Am Freitag gingen wir wieder in die Schule, wo wir ebenfalls freundlich begrüßt wurden. Mittlerweile war die zweite Schulwoche nach den Ferien schon fast vorbei und es hatte sich einiges getan.

Der Mais um unser Haus, der um Weihnachten gerade gepflanzt worden war, war mittlerweile schon sehr hoch gewachsen. Generell war es um einiges grüner geowrden und einige Wege, die vor den Ferien noch relativ breit gewesen waren, waren mittlerweile größtenteils verwachsen – der Regen hatte seinen Dienst getan.

Auf diesem Weg konnten in der Trockenzeit theoretisch noch Autos fahren

Auch in der Schule gab es ein paar Veränderungen:

Unsere Freundin Gladys war leider nach Mzuzu gezogen, weil sie dort an einer anderen Schule eine Stelle bekommen hatte. Daraufhin wurden zwei neue Lehrerinnen eingestellt, Carol und Dorothy. Außerdem waren Julias und meine Unterrichtsfächer auf die anderen Lehrer aufgeteilt worden, sodass wir mehr Zeit für den Kindergarten und andere Projekte hatten.

Julia fuhr dann auch gleich in den Kindergarten und ich blieb in der Schule und verbrachte die Zeit damit, mich mit den anderen Lehrern zu unterhalten und meine nächsten Projekte zu planen. Vor allem wollte ich die Bibliothek neu sortieren und dafür sorgen, dass die Schüler wieder besseren Zugang zu den Büchern hatten, was seit der Kündigung des vorherigen Bibliothekars nicht so gut funktionierte.

Am Nachmittag waren wir zuhause und kauften ein Huhn von unseren Nachbarn, was diese als Willkommens- Abendessen zubereiteten. Vorher gingen wir aber nochmal zurück zur Schule, um mit den Mädchen vom Internat ein bisschen Musik zu machen.

Am Abend aßen wir schließlich Nsima mit Chicken, zusammen mit unseren Nachbarn Nyapeti, Veronica und deren Töchtern Emily und Seila.

Unser Abendessen

Am Samstag ging ich am Vormittag zur Schule, um ein paar Dinge mit dem Direktor zu besprechen. Die meiste restliche Zeit verbrachte ich zuhause. Am Abend aßen wir wieder mit unseren Nachbarn zusammen Nsima, was diesmal aber Julia für uns kochte.

Am Montag gingen wir schließlich wieder zur Arbeit. Julia fuhr zum Kindergarten, wo sie jetzt die meiste Zeit verbringen würde.

Ich ging zur Schule und fing an, die Bücher in der Bibliothek zu sortieren. Ich verbrachte die meiste Zeit diese Woche damit, die Bücher nach Themen und Genres zu sortieren und die Regale zu beschriften.

Am Freitag Morgen fuhr ich mit dem Direktor und dem Fahrer Joha nach Mzuzu, weil wir dort neue Schulbücher besorgen wollten. Als erstes fuhren wir jedoch zur Bank, weil der Direktor Geld holen wollte, um seine Autoversicherung zu bezahlen. Dort traf ich zufälligerweise auf den Freiwilligen Cédric, der auch gerade mit seinem Chef da war. Als wir in der Bank fertig waren, fuhren wir zum Versicherungsbüro, wo mich plötzlich Vinjeru begrüßte, ein Freund von uns, der genau wie Cédric in Ekwendeni wohnt.

Als mit der Versicherung alles geregelt war, gingen wir in ein kleines Buchgeschäft, in dem es fast ausschließlich Schulbücher gab. Buchläden sind in Malawi sehr selten und nur in den größeren Städten zu finden. Und auch dort sind sie oft nur sehr klein und der Fokus liegt auf Schulbüchern. Wir gaben der Verkäuferin die Liste mit den Büchern, die wir benötigten, kauften sie allerdings noch nicht, weil nicht alle Bücher auf Vorrat waren und sie erst welche bestellen musste.

Als alles erledigt war, fuhren der Direktor und Joha wieder zurück nach Chilumba, während ich in Mzuzu blieb, um Gladys zu besuchen. Ich ging zu einem großen Supermarkt, weil ich mich dort mit ihr treffen wollte und begegnete Kides, einer Freundin von Julia und mir, die im Oktober nach Mzuzu gezogen war, um hier zu studieren.

Kides und ich

Wir unterhielten uns kurz, dann kam Gladys und wir gingen zusammen zum Markt, weil sie sich Gummistiefel kaufen wollte. Außerdem ließ ich endlich meine Handykamera reparieren. Anschließend fuhren wir zu ihr nach Hause, wo sie mit ihrer Tante und ein paar Cousins und Cousinen wohnte. Wir verbrachten einen netten Abend, kochten zusammen und unterhielten uns.

Am Samstag nach dem Frühstück ging Gladys mit mir in die Kirche. Sie geht in die Seventh Day Adventists Church, wo der Samstag Kirchentag ist und nicht der Sonntag. Die Messe ist in verschiedene Teile aufgeteilt. Als erstes wird gebetet, dann geht man in kleine Gruppen und diskutiert einen kleinen Ausschnitt aus der Bibel. Anschließend gibt es noch eine Predigt und es wird gesungen.

Bei Gladys – fertig für die Kirche

Um 12 Uhr war die Kirche vorbei und wir gingen nach Hause, um Mittag zu essen. Nach dem Essen gingen Gladys, ihr Freund Bright und ich zu einer Frau, die in der Nähe wohnt und Hochzeitskleider vermietet. Gladys würde nämlich im April heiraten und Julia und ich waren zwei der Brautjungfern. Die Frau führte uns in einen Raum, wo mehrere, teilweise sehr extravagante Hochzeitskleider hingen. Gladys fand eins in ihrer Größe, probierte es an und war sofort verliebt – und das gleich beim ersten Versuch.

Ein Punkt auf der Organisationsliste war also abgehakt und wir machten uns auf den Weg in die Stadt. Dort gingen wir in ein kleines Restaurant, was auch Hochzeitstorten und Snacks anbietet. Die Verkäuferin zeigte uns verschiedene Variationen und Gladys entschied sich für die billigste – 120 000 Kwacha (knapp 150 €).

Als auch das geklärt war, gingen wir noch kurz zum Markt, um ein bisschen nach Schuhen zu schauen, dann brachten die beiden mich zum Minibus-Depot, von wo aus ich wieder zurück nach Hause fuhr.

Auf dem Weg von Mzuzu nach Chilumba

Gegen 20:30 Uhr kam ich in Chilumba an und wurde von Clifford und Julia abgeholt. Zuhause wartete auch schon ein Abendessen auf mich.

Am Sonntag war erst einmal wieder Wäsche waschen angesagt, was mich auch einige Zeit kostete. Den Großteil des Tages verbrachten wir Zuhause, zum Beispiel damit, Stoff, der als Deko für den Kindergarten dienen sollte, vorzubereiten.

Außerdem arbeiteten wir ein bisschen in unserem Garten weiter. Am Abend kamen auch Euleka und Cliffords Freund Austin und wir kochten alle zusammen Reis mit Bohnen und unterhielten uns anschließend noch lange.

Am Montag ging ich wieder in die Schule, um in der Bibliothek weiterzuarbeiten. Auch, wenn es zwischendurch bewölkt und regnerisch aussah, war es doch ziemlich warm und Julia und ich entschlossen uns, nach der Arbeit zum See schwimmen zu gehen – etwas, was wir schon länger nicht gemacht hatten. Wir ließen uns also von einem Auto zum Markt bringen, gingen von dort zu Fuß zum See und sprangen ins Wasser. Wir machten uns rechtzeitig auf den Rückweg und waren kurz bevor es komplett dunkel war wieder Zuhause (mittlerweile wird es nicht mehr um Punkt 18 Uhr, sondern eher gegen 18:40 Uhr dunkel).

Die neu sortierte Bibliothek
Ein paar Schüler beim Malen in meinem donnerstäglichen Art-Club

Am Freitag verbrachte ich den Vormittag und frühen Nachmittag wieder in der Bibliothek. Vor allem nach Unterrichtsschluss kamen wieder viele Schüler, um Bücher auszuleihen. Anschließend fuhr ich mit zehn Schülern nach langer Zeit wieder zum See für den Swimming – Club. Wir benutzten wieder den Laster der Schule und verbrachten ungefähr 45 Minuten im Wasser. Als wir fertig waren, fuhren wir wieder zurück zur Schule und ich machte mich auf den kurzen Weg nach Hause. Euleka war auch bald da und Julia war noch mit Clifford in Karonga, um Geld abzuheben, weil der Automat in Uliwa mal wieder nicht funktionierte. Ich versuchte mal wieder mein Glück im Nsima kochen, was mir dieses Mal auch ganz gut gelang.

Selbstgekochtes Nsima mit Soya-Pieces

Am Samstag fuhren Julia und ich nach dem Frühstück nach Uliwa. Sie setzte von dort ihren Weg nach Mzuzu fort, um mit Gladys ein paar Sachen bezüglich der Hochzeit zu besprechen. Ich ging einkaufen und fuhr dann wieder zurück nach Hause. Gegen Mittag ging ich zur Schule, weil die Internats-Mädchen heute Filmtag auf dem Programm hatten und mich gebeten hatten, ihnen die Bibliothek aufzuschließen und einen Film anzuschalten. Wir schauten also zusammen einen Nigerianischen Film und am Nachmittag war ich wieder zuhause, nachdem ich kurz bei einem Kollegen vorbeigeschaut hatte. Am Abend wollte ich einen Kuchen backen und Clifford half mir dabei. Weil wir keinen Backofen haben, mussten wir die Methode anwenden, die uns die Frau des Direktors ganz am Anfang gezeigt hatte: den Topf mit dem Teig auf Kohlen stellen und von oben mit einem flachen, ebenfalls mit Kohlen belegten Gegenstand, abdecken. Es funktionierte sogar ganz gut und es entstand ein leckerer Zitronenkuchen (es ist gerade Zitronenzeit). Gegen 21 Uhr holten wir Julia vom Minibus ab und gingen wieder nach Hause.

Unser Backofen
Zitronenkuchen

Am Montag ging ich pünktlich um 7 Uhr zur Schule, um nicht zu spät zum assembly zu kommen. Aber auch als die anderen Lehrer nach und nach eingetrudelt waren, fand das assembly heute nicht statt. Der Grund: der Direktor hatte den Tag spontan als Ferientag erklärt. Das lag daran, dass nach den umstrittenen Präsidentenwahlen im Mai heute das Verfassungsgericht das Urteil des Gerichtsverfahrens vorlegen wollte. Es gab den Vorwurf, dass die Stimmzettel mit TipEx bearbeitet worden sein sollten und generell wurde die Regierung für korrupt gehalten. Daher hatte es in den letzten Monaten immer wieder Demonstrationen gegeben mit der Forderung, neu zu wählen. Diese waren aber nicht immer nur friedlich abgelaufen. Und da nicht klar war, wie das Urteil lauten würde und man sich nicht sicher war, wie die Bevölkerung darauf reagieren würde, hatten viele Schulen (vor allem in den Städten) den Unterricht für diesen Tag ausfallen lassen, um die Sicherheit der Schüler zu gewährleisten.

Auch viele Geschäfte waren geschlossen, es fuhren weniger Autos und irgendwie schien Alles auf das Urteil zu warten. Ich hörte mit ein paar Lehrern im Radio mit, wo als erstes gesagt wurde, dass das Ergebnis nicht wie angekündigt um 9 Uhr, sondern erst ein paar Stunden später verkündet werden würde.

Ich fuhr also zum Kindergarten, um Julia dabei zu helfen, eine Stoffdekoration für den Kindergarten herzustellen. Alex, einer der anderen Kindergärtner half uns dabei, denn auch hier waren heute keine Kinder da. Wir waren bis ungefähr 16 Uhr beschäftigt und fuhren dann nach Hause, wo wir noch kurz die vom Regen beschädigten Beete in unserem Garten ein bisschen reparierten.

Dekoration für den Kindergarten

Am Dienstag stand ich auf und traf auf unseren Nachbarn Patson. Der erzählte mir, dass das Gericht gestern Abend das Urteil verkündet hatte: es würde innerhalb von 150 Tagen Neuwahlen geben, zur Freude von vielen Malawiern. Heute war also wieder Unterricht und ich verbrachte den Tag in der Bibliothek. Am Nachmittag fuhr ich wieder zum Kindergarten, wo wir bis ungefähr 17 Uhr an der Dekoration weiterarbeiteten. Von dort machten wir uns direkt auf den Weg nach Uliwa, wo Julia die Kleider abholen wollte, die sie bei einem Schneider in Auftrag gegeben hatte. Dieser war allerdings entgegen seiner Ankündigung noch nicht fertig. Also gingen wir Clifford von der Arbeit abholen und kauften noch ein bisschen frisches Rindfleisch, was Clifford zusammen mit Nsima kochte, als wir wieder Zuhause waren. Während dem Essen prasselte der Regen so laut auf unser Blechdach, dass wir uns kaum verstehen konnten. Auf unserer Terrasse fanden wir zwei süße Hundewelpen, die dort die Nacht verbrachten.

Mittwochs arbeite ich immer im Kindergarten, ich fuhr also am Morgen hin und verbrachte den Tag mit den Kindern. Kurz nach der Mittagspause fuhr ich mit Julia und Clifford nach Karonga, um unsere Aufenthaltserlaubnis zu verlängern. Die Straßen in Karonga waren durch den Regen der letzten Tage teilweise überschwemmt, was uns das Fortbewegen ein bisschen erschwerte. Wir ließen uns von Fahrad-Taxis zum immigration office fahren und verlängerten die Erlaubnis. Das funktionierte problemlos (obwohl wir eigentlich zwei Tage zu spät dran waren) und kostete anders als erwartet nicht einmal etwas. Anschließend gingen wir noch kurz einkaufen und fuhren dann mit einem ziemlich langsamen Minibus zurück nach Hause.

Überschwemmte Straßen in Karonga

Am Donnerstag Morgen gingen wir zur Schule, wo wir vom Direktor und seinem Fahrer Joha abgeholt wurden, um abermals nach Karonga zu fahren. Dort wollten wir uns ein paar andere Kindergärten anschauen, als Anregung für unseren eigenen. Wir fuhren also zu einem Kindergarten, unterhielten uns dort ein bisschen mit einem der Erzieher und sahen uns die Räume an. Es gab vier Gruppen: die unter 2 Jährigen, die 3 – , 4- und 5 Jährigen. Bis auf die kleinsten, hatten alle Kinder schon eigene Schreibtische und wurden im Zählen, Buchstaben malen, usw. unterrichtet. Außerdem besaß der Kindergarten draußen ein paar Spielgeräte und zwei Hüpfburgen, die jeden Mittwoch aufgebaut wurden.

Auf dem Weg zurück zum Auto trafen wir auf zwei andere deutsche Freiwillige, die gerade bei einem Programm mitarbeiteten, das Babymilch für Mütter zur Verfügung stellt, die selber nicht stillen können.

Wir fuhren weiter und setzten den Direktor an der Bank ab, während wir uns noch einen anderen Kindergarten anschauen sollten, der Johas Cousin gehört. Wir fuhren dort hin, der Kindergarten befand sich allerdings noch im Bau. Also fuhren wir weiter zu der dazugehörigen Grundschule, über die uns der Schulleiter einiges erzählte.

Als wir fertig waren, trafen wir uns wieder mit dem Direktor und gingen Mittagessen. Mittlerweile war es schon kurz nach 13 Uhr und irgendwie hatte alles wieder um einiges länger gedauert, als erwartet. Nach dem Essen fuhren wir dann noch zum Markt, um Essen fürs Internat zu besorgen.

Der Markt in Karonga

Gegen 15:45 Uhr fuhren wir schließlich los, zurück Richtung Chilumba. Auf dem Weg hielten wir allerdings nochmal bei einem Verwandten vom Direktor, um dort etwas abzuholen. Als wir schließlich Chilumba erreichten, war es fast halb sechs. Wir ließen uns in Uliwa absetzen, wo wir Anna und Charlotte abholten, die gerade aus Lilongwe angekommen waren. Sie waren auf dem Weg nach Tansania und legten bei uns einen Zwischenstopp ein. Wir gingen noch kurz einkaufen und fuhren dann nach Hause.

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  1. Avatar von Unbekannt

1 Comment

  1. Hallo Emilia 😍…. super schaust du aus 😍😍😍😍. Dickes Bussi, alles Liebe und danke für deine, immer interessanten Erzählungen.

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