen über den jetzt wiedergewählten Präsidenten Peter Mutharika. Dieser scheint ziemlich korrupt zu sein, darauf bedacht, sich staatliche Gelder eher selber in die Tasche zu stecken und nicht gut darin, sein Land angemessen zu regieren. (Achtung! Ich gebe hier nur eine Meinung wieder, die ich nicht überprüft habe, also bitte nicht als Fakten ansehen, sondern lieber selbst aus verschiedenen Quellen darüber informieren.)

Gegen 16 Uhr fuhren Julia und ich zurück nach Hause und putzten unser Haus, was an manchen Stellen sehr staubig war. Außerdem fanden wir einige Spinnen, die wir an unsere Katze verfütterten. Als wir fertig waren, war es schon dunkel und wir machten uns etwas kleines zu Essen, bis wir schließlich irgendwann schlafen gingen…

Das fertige Grab

Join the Conversation

  1. Avatar von Unbekannt
  2. Avatar von emiliasemper

2 Comments

Hinterlasse einen Kommentar

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten