Freitag, 22. November bis Mittwoch, 4. Dezember

Am Freitag war ich in der Schule und Julia im Kindergarten. Kurz nachdem der Unterricht für den Tag beendet war, gingen wir nach Hause, um unsere Sachen zu packen. Wir wollten nämlich übers Wochenende nach Mzuzu fahren und unsere Freunde dort besuchen. Außerdem waren wir zu einer Geburtstagsfeier am Samstag eingeladen. Bax, unser Freund und Kollege würde uns begleiten. Wir gingen also zur Straße, wo einige Frauen saßen und Mangos verkauften. In Chilumba ist gerade Mangohochsaison, weshalb man sie überall und auch sehr billig findet. In Mzuzu wachsen sie jedoch nicht, weshalb wir beschlossen, Vinjeru (zu dem wir unterwegs waren) welche mitzubringen. Wir kauften also den Inhalt eines 10l-Eimers (14 große Mangos) für 1000 Kwacha insgesamt (ca. 1,25€). Anschließend warteten wir kurz auf eine Mitfahrgelegenheit und trafen dann auf einen Mann der mit seinem neu gekauften Auto auf dem Weg von Dar Es Salaam nach Mzuzu war. (In Malawi werden keine Autos produziert, wer sich also eins kauft, lässt sich das meist aus Japan nach Tansania Schiffen und holt es dann in Dar es Salaam am Hafen ab.) Wir stiegen zu dem Mann ins Auto, der zwar den gleichen Preis wie die Minibusse verlangte, wir hatten aber auch eine sehr komfortable Fahrt. Auf dem Weg hielten wir kurz in einem Dorf in den Bergen an, wo der Fahrer kurz bei seinem Elternhaus vorbeischaute. Trotzdem waren wir sehr schnell und nach gut 2 Stunden kamen wir um kurz nach 7 Uhr in Ekwendeni an. Dort würden wir bei Vinjeru übernachten. Den Abend verbrachten wir entspannt, wir kochten zusammen und saßen in Vinjus Garten und unterhielten uns.

Unsere Mangoausbeute

Am Samstag morgen machte Julia French Toasts, die wir dann zusammen mit Mangos auf Vinjus Terrasse aßen. Gegen 11 Ur fuhren wir nach Mzuzu und gingen im Shoprite (ein sehr großer Supermarkt) einkaufen. Anschließend fuhren wir zurück nach Hause und kochten Mittagessen. Gegen 15 Uhr fuhren wir dann wieder zurück nach Mzuzu, wo wir zur Hauseinweihungsfeier von einem Freund von Vinju gingen. Wir verstanden uns sehr gut mit den Leuten dort, vor allem mit Lucy, der Frau von Vinjus Freund. Sie wollte uns sogar ihren Verlobungsschmuck als Andenken schenken, was Julia und ich aber nicht annehmen konnten. Es wurde Hühner-, Schweine-, Rind-, und Ziegenfleisch gegrillt und dazu gab es verschiedene Salate. Es war ein sehr netter Nachmittag, wir bekamen sehr viel zu Essen und zu Trinken und Bax traf sogar seine Tante, die er das letzte mal als kleines Kind gesehen hatte.

Mit Vinju (vorne rechts), Bax (vorne links) und Julia (hinten rechts)
Lucy und ich mit ihrem Verlobungsschmuck
Beim Knoblauch schneiden

Um ca. 7 Uhr fuhren wir zur Party von einem anderen von Vinjus Freunden, wo wir auch einige nette Leute trafen, allerdings blieben wir nur ca. 15 Minuten und machten uns dann auf den Weg zur Mozoozoozoo Bar, wo die Geburtstagsfeier einer Norwegerin namens Ida stattfand. Wir trafen dort auch auf einige Leute, die wir schon vom Lake of Stars Festival oder von vorigen Besuchen in Mzuzu kannten. Auch hier war die Stimmung ganz gut und wir blieben eine Weile, bis wir kurz nach Mitternacht noch kurz ins Paris gingen (ein Club in Mzuzu).

Am Sonntag verbrachten wir den Vormittag entspannt bei Vinju in Ekwendeni, bis er uns um kurz nach 3 nach Mzuzu brachte, wo Bax, Julia und ich in einen Minibus nach Chilumba stiegen.

Am Montag standen Julia und ich früh auf, wir hatten uns nämlich um 6 Uhr mit den Schülern an der Schule für unseren Trip in den Nyika Nationalpark verabredet. Es war zwar fast niemand komplett pünktlich, wir konnten aber trotzdem um kurz nach halb 7 mit 27 Schülern und 4 Lehrern (inklusive Julia und mir) losfahren. In Uliwa wollten wir den Guide einsammeln, der mit uns mitkommen würde. Leider war er aber nicht wie verabredet um 7 Uhr sondern erst um 8 da, sodass wir erst mal ca. eine Stunde in Uliwa verbrachten. Schließlich ging es los und wir machten uns auf den langen Weg durch die Berge, bis nach Rumphi und von dort weiter bis zum Nationalpark Eingang, dem Thazima Gate. Der Nyika Nationalpark erstreckt sich auf der malawischen Seite über 3104 km² und über ca. 70 km² in Sambia und befindet sich meist über 2000 m Höhe. Wir erreichten den Eingang gegen 13:30 Uhr und machten dort Pause, um zu Mittag zu essen. Anschließend fuhren wir die letzten 60 km im Nationalpark zu unserer Unterkunft, einem einfachen Jugendhostel, was noch mal über 3 Stunden dauerte. Auf dem Weg sahen wir zwei Elefanten, ein paar Zebras und Antilopen und sehr schöne Landschaften. Das Wetter und auch die Landschaft erinnerten teilweise sehr an Mitteleuropa, vor allem da unsere Unterkunft direkt neben einem Nadelwald gelegen war. Sobald die Sonne weg war kühlte es sehr stark herunter (ca. 10°), was nach den heißen Temperaturen in Chilumba eine ziemliche Umstellung war. Nach der Ankunft aßen wir zu Abend und Julia und ich spielten ein paar Gemeinschaftsspiele mit den Schülern.

Unsere erste Zebrabegegnung

Am nächsten Morgen wurde nach dem Frühstück um 8 Uhr eine Art Unterrichtsstunde veranstaltet, wo ein paar Park-Ranger etwas über die Geschichte und Gegenwart des Parks erzählten und die Schüler außerdem Gelegenheit hatten, Fragen zu stellen. Anschließend fuhren wir auf Game-Drive eine kleine Runde durch den Park und sahen sehr viele Zebras, Antilopen und Buschböcke. Die Straße war sehr holprig und wir mussten immer wieder aus dem Bus steigen, um zu schieben oder Steine wegzuräumen. Leider setzte der Bus auch einmal auf, sodass auf der linken Seite über dem Rad eine deutliche Verbiegung zu sehen war.

Unterwegs durch den Nationalpark
Die Nyika-Gang

Am Nachmittag spazierten wir zur nahe gelegenen Chelinda- Lodge, einer Touristenunterkunft und bekamen dort eine kleine Führung. Währenddessen hatten die Jungen eine Fußballmannschaft im Mini-Dorf neben unserer Unterkunft gefunden, gegen die sie ein Spiel veranstalteten. Am Abend gab es wieder etwas zu essen, wir spielten Spiele und wärmten uns am Lagerfeuer.

Am Mittwoch nach dem Frühstück ging es wieder zurück nach Hause. Wir waren diesmal etwas schneller als bei der Hinfahrt, fuhren aber trotzdem ca. 8 Stunden. Dabei merkte man deutlich, wie es immer wärmer wurde, je tiefer und näher wir dem See kamen. Gegen 16 Uhr erreichten wir Chilumba, wo wir von den zuhause gebliebenen Internatsschülerinnen herzlich begrüßt und umarmt wurden.

Der Donnerstag und Freitag verlifen dann wieder relativ normal, wir unterrichteten und hatten unsere Ag´s (Zeichen-AG am Donnerstag und Schwimm-AG am Freitag).

Am Samstag ging ich am Vormittag nach Uliwa zum Einkaufen und als ich zurück kam, war Gladys bei uns. Sie blieb den ganzen Tag und abends kam auch Clifford von der Kirche zurück. Leider hatten wir mal wieder keinen Strom, was Julia und mich in dem Moment aber gar nicht so sehr störte. Clifford und Gladys waren allerdings sehr entschlossen, einen Elektriker aufzusuchen, der nicht weit entfernt wohnte. Julia und ich gingen also mit, der Elektriker konnte uns aber auch nicht helfen und sagte uns, wir sollten am nächsten Morgen die Stromgesellschaft anrufen.

Am Sonntag morgen wusch ich meine Wäsche und um 9:30 Uhr gingen Julia und ich zur „Born again full gospel church“. Der Pfarrer dort hatte Julia vor ein paar Tagen eingeladen, zur Sonntagsmesse zu kommen. Als wir dort ankamen, sprachen wir erst einmal mit dem Pfarrer, der sehr sympathisch war, und uns ein bisschen erzählte, worüber er heute predigen würde. Das fand nämlich auf Chitumbuka statt. Die Kirche war im Vergleich zu den anderen ziemlich klein und es waren nur ca. 15-20 Menschen dort. Die Stimmung war aber sehr schön und wir wurden sehr warm willkommen geheißen. Es wurde viel gesungen und alle schienen sehr leidenschaftlich bei der Sache zu sein. Um kurz nach 11 Uhr war die Messe schließlich vorbei, wir unterhielten uns noch ein bisschen mit dem Pfarrer und den anderen Mitgliedern und gingen dann nach Hause. Dort bastelte Julia einen Adventskranz aus Mangozweigen und ich stellte ein bisschen Weihnachts-Deko her, schließlich war heute der erste Advent.

Unser Adventskranz aus Mangoblättern

Den restlichen Nachmittag und Abend verbrachten wir zuhause und als wir gegen 10 Uhr gerade entspannt mit Clifford auf der Terrasse saßen, kamen plötzlich zwei Jungen, die nach Patson (unserem Nachbarn) suchten, der aber nicht da war. Einer von ihnen (Emmanuel, ein Schüler aus Tawuka) hüpfte auf einem Bein und als wir fragten, was passiert sei, sagte er, er sei von einem Skorpion gebissen worden. Clifford, Julia und ich versuchten irgendwie zu helfen, Emmanuel schien nämlich sehr große Schmerzen zu haben. Schließlich beschlossen wir, ins Krankenhaus zu fahren. Wir gingen zur Straße, wo wir glücklicherweise schnell ein Auto fanden, das Emmanuel und mich nach St.Annes zum Krankenhaus brachte. Die anderen kamen kurz darauf nach. Im Krankenhaus kümmerten sich zwei Schwestern um ihn, gaben ihm Schmerzmittel und eine Infusion. Dann wurde er in ein Krankenzimmer gebracht und wir gingen mit. Kurz darauf war auch seine Mutter da, die das alles nicht so dramatisch zu sehen schien. Generell wurde die Stimmung bald etwas lockerer. Auch wenn Emmanuel immer noch Schmerzen zu haben schien, ging es ihm doch langsam besser und Julia, Clifford, Emmanuel’s Freund und ich machte uns gegen 23:30 Uhr wieder auf den Weg nach Hause, während die anderen die Nacht im Krankenhaus blieben.

Am Dienstag Nachmittag gingen Julia und ich nach der Arbeit zum See schwimmen, es war wieder ein sehr warmer Tag. Dort blieben wir den restlichen Nachmittag, aßen zu Abend und ließen uns dann gegen 20 Uhr mit dem Motorrad nach Hause fahren.

Am Mittwoch fuhr ich mit dem Fahrrad zum Kindergarten, nachdem ich meine Mathestunde gegeben hatte. Dort spielte und sang ich mit den Kindern und schaute kurz auch beim Unterricht der Vorschüler zu. In Bibelkunde wurde zum Beispiel über die Familienmitglieder und deren Aufgaben gesprochen. Auch wenn auf Chichewa unterrichtet wurde und ich deswegen nicht alles verstand, bekam ich doch so viel mit, dass die Aufgaben der Mutter und Schwester hauptsächlich beim Kochen, Wäsche waschen und putzen lagen.

Am Nachmittag kam Gladys mit zu uns und wir kochten zusammen Ziegenfleisch und Reis, was Gladys sehr lecker zubereitete.

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