Montag, 28. Oktober bis Sonntag, 03. November

Am Montag und Dienstag verbrachten wir jeweils ca. 2 Stunden im Kindergarten, wo wir uns mit den Kindern beschäftigten. Den Rest der Zeit verbrachten wir in der Schule mit Unterrichten oder im Swop-Shop. Am Montag Nachmittag gab es eine Lehrerversammlung, wo einzelne Fächer etwas anders zwischen den Lehrern aufgeteilt wurden, sodass ich jetzt nur noch Form 2 unterrichte.

Beim Frühstück im Kindergarten

Am Mittwoch waren wir am Nachmittag wieder im Kindergarten und als wir wieder zurück zur Schule kamen, warteten sehr viele Kinder auf uns, die ihr gesammeltes Plastik abgeben wollten. Die Eröffnung des Swop-Shops hatte sich also sehr schnell herumgesprochen. Wir wogen das Plastik und die Kinder konnten sich etwas dafür im Shop aussuchen. Insgesamt brachten sie über 100kg Plastik. Anschließend fuhren wir mit drei anderen Lehrern nach Uliwa, um unseren Vorrat im Shop wieder aufzustocken.

Die Kinder auf dem Weg zum Swop-Shop (letzte Tür)
Der Direktor mit dem am Mittwoch gesammelten Plastik

Auch am Donnerstag verbrachte ich sehr viel Zeit im Swop-Shop, machte Preisschilder, usw. Julia fuhr mit einigen Schülern nach Uliwa, um das gesammelte Plastik dort verbrennen zu lassen. Gegen Mittag kamen wieder sehr viele Kinder (mehr als am Tag davor), um ihr Plastik abzugeben. Wir blieben also wieder relativ lange in der Schule.

Gegen Abend bekamen wir Besuch von Sam, der für eine Local-Development Organisation arbeitet und den wir in der vorigen Woche kennengelernt hatten. Wir unterhielten uns ein bisschen auf unserer Terrasse und gingen dann in Uliwa etwas Essen.

Am Freitag Morgen ging Julia zu einer kleinen Tanzaufführung mit einigen Frauen aus der Nachbarschaft. Sie hatte ihnen am Tag davor beim Proben zugesehen und war gleich eingeladen worden, mitzumachen. Ich ging auch mit, allerdings nur zum Zuschauen (auch wenn ich sehr oft gefragt wurde, ob ich denn nicht auch mitmachen will).

Als ich ein bisschen zugesehen hatte, ging ich um 10 Uhr zur Schule, um zu unterrichten.

Als ich fertig war, wurde mir Kinnear, der Vorsitzende einer NGO vorgestellt und ich unterhielt mich mit ihm. Er möchte an der Schule ein Projekt starten, wo Mädchen und Frauen nähen beigebracht wird, sodass sie sich am Ende damit möglicherweise etwas dazuverdienen können. Die Idee ist, unsere beiden Projekte zu kombinieren, so dass wir die genähten Produkte im Swop-Shop anbieten können, um das Ganze lokaler und nachhaltiger zu gestalten. Wie gut das funktioniert wird sich noch herausstellen.

Gegen Mittag kamen wieder sehr viele Kinder mit Plastik, das ich annahm und am Nachmittag mit Joha (dem Fahrer der Schule) und ein paar Schülerinnen nach Uliwa brachte.

Das Plastik wird aufgeladen

Da der Bankautomat in Uliwa seit einigen Tagen nicht funktioniert und Julia und ich kaum noch Bargeld hatten, machten wir uns gegen 16:30 Uhr auf den Weg nach Karonga, eine Stadt ca. 70 km entfernt, da dort der nächste Geldautomat war. Ohne Bargeld kann man hier in Chilumba nämlich so gut wie nirgendwo bezahlen. Praktischerweise musste Sam auch dorthin, um sein Auto neu aufzutanken (in Chilumba gibt es keine Tankstelle) und er nahm uns mit. In Karonga gingen wir zur Bank, in einen Supermarkt, wo wir ein paar Dinge für den Swop-Shop kauften (z.B. Fußbälle) und fuhren anschließend zum See schwimmen. Gegen 20 Uhr fuhren wir wieder zurück nach Hause.

Am Samstag morgen gingen wir zum Haus von Denis, einem unserer Lehrerkollegen und holten ihn ab, um mit ihm zusammen nach Livingstonia zu fahren. Livingstonia ist ein Dorf auf einem Berg, ca. eine Stunde entfernt und wurde uns von Vielen empfohlen. Denis wollte dorthin, um seinen Bruder zu besuchen, also fuhren wir erstmal zusammen in einem Minibus nach Chitimba, gut 25 Minuten entfernt. Von dort führt eine sandige, steinige und kurvige Straße die letzten 12 km den Berg nach oben.

Julia und ich setzten uns jeweils hinten auf ein Motorrad und wurden zur Mushroom Farm gebracht, wo wir übernachten wollten. Die Mushroom Farm ist eine Öko-Lodge direkt am Berghang gelegen, wo man Zelten kann (wie Julia und ich), es gibt aber auch einige kleine Hütten, die man mieten kann.

Der Blick von der Mushroom Farm auf den Malawi-See

Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten, genossen Julia und ich noch ein bisschen die Aussicht und machten uns dann gegen 12 Uhr auf den Weg. Wir wollten zu den nahe gelegenen Manchewe Wasserfällen wandern. Auf dem Weg schauten wir uns außerdem ein weiteres Öko-Camp und dessen Bio-Garten an, wo einiges an Kräutern, Gemüse und Früchten angebaut wurde.

Ich im Bio-Garten

Die Wanderung zu den Wasserfällen war sehr schön, wir hatten von mehreren Stellen eine beeindruckende Aussicht und durch die Bäche, die hier entlang fließen, war es teilweise auch sehr grün. Damit unterschieden sich die Pflanzen hier deutlich von der Umgebung, wo es jetzt im wärmsten Abschnitt der Dry-Season sehr trocken ist.

Die Manchewe Falls
Duschen im Wasserfall

Nachdem wir die Wasserfälle erkundet hatten, gingen wir weiter nach Livingstonia, was noch ca. 4 km entfernt weiter oben am Berg lag. Nach einer guten Stunde erreichten wir das Dorf, das dann doch etwas kleiner war, als erwartet. Wir schauten uns den Campus der örtlichen Universität an und trafen zwei nette Mädchen, mit denen wir uns unterhielten und die uns auch dabei halfen, ein Motorrad zu finden, was uns zurück zur Mushroom Farm bringen konnte (mittlerweile war es ca. halb 6).

Dort angekommen bestellten wir uns etwas zu trinken und Abendessen. Während wir warteten, kam eine 8-köpfige Band aus der Gegend, die Musik machten und tanzten.

Als ich am Sonntag morgen aus dem Zelt schaute, wurde ich von einer atemberaubenden Aussicht begrüßt. Ich ging zu Julia zur Bar/Restaurant, wo wir uns ein sehr leckeres Frühstück bestellten und den Morgen verbrachten.

Die Aussicht beim Frühstück

Um 11 Uhr wurden wir von zwei Motorradfahrern abgeholt, die uns wieder den Berg nach unten brachten. Unten in Chitimba angekommen, machten wir uns auf den Weg zum Chitimba Camp, eine Backpackerlodge direkt am See. Dort verbrachten wir den Nachmittag, gingen schwimmen und unterhielten uns mit den anderen Gästen, die Reisegruppen angehörten und auf einem Roadtrip durch Ostafrika waren. Malawi war dabei nur ein 4-tägiger Zwischenstopp.

Als die Sonne langsam tiefer wanderte, gingen Julia und ich zur Straße und fuhren per Anhalter nach Chilumba, wo wir pünktlich um 18 Uhr ankamen und fröhlich von unseren Nachbarn begrüßt wurden.

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  1. Avatar von Unbekannt
  2. Avatar von emiliasemper

2 Comments

  1. Tolle Tage für dich Emilia, schön, von dir zu lesen! Wie geht’s dir mit der Wäsche,? Bussl l.oma und sch.opa

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    1. Mit der Wäsche gehts eigentlich ganz gut. Nur als wir letzte Woche kein Wasser hatten, hab ich relativ wenig gewaschen, weil man dafür schon viel Wasser braucht, und es dann sehr anstrengend ist, das alles zu tragen.

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