Unter der Woche waren Julia und ich Vormittags viel mit arbeiten beschäftigt. Julia war meistens im Kindergarten und ich in der Bibliothek. Einmal die Woche tauschen wir.
Ich war meistens von 7 bis 16 Uhr in der Schule, wo die Schüler Bücher ausleihen konnten und ich andere kleine Aufgaben übernahm.
Am Nachmittag war ich oft zuhause, einkaufen oder besuchte Freunde / Kollegen.
Am Samstag (08. Februar) hatte Tawuka ein Fußball- und Netballspiel gegen die Nachbarschule St. Annes Secondary School, was wir uns anschauten. Am darauffolgenden Sonntag fuhr ich zum See schwimmen und besuchte anschließend unsere Freundin Martha an der Chilumba Secondary School.
In der nächsten Woche ließ ich mir in Uliwa ein neues Kleid schneidern. Außerdem bekamen wir für zwei Tage Besuch von Thomas, einem anderen Freiwilligen aus dem Süden Malawis. Am Freitag fuhren wir mit dem Direktor nach Mzuzu, um neue Schulbücher und Wandfarben für den Kindergarten zu kaufen. Julia und ich hatten nämlich vor, die Außenwände dort mit Tiermustern und anderen kleinen Bildern zu bemalen.

Am Wochenende waren Julia und ich wieder schwimmen am See und am Sonntag gingen wir in die CCAP church, die eine Messe auf Englisch hatte. Die Kirche war relativ groß, es waren aber nicht sehr viele Leute da, wahrscheinlich weil die Messe schon um 7:30 Uhr anfing und die meisten Leute dann doch die Tumbuka Version bevorzugten.

Wir fanden die Art wie geprädigt wurde nicht so gut und werden wahrscheinlich nicht nochmal dort hingehen.
Am Montag bekam ich Besuch von einer Kollegin und kochte für sie Kartoffelpüree, um ihr zu zeigen, was wir in Deutschland so essen.
In letzter Zeit hatten wir uns mit Amos angefreundet, der bei uns in der Nähe wohnt und außerdem der Onkel von einem der Kindergartenkinder ist. Seine Familie hat als eine der einzigen der Gegend einen Backofen und sie versprachen uns, wir könnten ihn benutzen, wann immer wir Lust hatten. Also brachte Amos ihn am Dienstag vorbei (der ist nicht so groß) und wir machten drei verschiedene Sorten Apfelkuchen mit den Äpfeln, die Julia von ihrem letzten Trip nach Karonga mitgebracht hatte. Anschließend verteilten wir die Stücke auf unsere Freunde und Nachbarn, die gerade da waren.

Am Mittwoch standen wir früh auf und machten uns auf den Weg zum Kindergarten. Heute wollten wir nämlich mit allen Kindern und Erziehern nach Maji Zuwa, eine Lodge am See nicht besonders weit entfernt, fahren. (Maji Zuwa ist Chitumbuka und bedeutet Wasser Sonne). Als Joha mit dem Schullaster da war, wurde er mit Matratzen ausgelegt, die Kinder und Taschen wurden eingeladen und dann ging es los. Die Kinder waren voller Vorfreude und sangen den ganzen Weg verschiedene Lieder.

Am See angekommen wurde erst mal gefrühstückt, dann ging es runter zum Strand, wo am Sand und im seichten Wasser gespielt wurde. Die Kinder hatten großen Spaß dabei.
Anschließend aßen alle ihr mitgebrachtes Mittagessen, wir schauten uns noch kurz in der Lodge um und dann ging es auch schon auf den Rückweg. Auch wenn wir nicht besonders lange unterwegs waren, schliefen die meisten Kinder auf der Fahrt ein, es war schließlich ein anstrengender Tag gewesen…


Am Donnerstag war ich am Vormittag im Kindergarten. Nachdem die Kinder nach Hause gegangen waren, kamen ungefähr zehn Schüler aus dem Art Club und ich begann mit ihnen, die Außenwände des Kindergartens zu bemalen, was ganz gut funktionierte. Leider hatten wir in Mzuzu nicht alle Farben bekommen, die wir brauchten, weshalb wir jetzt noch nicht ganz so viel erledigen konnten.

Am Samstag war wieder Sport angesagt: an der Chilumba Secondary School wurde ein Fuß – und Netballturnier mit vier Schulen aus der Gegend veranstaltet. Ich blieb den ganzen Tag dort und schaute mir zusammen mit den Schülern und ein paar Lehrern die verschiedenen Spiele an. Leider schnitt Tawuka nicht ganz so gut ab.
Am Sonntag standen Julia und ich früh auf und machten uns auf den Weg, während die Sonne gerade hinter den Maisfeldern aufging. Wir fuhren nach Hanglawe (ungefähr 5 Minuten Motorradfahrt), wo wir uns mit Joel, einem Freund von uns trafen. Zusammen gingen wir zum See und stiegen mit zwei anderen Jungen in ein Holzboot, um zu fischen. Leider fingen wir nicht besonders viel und nur kleine Fische, es machte aber trotzdem Spaß.


Anschließend gingen wir zu Joel nach Hause, unterhielten uns mit ihm und bekamen dann ein leckeres Mittagessen aufgetischt.
Die nächste Woche verlief wieder relativ normal, die Nachmittage verbrachten wir viel mit unseren Nachbarn zum Beispiel damit, zusammen zu kochen.
Am Freitag hätten wir eigentlich unseren Swimming Club gehabt, es regnete aber sehr stark, weshalb wir nicht zum See fahren konnten. Stattdessen schaute ich mir mit einigen der Internatsmädchen einen Film in der Bibliothek an.
Nachdem wir am Samstag Vormittag dem Direktor Bescheid gesagt hatten, fuhren wir nach Mzuzu zu Gladys. Die nächste Woche waren Mid-Term Ferien (außer für die Schüler im letzten Jahrgang) und wir wollten ein paar Tage in Mzuzu verbringen.
Die Fahrt war ganz lustig und die Landschaft sehr schön, jetzt wo durch den Regen alles grün ist.
Als wir am frühen Nachmittag Mzuzu erreichten, gingen wir kurz einkaufen, wo wir Khumbo, einer Freundin von uns begegneten. Gladys holte uns dort ab und wir gingen zu einem Schneider, um die Maße für unsere Brautjungfernkleider nehmen zu lassen.
Auf den Weg dorthin trafen wir auf Clifford, der seit ein paar Tagen mit Nora in Mzuzu war. Nora war vor 3 Jahren Freiwillige in Tawuka und war jetzt zurück nach Malawi gekommen, um hier ein Praktikum zu machen.
Nach dem Schneider gingen wir kurz zum Markt, wo Gladys sich ihre Haare machen ließ. Anschließend gingen wir einkaufen und fuhren dann nach Hause, um unser Abendessen zu kochen.
Am späteren Abend trafen wir uns mit einem Freund von Gladys und dessen Arbeitskollegen.
Am Sonntag trafen wir drei uns mit einer der anderen Brautjungfern und besprachen ein paar Dinge. Den Nachmittag verbrachten wir entspannt bei Gladys und ihrer Familie Zuhause.
Am Montag musste Gladys arbeiten und Julia und ich zogen ein bisschen durch Mzuzu. Wir gingen zum Beispiel zu einem Second hand shop, wo es echt lustige Sachen gab.
Mittags stiegen wir dann in einen Minibus nach Chitimba (ca. eine halbe Stunde vor Chilumba). Von dort nahmen wir uns jeweils ein Motorrad und ließen uns über eine sehr holprige Straße den Berg hinauf nach Livingstonia fahren. Dort würden wir ein paar Tage in einer sehr schönen Ökolodge (Mushroom Farm) verbringen. Jana (eine andere Kolping-Freiwillige) und ihre Freundin Hanna waren ebenfalls dort. Jetzt unter der Woche und in der Regenzeit, war außer uns kaum jemand da, weshalb Julia und ich ein 9-Bett Dorm mit Terrasse für uns alleine hatten.

Am Dienstag Morgen machten wir vier mit dem Führer Griffin und einem netten japanischen Paar von Ärzte ohne Grenzen eine Wanderung zum nahe gelegenen Chombe Plateu. Es war sehr schön und am Ende auch ziemlich steil und rutschig. Leider war die Aussicht von oben nicht ganz so schön wie sie hätte sein können, weil es sehr neblig war. Zwischendurch klarte es aber kurz auf und wir hatten einen guten Blick auf den Malawisee.

Auf dem Rückweg kauften wir bei einem der Häuser an dem wir vorbeikamen ein bisschen Cassava-Mehl. Julia hatte nämlich mit Griffin gewettet, dass sie in der Lage war Nsima zu kochen, was dieser ihr nicht glauben wollte.
Als wir wieder in der Mushroom Farm waren, durfte Julia die Küche dort mitbenutzen und machte sich gleich daran, Nsima zu kochen. Dazu gab es Ei in Tomatensoße. Wir setzten uns zusammen mit dem japanischen Paar, Griffin und dem Rezeptionisten an den Tisch und genossen unser spätes Mittagessen.
Später sah ich mir mit Jana den sehr schönen Permakulturgarten der Lodge an, aus dem viele Zutaten für das Essen genommen werden.

Am Abend unterhielten wie uns, spielten ein paar Spiele und gingen dann schlafen.
Am Mittwoch Morgen genossen wir ein leckeres Frühstück (das Essen in der Mushroom-Farm ist sehr gut). Eigentlich hatten wir schon früh losgehen wollen, um uns die nahe gelegenen Manchewe Wasserfälle anzuschauen, es war aber wieder so neblig, dass man fast gar nichts sehen konnte. Gegen halb 11 hatte es schließlich ein bisschen aufgeklart und wir machten uns auf den Weg. Als wir nach ein bisschen gehen die Stelle erreicht hatten, von der man normalerweise einen sehr schönen Blick auf die Wasserfälle hat, sah man wieder nichts als eine weiße Nebelwand. Der Weg war aber trotzdem schön gewesen.

Zurück in der Lodge ruhten wir uns noch ein bisschen aus und machten uns dann mittags alle vier wieder auf den Weg nach unten. Jana und Hanna fuhren von dort weiter Richtung Süden nach Nkhata Bay. Julia und ich fuhren in die andere Richtung, zurück nach Hause.
Später kamen Austin (ein Freund von uns) und dessen Freund und wir spielten zusammen Karten. Nach einiger Zeit kam auch Clifford von seiner anstrengenden Feldarbeit zurück.
Am Donnerstag und Freitag gingen wir arbeiten, allerdings nicht besonders lange, da für die meisten Schüler noch Ferien war. Am Freitag Nachmittag fuhren wir mit vielen der Form 4s zum See, damit sie wenigstens auch ein bisschen was von den Ferien hatten. Sie hatten viel Spaß und auch für uns war es sehr lustig.
Den Samstag Vormittag verbrachte ich viel mit Wäsche waschen und aufräumen, dann ging ich kurz einkaufen und dann zu Clifford, wo auch Austin gerade da war. Kurz darauf kam auch schon Nora und wir gingen zusammen zu unserem Haus, was sich seit ihrem Aufenthalt hier doch um einiges verändert hatte. Am Nachmittag kam Joel uns besuchen. Auch Clifford und Austin waren noch da und wir kochten alle zusammen und unterhielten uns.
Schließlich saßen wir unterm Mangobaum und aßen zu Abend, während es dunkel wurde. Gegen 20 Uhr gingen Joel und Austin nach Hause, da sie nicht ganz so nahe wohnten. Dafür kam aber Darius (einer der Tawuka Schüler), der ganz in der Nähe wohnt und wir machten ein bisschen zusammen Musik.
Am Sonntag Morgen fuhren Julia und ich schon wieder nach Mzuzu, weil wir dort mit den anderen Brautjungfern und Trauzeugen anfingen, unsere Tanzchoreographie für die Hochzeit zu proben. Als wir mit den Proben fertig waren, fuhren wir zurück nach Hause. Mittlerweile war es später Nachmittag. Clifford kam uns besuchen und wir kochten zusammen.
Am Montag waren die Ferien vorbei und ich ging wieder zur Schule in die Bibliothek. Anschließend verbrachten wir den ganzen Nachmittag und Abend mit Clifford.
Am Dienstag Morgen fuhr er nämlich auf unbestimmte Zeit nach Lilongwe, weil er dort zusammen mit einem Freund einen Job als Dachdecker hat. Bevor er fuhr kam er noch zu uns, um sich zu verabschieden (und uns ein paar Tipps für den Garten zu geben) und machte sich dann auf den Weg nach Mzuzu, von wo es weiter nach Lilongwe ging…