Samstag, 9. November bis Mittwoch, 20. November
Am Samstag Vormittag waren wir zuhause und machten uns dann gegen 11:30 Uhr auf den Weg zur Tunduzi Lodge. Dort gingen wir schwimmen und trafen unter Anderem Clemens, ein deutscher auf Afrikareise, der dort zeltete. Wir verbrachten einige Stunden dort, schwammen, unterhielten uns mit den Leuten und machten ein bisschen Musik (einer der Gäste hatte eine Gitarre mitgebracht). Nachmittags fuhren wir dann mit Clemens nach Uliwa zum Markt, wo wir unseren Essensvorrat aufstockten und unter Anderem einen großen Fisch kauften. Diesen verarbeitete Julia dann zu sehr leckeren Fischfilets. Zusammen mit Clemens, Gladys und Clifford, die ebenfalls vorbeigekommen waren, kochten wir außerdem noch Soya-Pieces und Nyapeti brachte uns Nsima, was wir alles zusammen draußen auf unserer Terrasse aßen.

Die nächsten Tage in der Schule verliefen relativ normal, ich war viel damit beschäftigt, einen Schulausflug in einen Nationalpark zu organisieren.
Als
Julia und ich am Mittwoch nach der Mittagspause gerade im
Lehrerzimmer saßen, kam der Direktor herein und fragte, ob wir
gerade etwas wichtiges vorhatten. Als wir verneinten, bat er uns,
mitzukommen. Auf dem Weg nahmen wir auch noch Patson mit, der zwar
gerade unterrichtete, was aber in dem Moment von nicht zu großer
Bedeutung zu sein schien. Der Direktor erklärte uns, er wolle mit
uns nach Fulirwa fahren und mit den Mitgliedern des örtlichen
Wildlife-Clubs reden.
Julia und ich hatten nämlich eigentlich
vorgehabt, an diesem Wochenende mit ca. 30 Schülern in den Nyika
Nationalpark zu fahren. Wir hatten zwar auch schon einen Bus, einen
Guide und einen Übernachtungsplatz in einer Schule nahe des
Nationalparks organisiert, so ganz optimal war das Ganze aber nicht
geplant. In Malawi läuft eben Vieles über Kontakte, etwas, womit
Julia und ich noch ein bisschen zurückliegen. Deswegen waren wir
ziemlich froh, als der Direktor uns erklärte, dass die Wildlife-Club
Mitglieder uns möglicherweise helfen konnten, den Trip zu
planen.
Bevor wir aber dorthin fuhren, machten wir einen Stopp in
Uliwa, wo Felix uns alle auf eine Portion Pommes mit Getränk
einlud.
Anschließend fuhren wir ca. eine halbe Stunde nach
Fulirwa, am Fuß der Berge, die zwar schon zum Nyika Nationalpark
gehören, der Eingang ist allerdings woanders.
Dort wurden wir
von einigen Männern begrüßt, mit denen wir uns draußen vor deren
Büro setzten und uns unterhielten. Sie waren sehr freundlich und es
stellte sich heraus, dass es innerhalb des Nationalparks ein gratis
Hostel für die Schüler gab, in dem wir in der folgenden Woche zwei
Nächte verbringen konnten. Außerdem würde einer der Männer als
Guide mitkommen (K30000 – ca. 38€ für
zwei Tage). Und dadurch, das wir als Lernausflug und mit einem
Wildlife-Club Mitglied unterwegs sein würden, mussten wir auch alle
keinen Eintritt zahlen.
Die Männer schienen wirklich viel über
den Park und generell über die Tiere Malawis zu wissen und wir waren
ihnen und dem Direktor sehr dankbar für die Unterstützung und das
„Upgrade“ unseres Trips.
Als wir alles fertig besprochen
hatten, schauten wir uns noch kurz das „Powerhouse“ an, wo der
Strom für einen großen Teil von Malawis Northern Region produziert
wird. Im ganzen Land wird der Strom ausschließlich aus Wasserkraft
gewonnen!
Auch der Donnerstag und Freitag verliefen wieder relativ unspektakulär, Julia und ich unterrichteten und veranstalteten unsere AG´s.
Am Samstag ging Julia nach dem Frühstück zur Schule, um dort etwas zu klären. Als sie wieder kam, erzählte sie, dass heute anscheinend eine Lehrerfortbildung an der Chilumba Secondary School stattfand, an der wir teilnehmen sollten. Ungefähr eine halbe Stunde später machten wir uns also auf den Weg dorthin.
An der Schule angekommen (kurz nach 9), betraten wir den Saal, in dem schon einige Lehrer saßen und einem Mann bei einem Einführungsvortrag zuhörten. Wir waren leider zu spät und setzten uns schnell hin.
Kurz darauf wurde die Gruppe aufgeteilt und die Lehrer gingen in verschiedene Räume, je nach Unterrichtsfach.
Ich ging zu Mathematik, wo außer mir noch sage und schreibe 3 andere Lehrer waren.
In Paaren sollten wir je zwei Aufgaben lösen, in denen wir überlegen sollten, wie man den Schülern ein bestimmtes Thema am besten näherbringen konnte und am Ende wurde sich dann mit der anderen Gruppe ausgetauscht. An sich fand ich diese Vorgehensweise zwar ganz interessant und sinnvoll, ich hatte aber das Gefühl, dass es inhaltlich sehr spezifisch zu einem einzelnen Thema aus Form 3 war. Mir hätte es besser gefallen, wenn das Ganze etwas allgemeiner gestaltet worden wäre.
Nach ca. 2 Stunden in den Gruppen gab es Mittagessen. Dort trafen wir auch auf Patson, der uns erzählte, die Mitglieder aus dem Wildlife – Club hätten angerufen, dass unsere Unterkunft im Nationalpark für die kommende Woche doch schon gebucht sei, und wir daher auf eine Woche später ausweichen mussten. Diese Nachricht frustrierte uns schon ziemlich, wir hofften aber, dass es in der darauffolgenden Woche klappen würde.
Als alle fertig gegessen hatten, ging es gegen 14:00 Uhr im Plenum weiter. Es folgten drei Stunden, in denen verschiedene Schulinspektoren Vorträge über gesetzliche Regelungen oder andere Dinge hielten, die in Schulen zu beachten waren.
Auch wenn ich froh war, bei der Fortbildung dabei gewesen zu sein, fand ich vor allem den zweiten Teil sehr in die Länge gezogen. Vor allem, weil ich das Gefühl hatte, das vieles nur sehr oberflächlich gehalten wurde und dadurch auch nicht so interessant für mich war. Das ist aber nur meine persönliche Meinung und ich glaube Viele hatten schon das Gefühl, dass die Veranstaltung sehr sinnvoll war.
Als das Treffen um 17 Uhr schließlich vorbei war, machten Julia und ich uns auf den Weg zum See, der zu Fuß ca. 40 Minuten entfernt lag. Unterwegs kamen wir an einigen tiefen Löchern und Ziegeltürmen vorbei. Als wir einen Mann fragten, wofür diese gut waren, erklärte er uns, dass dort die Ziegel gebrannt wurden. Kurz darauf sahen wir auch einige Kinder, die Schlamm aus den Löchern in Ziegelformen füllten und anschließend zum Trocknen in die Sonne legten. Die so getrockneten Ziegel würden dann später gebrannt werden.
Am See angekommen, gingen wir schwimmen, unterhielten uns anschließend noch mit zwei Belgierinnen, die für drei Monate hier arbeiteten und ließen uns dann mit dem Motorrad nach Hause fahren.



Am Sonntag Vormittag gingen wir irgendwann zu Gladys und kochten mit ihr zusammen draußen Spaghetti. Als wir gegessen und ein bisschen entspannt hatten, beschlossen wir, zum See zu gehen. Julia und ich hatten aber eigentlich schon gestern vorgehabt, nach Karonga zu fahren, weil wir dort Kleber für den Swop Shop besorgen wollten (zum Plastik upcyceln). Da Clifford ebenfalls nach Karonga wollte, fuhr ich mit ihm zusammen dorthin.
Wir stiegen also in ein Sammeltaxi und eine gute Stunde später waren wir dort. Ich fand zwar keinen Kleber, wir gingen aber trotzdem zum Markt und kauften ein paar andere kleine Dinge. Außerdem wollte Clifford seinen Onkel besuchen, der aber leider nicht da war. Nachdem wir alles erledigt hatten, machten wir uns gegen 17 Uhr wieder auf den Rückweg nach Chilumba, wo ich direkt zu unserer Mentorin Mary ging, die uns heute zum Essen eingeladen hatte.
Julia und sie hatten Nsima mit Huhn gekocht, was sehr gut schmeckte. Zum Nachtisch gab es Mangos und gegen 19:30 Uhr brachten Mary und ihr Mann uns zurück nach Hause.
Währenddessen war es relativ windig und in der Ferne waren immer wieder Blitze zu sehen. Als wir zuhause waren, regnete es auch für einige Minuten. Anscheinend fängt jetzt langsam die Regenzeit an…
Am Mittwoch war ein normaler Unterrichtstag und ich gab eine Mathestunde über lineare Funktionen. Außerdem fing ich damit an, die Abschlussprüfung für Term 1 vorzubereiten, die in drei Wochen geschrieben wird. Am Nachmittag fuhren wir mit ein paar Schülern und Lehrern zur Unique Private Secondary School in Uliwa. Dort gibt es eine große Halle, in der eine Art Talentshow stattfinden sollte. Wir setzten uns also vor die Bühne. Bevor es losging, wurde Musik angeschaltet und ein bisschen getanzt. Dann gingen nacheinander Schüler aus Tawuka und Unique auf die Bühne und trugen vor, was sie vorbereitet hatten. Die meisten sangen oder tanzten, es gab aber auch kleine Schauspieleinlagen und eine Schülerin hielt eine kurze Rede darüber, dass auch Menschen mit HIV und Aids Liebe und Respekt verdient hatten. Die Stimmung warr sehr gut und die Schüler auf der Bühne wurden lautstark bejubelt. Gegen 18 Uhr war das Programm vorbei und wir gingen zurück nach Hause. Auf dem Weg trafen wir Clifford, der ebenfalls nach Hause ging.
