Freitag, 6. Dezember bis Mittwoch, 25. Dezember
So, jetzt habe ich schon ziemlich lange nichts mehr gepostet, dafür entschuldige ich mich. Es liegt zum Teil an nicht funktionierendem Internet, vor allem aber daran, dass wir ziemlich lange unterwegs waren. Dafür gibt es jetzt auch mehr zu berichten 🙂
Die Vorweihnachtszeit verbrachten wir viel Zuhause, dekorierten unser Haus weihnachtlich und zündeten jeden Sonntag eine neue Kerze auf unserem Mango-Adventskranz an. An den Wochenenden waren Gladys und Clifford oft bei uns und wir verbrachten viel Zeit zusammen, zum Beispiel mit kochen.
Außerdem stand gerade die Cassava-Ernte an, wobei wir halfen, ebenso dabei, die geernteten Wurzeln zu schälen.

Jetzt am Anfang der Regenzeit wurden die ganzen Felder um uns herum umgegraben und es wurde Cassava und Mais neu gesäht.
Weil unsere Schule die Postbox schon länger nicht bezahlt hatte, fuhren Julia und ich nach Uliwa und eröffneten unser eigenes Postfach, sodass ich jetzt eine neue Adresse habe:
Semper/Opala
Emilia Semper
P.O. Box 94
Chilumba, Malawi
In der Schule wurde es in den letzten beiden Wochen vor den Ferien etwas ruhiger. In Malawi ist das Schuljahr in drei Terms aufgeteilt, von denen der erste jetzt vor den Weihnachtsferien endete. Die Schüler schrieben also in allen Fächern Abschlussprüfungen, sodass pro Tag zwei geschrieben wurden. Die Lehrer wurden zum Aufsicht führen eingeteilt, jedoch gingen die Unterrichtstage nur bis 12 Uhr, außerdem waren wir auch nicht jeden Tag eingeteilt, weshalb wir relativ viel Freizeit hatten.
Auch im Kindergarten wurden kleine Prüfungen geschrieben, um zu schauen, wie gut die Kinder schreiben, auf Englisch zählen, Monate aufsagen oder beten konnten. Denn auch sie würden Zeugnisse bekommen.
Unsere freie Zeit nutzen wir unter anderem dazu, zusammen mit Clifford bei uns vor dem Haus einen Garten einzurichten. Dafür wurde erst mal die Erde umgegraben, dann benutzten wir dicke Äste als Zaunpfähle und spannten alte Moskitonetze drumherum, als Schutz vor den Hühnern, die hier überall herumlaufen. Dann pflanzten wir Tomaten, Zwiebeln, Auberginen und Kohl.
Am Mittwoch, den 18. Dezember war der letzte Schultag. Am Nachmittag machte ich mich auf den Weg nach Mzuzu, weil ich dort meine kaputte Handykamera reparieren lassen wollte. Dort angekommen, kaufte ich mir zum ersten Mal seit langem mal wieder eine Pizza. Anschließend traf ich mich mit Vinjeru, der mich dann am Abend nach Ekwendeni zu Cédrics Gastfamilie brachte, wo ich übernachtete. Cédric ist einer der anderen Kolping-Freiwilligen.
Am nächsten Morgen fuhr ich zum Reperateur nach Mzuzu, der allerdings ein Ersatzteil aus China bestellen musste. Als alles erledigt war, fuhr ich die ca. 3 Stunden wieder zurück nach Chilumba, wo wir einen netten Abend mit vielen unserer Nachbarn verbrachten.
Am Freitag darauf stand ich um 5 Uhr auf und fuhr nach Uliwa, wo mich Joel, ein Bekannter von Cliff abholte, den auch Julia schon kannte. Sie war zuhause geblieben, um ihre Klausuren fertig zu korrigieren.
Joel hatte angeboten, mit ihm fischen zu gehen, was ich dankend annahm. Wir gingen also zum See und paddelten mit zwei anderen Jungen mit einem Holzruderboot ein bisschen raus. Dort schwamm seit gestern Nachmittag ein Netz im Wasser, was wir einholten. Leider waren nicht besonders viele Fische drinnen. Anschließend angelten wir noch eine Weile mit zwei Schnüren, an die Haken gebunden waren. Auf diese Art fingen wir auch noch ein paar Fische. Gegen 8 Uhr fuhren wir zurück zum Strand, mittlerweile schien die Sonne auch schon ziemlich stark.


Nachdem wir die Fische aus dem Netz geholt hatten, gingen Joel und ich zu ihm nach Hause, wo wir eine Art Milchreis aßen. Den restlichen Vormittag verbrachte ich damit, mich mit ihm und seiner Familie zu unterhalten und ich half den Frauen ein bisschen beim Cassava schälen. Gegen 12:30 Uhr gab es Nsima mit zwei verschiedenen Gemüsesorten und Ziegenfleisch, was Joel extra für mich gekauft hatte.
In Malawi ist es nämlich üblich, Fleisch aufzutischen, wenn Besuch kommt.
Nach dem Essen ging ich nach Hause. Joel bestand darauf, dass ich alle Fische die wir heute gefangen hatten und die seine Mutter schon über heißen Kohlen geröstet hatte, mit nach Hause nahm. Das tat ich dann also, verteilte die meisten aber an unsere Nachbarn, weil es sonst viel zu viel gewesen wäre.
Am Samstag gingen wir morgens in die Schule, wo wir unsere Noten einreichten und die Zeugnisse fertiggestellt wurden. Anschließend hatten wir offiziell Ferien…
Am Montag, den 23. Dezember gingen wir nach Uliwa, um einen großen Weihnachtseinkauf zu machen. Am Nachmittag kamen Maren, Louise, Jana und Phöbe, mit denen wir Weihnachten feiern wollten. Sie sind ebenfalls Kolping-Freiwillige und wohnen alle in der Nähe von Salima, ziemlich weit von uns entfernt. Wir kochten Cassava-Nsima, was sie alle noch nicht kannten, da in der Central Region von Malawi, Nsima hauptsächlich aus Maismehl hergestellt wird.
Am Dienstag gingen wir alle zusammen nach Uliwa, weil wir noch ein paar Dinge besorgen mussten. Auf dem Weg dorthin gingen wir kurz zu Nyapetis Familie, die wieder eine Art Beerdigungszeremonie hatten.


Als wir wieder zu Hause waren, fingen wir gegen 13 Uhr an, das Weihnachtsessen zu kochen. Es gab Kohlrouladen, Salat, Suppe, Sojabällchen, Rindfleisch, Kartoffelpuffer und zum Nachtisch Kaiserschmarn mit Äpfeln und Vanillepudding. Außerdem machten wir uns einen leckeren Glühwein.
Wir verbrachten den ganzen Nachmittag damit, draußen mithilfe von Kohlen zu kochen und alle halfen mit.


Gegen 7 Uhr waren wir fertig, setzten uns auf die Terrasse und aßen alle zusammen. Auch ein paar unserer Nachbarn waren dabei.

Später wichtelten wir dann noch mit den selbstgebastelten Geschenken die wir vorbereitet hatten und sangen Weihnachtslieder.
Am 25. Dezember blieben wir am Vormittag entspannt zuhause und aßen einen Obstsalat aus Mango, Ananas und Apfel zum Frühstück.
In Malawi wird wie in den meisten anderen Ländern auch, Weihnachten am 25. Dezember gefeiert. Allerdings ist es kein so großes Fest, wie in Deutschland und viele feiern es gar nicht. Die, die es feiern, essen entweder etwas besonderes mit ihrer Familie oder sie gehen an eine Bar am See, wo viel getanzt und getrunken wird.
Wir fuhren auch zum See, allerdings schon am frühen Nachmittag und gingen schwimmen. Nach und nach kamen immer mehr Leute, darunter auch viele Schüler. Wir fuhren dann aber bald wieder nach Hause, wo wir zusammen aßen und einen entspannten Abend auf der Terrasse verbrachten.