Mit Freunden treffen

Sonntag, 8. September

Genau wie am vorigen Tag war es heute sehr windig und hatte diese Nacht sogar ein bisschen geregnet, obwohl die Regenzeit erst in zwei Monaten anfangen sollte. Um kurz nach sieben standen Julia und ich auf und frühstückten. Kurz darauf kam Denis vorbei und setzte sich zu uns.

Um kurz nach 9 machten wir uns auf den Weg zur Kirche, wo wir bis 11:30 Uhr blieben. Felix und Marys Tochter waren ebenfalls dort. Nachdem wir kurz mit Felix geredet hatten, gingen wir wieder nach Hause und während Julia das Mittagessen kochte, wusch ich meine Wäsche.

Gegen 15:30 Uhr kamen Mary und Grace uns besuchen. (Zwei Mädchen, die wir vor zwei Wochen auf der Beerdigung getroffen hatten.) Auch Cliffort und Denis waren da und wir spielten Karten und unterhielten uns. Kurz bevor die Sonne unterging, gingen Mary und Grace nach Hause und Julia und ich gingen zum Haus des Direktors, um ihm etwas zu bringen. Leider war er nicht da, weil er nach Karonga gefahren war. Wir trafen aber auf Pricilla, die Sekretärin der Tawuka School und den Enkel des Direktors. Dieser gab uns eines unserer Fahrräder zurück, das wir zur Schule gebracht hatten, um es reparieren zu lassen. Das andere war noch dort. Nachdem wir uns kurz mit Pricilla unterhalten hatten, gingen wir wieder nach Hause, bevor es ganz dunkel wurde.

Wieder zurück Zuhause, bat unser Nachbar uns, mit ihm zu Essen. Er hatte Reis, Gemüse und Usipa (sehr kleine Fische) gekocht. Wir hatten noch etwas Kartoffeln mit Tomaten und Soja Stücken übrig, die wir aufwärmten und ebenfalls dazu gaben. Wie die meisten anderen Dinge hier auch, wurde der Reis mit den Händen gegessen, was mir leider ziemlich schwer viel. Nach dem Essen gingen wir wieder rein und trafen auf Cliffort, der auf unserer Terrasse einen kleinen Tisch mit einer Decke drauf aufgebaut hatte. Auf unserer Wäscheleine hingen einige seiner Hemden und er bügelte sie mit einem mit Kohle gewärmten Bügeleisen. Wir stellten uns ein bisschen zu ihm und später kamen auch Euleka und Denis vorbei.

Montag, 9. September

Wieder einmal standen Julia und ich gegen halb sieben auf und kehrten unseren Vorgarten. Im Gegensatz zu den letzten beiden Tagen war es nicht mehr so windig, sodass es sich auch wieder lohnte. Bald nach dem Frühstück gingen wir zum Markt um uns Kartoffeln, Eier und neues Internet fürs Handy zu kaufen. Auf dem Rückweg schauten wir noch kurz bei der Schule vorbei und verbrachten den restlichen Vormittag Zuhause.

Um 13:00 Uhr trafen wir uns mit Matha, die wir vor ca. zwei Wochen getroffen und mit der wir auch schon am See gewesen waren. Wir trafen uns an einem kleinen Markt, der mit dem Fahrrad 15-20 Minuten von uns entfernt lag. Von dort führte sie uns einen Sandweg entlang, der nach kurzer Zeit zu sandig zum Fahrradfahren wurde. Wir gingen also zu Fuß weiter, an einigen Häusern vorbei, bis wir das von Mathas Familie erreicht hatten. Das Haus liegt sehr schön, ungefähr 200 Meter vom See entfernt auf einer relativ freien Fläche.

Matha führte uns ins Haus, wo wir uns auf eine Bank setzten und uns kurz unterhielten. Kurz darauf verschwand Matha nach draußen und kam einige Minuten später mit einem Tablett mit vier Schüsseln mit Deckeln drauf zurück. Sie sagte uns, wir sollten essen und wollte nach draußen gehen. Wir fragten sie, ob sie nichts essen wolle und sie erklärte uns, sie würde draußen essen. Etwas ähnliches war uns auch schon passiert als wir das erste Mal bei Nyapetis Familie gewesen waren: Nyapeti und wir beide waren die einzigen gewesen, die drinnen gegessen hatten, während die anderen draußen auf einer Bambusmatte das Essen zu sich genommen hatten. Wir wollten aber nicht zusätzlich zu dem für uns zubereiteten Essen auch noch das Esszimmer für uns beanspruchen, weshalb wir Martha baten sich zu uns zu setzten, was sie dann auch tat. Es gab Reis mit Mangold, Huhn und Fisch in Tomatensoße. Alles schmeckte wieder sehr gut.

Nach dem Essen gingen wir nach draußen zu Marthas Tante, Onkel und Oma. Als wir Ihnen erzählten, dass wir schon unseren Nachbarn dabei geholfen hatten, Cassava für das Trocknen vorzubereiten führte das zu sehr viel erfreutem Gelächter. Kurzerhand gingen Martha und ihre gleichaltrige Tante Adafe mit uns hinters Haus, um mit uns den Cassava zu formen, was zu noch mehr Begeisterung bei den Beteiligten führte. Als wir die Schüssel mit Cassava verarbeitet hatten, setzten wir uns wieder zu den Anderen und Martha verschwand im Haus. Kurz darauf wurden wir auch dazu verdonnert unsere Nsima-Kochkünste zu präsentieren. Und als Julia sogar eine recht passable Portion Nsima zustande brachte, freuten sich wieder alle sehr.

Anschließend würden wir ins Haus gebeten und Matha und Adafe zeigten uns deren Zimmer, wo Matha gerade dabei war sich ein pinkes Kleid anzuziehen und uns bat ein Foto von ihr zu machen. Sie hatte sich extra dafür schön hergerichtet, da sie anscheinend ziemlich selten die Gelegenheit hatte, ein Foto von sich zu bekommen. Sie hatte zwar ein Handy, allerdings eines ohne Kamera. Während Martha sich drinnen wieder umzog, spielten Julia und ich mit einigen der Kinder Fußball. Kaum waren wir fertig, bekamen wir eine Schüssel mit Wasser und Seife, womit wir uns die Füße waschen konnten. Eine sehr nette Geste, vor allem wenn man bedenkt, dass Mathas Familie keinen Anschluss zu fließendem Wasser hat und sich dieses immer aus dem See holen muss. Als wir unsere Füße gewaschen hatten, gab uns Dola, eine der Frauen auch noch eine Bodylotion zum verwenden. Dola war außerdem sehr motiviert, uns neue Vokabeln auf Tumbuka in unser kleines Wörterbuch einzutragen.

Gegen 16:00 Uhr wurden wir von einigen der Frauen und Kinder ein gutes Stück Richtung Straße, von Martha und Adafe sogar ganz bis zur Straße gebracht, was ein Fußweg von mindestens 20 Minuten ist. Wir verabschiedeten uns mit dem Versprechen uns bald wieder zu sehen und traten den restlichen Weg nach Hause an. Da wir nur ein Fahrrad hatten (das andere hat einen Platten) und wir große Teile der Strecke zu Fuß gehen mussten, weil die Straße zu steil bergauf führte, brauchten wir ziemlich lange nach Hause, wo wir gegen 17:20 Uhr ankamen.

Dort verarbeiteten wir die frisch gekauften Kartoffeln zu Kartoffelpuffern, mit dem Plan, diese an unsere Nachbarn zu verteilen. Noch während wir mit dem Kochen beschäftigt waren, bat uns unser Nachbar von gegenüber (mit dem wir auch gestern schon gegessen hatten und dessen Frau gerade nicht da ist), mit ihm Nsima zu essen. Wir setzten uns also mit unseren Kartoffelpuffern zu ihm – ein interessantes malawisch-deutsches Abendessen. Die restlichen Kartoffelpuffer verteilten wir an unsere anderen Nachbarn, die wenige Meter entfernt ebenfalls zu Abend aßen und an Cliffort und Euleka, die uns wieder besuchen gekommen waren. Alle schienen sich über die Kartoffelpuffer zu freuen und es kam auch niemand zu uns, um uns zu sagen Sie hätten nicht gut geschmeckt…

Das Bügeleisen
Cliffort beim Bügeln
Adafe, Julia und ich beim Cassava formen
Julia, Matha und ich
Julia beim Nsima kochen

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