Mal wieder was Neues gelernt…

Montag, 19. August

öööööööövöä2wwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwa cs5ni^d – das passiert, wenn sich die Katze auf die Tastatur setzt.

Ich stand gegen 8 Uhr auf und wir frühstückten. Mary hatte zwar am vorherigen Tag angekündigt, uns im Laufe des Tages abzuholen, hatte sich bis jetzt aber noch nicht gemeldet. Also setzten Julia und ich uns auf die Terrasse. Bald schon kam Eureka vorbei (Yuleka ist anscheinend nicht die richtige Schreibweise) und bat uns, ihm ein bisschen Deutsch beizubringen. Wir verbrachten fast den ganzen Vormittag auf der Terrasse. Irgendwann rief Mary an und erzählte, sie sei mit einem kranken Familienmitglied in Mzuzu im Krankenhaus und würde frühestens am Abend wiederkommen.

Weil wir jetzt Zeit hatten, entschieden Julia und ich, auf der Terrasse unsere Wäsche zu waschen. Kaum hatte ich damit angefangen, wurde ich von einigen unserer Nachbarn sehr amüsiert beobachtet. Charity, eine der Frauen, nahm mir lachend die Kleidung aus der Hand und zeigte mir, wie man sie richtig aneinander rieb, um sie sauber zu bekommen. Nyapeti brachte uns noch einen zweiten Trog mit sauberem Wasser, in dem wir die Kleidung ausspülen sollten. Wir Anfänger hatten uns natürlich nur einen Trog geholt. Unsere Unfähigkeit, vernünftig Wäsche zu waschen schien für den restlichen Tag ein ziemlich unterhaltendes Gesprächsthema für unsere Nachbarn zu sein.

Als wir unsere Wäsche fertig aufgehängt hatten, machte Nyapeti uns klar, das sie mit uns wo hin gehen wollte. Auch wenn wir keine Ahnung hatten, wo sie uns hinführte, folgten wir ihr. Nach ca. 20 Minuten Fußweg, auf dem wir einige Häuser passiert und viele Menschen gegrüßt hatten, waren wir am Ziel. Unter einem Mangobaum saßen einige Frauen jeden Alters auf Tüchern auf dem Boden und viele Kinder liefen herum. Wie sich später herausstellte, gehörten sie alle zu Nyapetis Familie. Wir setzten uns zu den Anderen, hatten aber immer noch nicht wirklich eine Ahnung, wo wir waren. Zum Glück kam uns Nyapetis Nichte Eda zur Hilfe, die extra für dieses Zusammentreffen aus Lilongwe angereist war. Außerdem war sie eine der wenigen in der Runde, die sich wirklich auf Englisch verständigen konnte. Sie erklärte uns, dass es eine Art Beerdigungszeremonie für ihre verstorbene Großmutter war, die zwar nicht heute beerdigt, dessen Grab aber heute fertiggestellt wurde. (Zumindest habe ich das so verstanden, ganz sicher bin ich mir auch nicht.) Dem Grabstein zufolge war sie schon vor elf Jahren gestorben. Eda zeigte uns das fast fertige Grab, was auch unsere Frage, wo die ganzen Männer seien, beantwortete – einige von ihnen waren mit dem Bau des Grabes beschäftigt, die anderen saßen daneben.

Wir gingen wieder zurück zu den anderen Frauen und setzten uns zu ihnen. Wir bekamen Nsima (diesmal auch mit Kasawa) und Bohnen im Haus nebenan zu Essen. Nach dem Essen setzten wir uns wieder nach draußen und irgendwann fing Nyapeti an, ziemlich viel zu reden. Ihren Gestiken, meinen begrenzten Tumbuka Kenntnissen und den Reaktionen der anderen Frauen nach zu urteilen, berichtete sie unter anderem von unserer Art Nsima zu essen und Wäsche zu waschen, was wieder einmal sehr zur allgemeinen Unterhaltung beitrug.

Irgendwann wurden zwei der Frauen die Haare geflochten und als Julia und ich Interesse zeigten, wurden wir eingeladen, es selbst zu versuchen. Auch das führte zu sehr viel Begeisterung und einige Kinder und Männer kamen dazu, um uns zuzusehen. Nachdem ich komplett unfähig versucht hatte, einer der Frauen die ziemlich kurzen Haare zu flechten, kam Eda und zeigte es mir. Daraufhin bekam ich es wenigstens einigermaßen hin. Eine der Frauen kam und flocht auch mir die Haare. Nach dem Flechten artete das Treffen schnell in eine kleine Chitumbuka – Stunde aus.

Nach einiger Zeit gingen alle zurück zum Grab, das schon sehr schön geworden war. Julia und ich stellten uns daneben, um es uns anzusehen und waren schon bald von vielen Kindern umringt, die sich sehr freuten, als wir anfingen, mit ihnen Klatschspiele zu spielen. Nach fünf bis zehn Minuten wurden wir gebeten, leise zu sein und alle setzten sich auf den Boden. Ein Mann und eine Frau sprachen jeweils ein kurzes Gebet, dann schlossen alle ihre Augen und beteten noch ein paar Worte zusammen. Als die Zeremonie vorbei war, verabschiedeten wir uns und gingen zum Haus von Nyapetis Schwester, das ungefähr drei Gehminuten entfernt war. Währenddessen ging gerade die Sonne unter. Dort blieben wir noch kurz und Eda zeigte uns das angefangene Grab ihres Vaters, das in einer ähnlichen Zeremonie am nächsten Tag fertig gestellt werden sollte.

Auch wenn während der Familienfeier oft über uns gelacht wurde und es auf Dauer schon anstrengend sein konnte, so oft im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, fühlten wir uns trotzdem sehr willkommen und waren wirklich froh, dass Nyapeti uns mitgenommen hatte.

Gegen 18 Uhr machten wir uns schließlich auf den Rückweg durch die Dunkelheit. Auf dem Weg kauften Julia und ich uns in einem kleinen Laden neben der Straße noch schnell Tomaten und Eier für den nächsten Tag.

Kurz nach halb sieben kamen wir schließlich wieder Zuhause an, wo wir unseren Nachbarn eine gute Nacht wünschten und nach Drinnen gingen.

Der Grabsteinbau in vollem Gange
Spaß beim Schreiben

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3 Comments

  1. Ich Depp habe jetzt erst alles gelesen, da ich, beeindruckt von den tollen Fotos und Videos, völlig auf Deinen Blog vergessen habe! Jetzt bin ich noch mehr beeindruckt und freue mich schon auf Deine nächsten Einträge.

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  2. Das war ja genau passend, da der 19. August der 2. Todestag der Urgroßmutter ist. Dickes Bussl

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