Donnerstag, 26. Dezember bis Donnerstag, 16. Januar

Am Morgen waren wir beim Direktor zum Frühstück eingeladen und seine Frau hatte extra Kuchen gebacken. Anschließend schauten wir uns alle zusammen den Kindergarten an und gingen dann zurück nach Hause, um unsere Sachen zu packen. Wir hatten nämlich eine lange Reise vor uns. Unser erstes Ziel: Nkhata Bay, ein sehr schön gelegenes Dorf am Malawisee.

Hier wieder ein kleiner Überblick über unsere Route (auch wenn die Jahreszahlen nicht immer stimmen)

Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg und fuhren als erstes ca. 3 Stunden nach Mzuzu, wo wir in ein Share-Taxi umstiegen, und etwa 45 Minuten später in Nkhata Bay ankamen. Dort übernachteten wir im Mayoka Village, eine sehr schöne Backpacker-Lodge, die an einer Art Klippe erbaut wurde. Julia und ich schlugen unser Zelt direkt am Wasser auf, die anderen schliefen im Dorm.

Unser Schlafplatz

Den nächsten Tag verbrachten wir viel mit schwimmen und schnorcheln und gingen im Dorf einkaufen. Wir kochten uns unser Abendessen nämlich selber (Reis mit Bohnen), da das Lodge-Essen einfach zu teuer war. Nachdem wir gekocht hatten, aßen wir zu Abend, unterhielten uns und spielten Karten.

Am Samstag standen wir früh auf und suchten uns dann ein Sammeltaxi, mit dem wir an der Lakeshore Road weiter nach Salima fahren konnten. Wir fanden eins, mussten allerdings auf halber Strecke in einen Minibus umsteigen. Da die Straße nicht besonderrs gut ausgebaut ist und Minibusse auf dem Weg immer wieder stehen bleiben, um Leute ein- und aussteigen zu lassen, brauchten wir für die knapp 300 km ca. 7 Stunden. Am Nachmittag erreichten wir also Salima, wo wir uns aufteilten. Julia schlief bei Jana und Phöbe in Senga Bay und ich bei Maren und Louise im Mackenzie Village, was aber nicht weit voneinander entfernt ist.

Am Sonntag Morgen trafen wir uns wieder in Salima, von wo wir weiter fahren wollten nach Cape Maclear. Wir nahmen wieder ein Sammeltaxi und waren nach ca. 2 Stunden dort, wo wir in der „Funky Cichlid“ Lodge übernachten wollten.

Cape Maclear ist ebenfalls ein Ort am Malawisee, allerdings viel weiter im Süden und auch touristischer als Nkhata Bay. Auf der Strandseite des Dorfes reiht sich eine Ladge neben der anderen, während sich auf der anderen Seite des Sandweges ein relativ normales malawisches Dorf befindet. Vor Ort werden unter anderem Aktivitäten wie Bootsfahrten, Schnorcheln oder Tauchkurse angeboten. Ein Teil des Ortes (vor allem große Teile des Sees) sind Teil des Lake Malawi Nationalparks und stehen daher unter Naturschutz. Wie der Name schon sagt, ist die Gegend für ihr klares Wasser berühmt, was wir durch den häufigen Regen leider nicht so oft so gut sehen konnten.

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir in der Lodge, die direkt am See liegt und gingen dann zu einer anderen Lodge, wo vier andere Freiwillige von unserer Organisation schliefen. Drei von ihnen (Lea, Anna und Charlotte) wohnen in Lilongwe und Julia K. wohnt ebenfalls in Salima.

Am Samstag gingen ein paar von uns auf einen nahe gelegenen Berg. Dieser gehörte zum „Lake Malawi National Park“. Weil wir in Malawi wohnen, mussten wir aber nicht ganz so viel Eintritt zahlen.

Wir gingen den Berg hinauf, sahen ein paar Affen und hatten eine atemberaubende Aussicht auf den Malawisee. Auf dem Weg zurück kamen wir bei einer kleinen Einrichtung vorbei, wo Müll recycelt und zum Beispiel auch Workshops zum Thema umweltfreundliche Alternativen zu Plastik oder Kohle ( zum kochen) gegeben werden. Der Mann, der dort arbeitete, gab uns eine kurze, sehr interessante Führung. Eins der Häuser wurde zum Beispiel komplett aus Glasflaschen gebaut.

Eine schöne Aussicht beim Wandern
Lea, Louise, Maren und ich schauen auf Cape Maclear

Am Nachmittag gingen wir nochmal los, zu einer anderen Stelle im Nationalpark, genannt „Otters Point“. Dort war es sehr felsig, man hatte eine gute Aussicht zu ein paar nahe gelegenen Inseln und das Wasser war extrem klar. Wir schwammen und tauchten ein bisschen, bis irgendwann ein Ausflugsboot kam, und anhielt, damit die Leute sich ein bisschen umschauen konnten.

Auf dem Weg zum Otters Point
Maren, Louise, Jana, Phöbe, Lea und ich

Wir kannten den Fahrer noch vom Vortag und wurden gratis zu unserer Lodge mitgenommen. Mittlerweile war es ziemlich windig und die Wellen am See einigermaßen hoch, sodass es sich ein bisschen anfühlte, als wären wir am Meer.

Am Abend gingen wir in ein malawisches Restaurant und aßen Nsima, was wir langsam schon vermissten.

Am Sonntag, den 31. Dezember standen Maren, Louise und ich früh auf und gingen zu einer nahe gelegenen Tauchschule. Wir hatten uns nämlich am Vortag mit dem Lehrer für einen Schnuppertauchkurs verabredet.

Wir bekamen also eine kurze Einführung und das Material und fuhren dann mit einem kleinen Boot zu einer Insel gegenüber. Mittlerweile regnete es wieder. Am Strand angekommen, gingen wir ins Wasser und blieben für ca. 40 Minuten unter Wasser. Es war ein echt tolles Erlebnis und wir sahen viele bunte Fische, für die der Malawisee berühmt ist.

Beim Tauchen

Am Abend gab es in unserer Lodge eine große Party. Die meisten Gäste waren Touristen, es waren aber auch viele reiche Malawier und Inder (von denen viele in den größeren Städten wohnen) da. Wir verbrachten den Abend abwechselnd auf der Party und in einem nahe gelegenen Pub.

Neonparty in der Funky Cichlid Lodge

Wir blieben bis zum 2. Januar in Cape Maclear, dann machten Julia und ich uns am Morgen auf den Weg nach Lilongwe. Als erstes nahmen wir ein Motorrad-Taxi nach Mtakataka und von dort ein Share-Taxi nach Salima, wo wir in einen Minibus nach Lilongwe stiegen.

In Lilongwe angekommen gingen wir in einem malawischen Restaurant zu Abend essen und warteten, bis der Regen aufhörte. Er war nämlich sehr stark und teilweise waren die Straßen überschwemmt, was es sehr schwer machte, durch die Stadt zu fahren. Als der Regen aufgehört hatte, schafften wir es aber doch zum Haus der anderen Freiwilligen, wo wir übernachteten.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit einem Sammeltaxi zu der Stelle, wo die Minibusse nach Mchinji abfahren. Mchinji ist eine Stadt in der Nähe der sambischen Grenze. Unser nächstes Ziel war nämlich der South Luangwa Nationalpark in Sambia.

Wir fanden dann auch ziemlich schnell einen Minibus, der glücklicherweise nur wenige Minuten, nachdem wir uns hineingesetzt hatten, auch schon losfuhr.

Knapp 3 Stunden später waren wir in Mchinji, wo wir das letzte Stück bis zur Grenze wieder mit einem Taxi zurücklegten. An der Grenze angekommen, bekamen wir auf der malawischen Seite erst einmal einen Stempel für die Ausreise und gingen dann ins Büro auf der sambischen Seite, wo wir uns unser Visum besorgten.

Noch schnell malawische Kwacha in Sambische Kwacha umgetauscht und dann ging die Reise weiter.

Wir stiegen in ein Sammeltaxi Richtung Chipata. Dort stiegen wir in ein Auto nach Mfuwe um, mussten jedoch gut zwei Stunden warten, bis das Auto voll war und wir losfahren konnten. Auf dem Weg gab es eine der vielen Polizeikontrollen, die auch in Malawi üblich sind, was mich dazu verleitet, kurz etwas zu dem Thema zu erzählen.

Auch wenn Minibusse und Sammeltaxis üblicherweise bis zum Rand vollgestopft werden, so ist es offiziell nicht erlaubt, mehr Personen mitzunehmen, als das Auto Sitze hat. Wenn man also in eine der vielen Polizeikontrollen kommt, wird dieses Problem damit gelöst, dem Polizisten sein Gehalt mit einem kleinen Betrag zu erhöhen.

In Sambia scheint das allerdings nicht so einfach zu sein. Denn als wir kurz vor der Polizeikontrolle waren, blieb der Fahrer stehen und bat Jullia und einen anderen Mann, eins der Fahrradtaxis zu nehmen, die direkt neben uns an der Straße warteten, sodass wir jetzt nur noch zu zweit vorne saßen und nicht zu viert. Der Fahrer fuhr mit dem Auto durch die Kontrolle, während Julia und der Mann nach der nächsten Kurve wieder von dem Fahrrad ins Auto umstiegen.

Ca. 2 Stunden später waren wir in Mfuwe und der Fahrer brachte uns noch direkt zu dem Camp, wo wir übernachteten. Es war nicht direkt im Nationalpark gelegen, dafür aber direkt am Luangwa River, der den Nationalpark von Mfuwe trennt. Der Weg zum Camp war jetzt in der Regenzeit teilweise überschwemmt und wir sahen ein Krokodil vorbei schwimmen. Das Camp war sehr schön und es war kaum etwas los, weil jetzt gerade Nebensaison war. Am Abend, als wir uns eingerichtet hatten, zeigte einer der Nachtwächter mir ein Nilpferd, was einige Meter entfernt durch die Büsche ging. Auch Affen und Buschböcke (kleine Antilpopen) waren stark vertreten.

Am nächsten Morgen bekamen wir unser Frühstück und hatten dann den ersten Game Drive, zusammen mit drei anderen Deutschen. Wir fuhren knapp vier Stunden durch den Nationalpark, der jetzt um diese Zeit sehr grün und voller Wasser war.

Auf dem Weg bekamen wir sehr viele Tiere zu sehen, unter anderem Zebras, Elefanten, Affen, Wildhunde, Hyänen und Krokodile.

Wildhunde auf dem Weg zur Jagd

Gegen 10 Uhr waren wir wieder zurück im Camp, fuhren dann um 16 Uhr aber nochmal für vier Stunden durch den Park. Diesmal sahen wir sogar noch mehr, zum Beispiel Giraffen, einen Leopard und ein Stachelschwein. Die letzte halbe Stunde fuhren wir im Dunkeln.

Elefanten in der Abenddämmerung
Giraffen

Am nächsten Tag verließen wir am Morgen nach dem Frühstück (bei dem mir mein Toast von einem Affen geklaut wurde) das Camp. Nachdem uns einer der Mitarbeiter mit nach Chipata genommen hatte, suchten wir uns ein Motel und verbrachten den restlichen Tag und eine Nacht in Chipata. Die Stadt ist zwar nicht besonders groß, Infrastrukturmäßig aber ganz gut ausgestattet. So gab es zum Beispiel ein Pizzarestaurant (um einiges billiger als in Malawi), eine Eisdiele und einen Buchladen, die wir alle nacheinander besuchten.

Als wir am Dienstag aufgestanden waren, suchten wir uns ein Sammeltaxi zur Grenze, wo wir uns wieder unsere Stempel abholten. Dann ging es weiter nach Mchinji und von dort nach Lilongwe, wo wir nach einer schnellen Minibusfahrt gegen 11:30 Uhr ankamen.

Nachdem wir etwas Zeit in der Stadt verbracht hatten, fuhren wir wieder zu Charlotte, Anna und Lea, um dort zu übernachten.

Am Mittwoch wollten wir uns noch ein bisschen mehr in Lilongwe umschauen, und gingen in die Area 2, wo es einen großen Markt gibt. Außerdem gab es auch einige Haarsalons, wo man sich alle möglichen Frisuren machen lassen konnte. Also entschieden Julia und ich, uns Braids machen zu lassen und wir gingen in einen der Salons, wo einige nette Frauen damit beschäftigt waren, Frisuren zu machen. Einige Stunden später gingen wir mit unseren neuen Haaren auf den großen Markt, wo es einen Bereich mit Unmengen an Chitenjes gab (bunte Stoffe, die man unter anderem um die Hüften trägt oder sich daraus etwas nähen lässt). Wir sahen uns lange um und kauften uns auch ein paar Exemplare.

Ein Teil der Chitenje Auswahl

Am Donnerstag (9.01.) war schließlich der erste Tag unseres Zwischenseminars gekommen und wir machten uns am frühen Nachmittag auf den Weg nach Senga Bay. Als erstes fuhren wir mit dem TukTuk zu der Stelle, wo die Minibusse nach Salima abfahren. Das dauerte relativ lange, da gerade Demonstrationen gegen den Präsidenten und den Wahlprozess in der Stadt stattfanden.

Wir setzten uns in einen Minibus nach Salima, wo wir ungefähr 2 Stunden später ankamen und in ein Taxi nach Senga Bay stiegen.

In Senga Bay angekommen gingen wir zur Cool Runnings Lodge, die Sam (der Mentorin von Jana und Phöbe) gehört. Dort fand das Seminar statt mit allen 12 Malawi-Freiwilligen, 3 Freiwilligen aus Uganda und Jana und Gunter, die für Kolping arbeiten und extra aus Deutschland gekommen sind.

Die nächsten fünf Tage verbrachten wir damit, verschiedene Themen zu besprechen und zu diskutieren. Wir versuchten, Probleme zu lösen und tauschten uns über die unterschiedlichen Projekte und Erfahrungen aus.

Die Seminar Mitglieder

Am Dienstag Mittag (14.01.) war das Seminar vorbei und wir trennten uns wieder. Ich verbrachte noch eine Nacht bei Jana und Phöbe, die auch in Senga Bay wohnen und fuhr dann am Mittwoch nach Lilongwe. Am Donnerstag stand ich früh auf und stieg in den Sososo-Reisebus nach Mzuzu. Fünf Stunden später war ich dort, allerdings war alles geschlossen und abgesperrt, weil auch hier Demonstrationen stattfanden.

Ich fuhr nach Ekwendeni zu Cédric, wo auch Clifford war, der etwas in Mzuzu zu tun gehabt hatte und außerdem gekommen war, um uns abzuholen. Nach dem Mittagessen stiegen wir also zu dritt in den Minibus und fuhren die letzten drei Stunden durch die Berge nach Hause nach Chilumba. Dort angekommen wurden wir wieder sehr herzlich von unseren Nachbarn begrüßt und aßen abends auch gleich zusammen mit Nyapeti Nsima.

Etwas, was wir sehr vermisst hatten…

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