Dienstag, 20.August
Nachdem ich wieder einmal von Hahnenschreien und den Gesprächen unserer sehr früh aktiven Nachbarn geweckt wurde, stand ich kurz nach7 Uhr auf. Wir aßen die Eier, die wir am Tag davor gekauft und die ich zu Eierspeise verarbeitet hatte. Nach dem Frühstück setzten wir uns auf die Terrasse, wo uns auch Prison (unsere Katze) wieder besuchte, die die Nacht draußen verbracht hatte. Kurz darauf kam auch Eureka vorbei und wir unterhielten uns ein bisschen mit ihm.
Kurz vor 10 Uhr ging Nyapeti wieder mit uns zu ihrer Familie. Dieses Mal fand das Treffen bei dem Haus von Nyapetis Schwester statt, bei dem wir schon am Abend zuvor kurz vorbeigeschaut hatten. Vor dem Haus auf dem Boden saßen wieder die gleichen Frauen, wie gestern. Die Männer waren hinter dem Haus wieder mit der Fertigstellung des Grabes beschäftigt, das sie mit schwarz glänzendem Stein bedeckten. Das Grab gehörte dem Mann von Nyapetis Schwester, der 2006 gestorben war.
Schon kurz nach unserer Ankunft wurden Süßkartoffeln und gekochter Cassava auf die Decke gestellt und gegessen. Beides schmeckte sehr gut und erinnerte mich vom Geschmack her etwas an Maroni. Zu trinken gab es wieder Chindongua, diesmal allerdings in warm und um einiges süßer als bei Mary.
Kaum hatten wir fertig gegessen, begannen einige der Frauen, das Mittagessen vorzubereiten. Ein Huhn wurde geschlachtet und gerupft, aus einem Haufen Bohnen wurden die schlechten aussortiert und zwei Frauen schnitten einen großen Haufen Mangold, was alles seine Zeit brauchte. Gegen 13 Uhr fingen die ersten Frauen an, Nsima zu kochen. Dafür wurden drei oder vier kleine Feuer gemacht, auf denen parallel das Mehl-Wasser-Gemisch zubereitet wurde. Ich weiß nicht wie viele Töpfe Nsima die Frauen kochten, aber es waren sehr viele, wir waren jedoch auch viele Menschen. Nachdem Julia und ich eine Weile zugeschaut hatten, wie Nsima aus Cassava zubereitet wurde, durften wir beim kochen von Maismehl-Nsima mithelfen. Die Zubereitung von Nsima mit Cassava soll um einiges schwerer sein, da es fester wird und man dadurch um einiges mehr Kraft fürs Umrühren aufwenden muss, als bei der Mais-Variante. Eda und Dunia zeigten mir, wie ich mit dem großen Holzlöffel rühren musste, während Julia immer wieder Mehl dazu schüttete Zusätzlich zum Nsima wurde der Mangold zusammen mit Tomaten und Zwiebeln gekocht, genauso wie das Huhn und die Soja-Stücke, die als Ergänzung zum Huhn zubereitet wurden, das lange nicht für alle reichen würde.
Gegen 14 Uhr wurde gegessen. Julia, Nyapeti und ich bekamen als erstes serviert, was uns etwas unangenehm war, da die anderen noch nichts hatten. Außerdem bekamen wir jede ein Stück von dem wertvollen Huhn. Alles schmeckte wieder ziemlich gut, vor allem das mit Tomaten und Zwiebeln gekochte Soja. Nach dem Essen blieben wir noch kurz auf der Decke sitzen, bis Julia schließlich anfing, den Kindern Bewegungsspiele zu zeigen. Als erstes spielten wir „Komm mit – Lauf weg“ (das Spiel, wo alle im Kreis stehen und einer von außen jemanden antippt, der dann vor ihm seinen Platz wieder erreichen muss). Am Anfang spielten sogar 2 – 3 von den Frauen mit. Wir spielten viele verschiedene Spiele und immer mehr Kinder kamen dazu. Als uns irgendwann die Spiele ausgingen, zeigten die anderen uns Spiele, die sie spielten. Viele davon waren so aufgebaut, dass alle im Kreis standen, sangen und klatschten und jemand in der Mitte tanzte. Die Person in der Mitte holt sich dann jemanden dazu, geht selbst raus und so weiter. Auch hier waren viele der Frauen mit Begeisterung dabei und hatten auch viel Spaß daran, uns zu involvieren.
Als die Sonne schon kurz vorm Untergehen war (gegen 17:30 Uhr) gingen wir noch einmal zum Grab, um zu schauen, wie weit es bis jetzt vorangegangen war. Auch wenn sich seit dem Vormittag schon viel verändert hatte, war es doch noch nicht fertig, was dann am nächsten Tag passieren würde. Wir verabschiedeten uns und machten uns auf den Weg nach Hause, wo wir einen weiteren Verwandten von Nyapeti trafen, der Grundschullehrer war und mit dem wir uns kurz unterhielten. Gegen 18 Uhr waren wir schließlich wieder Zuhause, wo wir nach Drinnen gingen, um uns auszuruhen.



Schön Emilia, so viele Leute und Kinder immer um euch du isst Huhn! Wie riecht eigentlich Afrika genauer gesagt, deine Umgebung?Bussl Oma und Opa
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Schwierig zu sagen, aber es riecht oft nach Rauch, weil die meisten Leute draußen über offenem Feuer kochen. Und wenn es ein bisschen windiger ist, wird der Staub vom Boden aufgewirbelt und das riecht man dann auch ein bisschen. Aber sonst ist die Luft eigentlich ziemlich ähnlich wie bei uns.
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Ist die Katze die ihr habt zutraulich oder eher nicht so nett.
Musiziert ihr auch viel mit den Leuten dort.
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Die Katze ist fast schon ein bisschen zu zutraulich, weil die dauernd zu uns kommt und sehr viel miaut 😉 Aber wir mögen sie sehr gerne die ist auch sehr verschmust. Und ja, wir musizieren relativ viel mit den Leuten, heute war Euleka wieder da mit zwei Freunden, mit denen haben wir wieder Musik gemacht und wir haben auch was auf Chitumbuka gesungen, da hat Nyapeti auch mitgemacht.
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