Arbeitstag 3

Mittwoch, 18. September

Wir standen wieder vor 6 Uhr auf, aßen die Nudeln von gestern Abend zum Frühstück (wir hatten extra mehr gemacht) und machten uns fertig für die Arbeit. Um kurz nach 7 Uhr betraten wir den Schulhof, wo wir uns kurz mit zweien unserer Lehrerkollegen unterhielten. Da gerade niemand in Form 1 war, entschied ich mich, gleich in der ersten Stunde dorthin zu gehen, was ich sowieso vorgehabt hatte.

Ich betrat also den Klassenraum, wurde von der Klasse begrüßt und stellte mich vor. Ich ließ auch die Schüler selbst ihre Namen sagen, dann fing ich mit dem Unterricht an. Ich hatte mir vorher ein bisschen Sorgen gemacht, dass sie mich nicht verstehen würden, da sie frisch aus der Grundschule kamen, wo nicht auf englisch sondern auf Chitumbuka oder Chichewa unterrichtet wird. Es funktionierte aber einigermaßen und sie schienen zumindest die meiste Zeit zu wissen, was ich von ihnen wollte, auch wenn viele sehr schüchtern waren.

Als erstes ging es ein bisschen um Begriffserklärungen von „Numbers“ (und wofür sie benutzt werden) und „digits“ (Ziffern). Als ich auch die einzelnen Werte von Zahlen (Einerstellen, Zehnerstellen, usw.) wiederholte, war die Mehrheit sehr aktiv und konnte etwas beitragen. Bald darauf war die Stunde auch schon wieder vorbei und ich verabschiedete mich, um zurück ins Lehrerzimmer zu gehen. Dort verbrachte ich die Zeit damit, die nächsten Stunden vorzubereiten, ebenso wie Julia, die dafür aber in die Bibliothek gegangen war.

Um 10 Uhr ging ich wie am Tag zuvor in den Klassenraum der Form 2 Schüler. Mittlerweile waren schon ein paar mehr anwesend, als gestern. Ich rechnete ein paar Aufgaben mit Ihnen an der Tafel und ließ sie auch selbstverständig welche im Heft rechnen. Ich schaffte leider nur die Hälfte der Dinge, die ich mir für die Stunde vorgenommen hatte, weil dann doch alles ein bisschen länger gedauert hatte. Aber das mit der Zeiteinteilung werde ich wohl noch besser lernen. Auch was Unterrichtsmethoden angeht, habe ich mir vorgenommen, mit der Zeit auch mehr Abwechslung reinzubringen, wenn ich mich mehr eingearbeitet habe.

Nach 40 Minuten verließ ich den Klassenraum wieder, bereitete im Lehrerzimmer noch kurz die nächste Stunde vor und ruhte mich ein bisschen aus. Um 12:00 Uhr war der Unterricht wieder vorbei und die Schüler gingen nach Hause. Wir blieben noch kurz, denn gegen 12:30 Uhr gab es wieder Mittagessen für die Lehrer, wie am Montag Nsima mit Bohnen.

Da Felix gerade nicht da war, gingen wir an diesem Tag nicht in den Kindergarten, was uns ganz gelegen kam, da wir echt langsam wieder einkaufen gehen mussten. In letzten Tagen waren wir aber nicht dazu gekommen, da der Weg nach Uliwa und zurück doch immer seine Zeit braucht. Erst gingen wir jedoch nach Hause, um uns ein bisschen zu entspannen. Ich verbrachte die Zeit hauptsächlich damit, auf der Terrasse zu sitzen und zu zeichnen oder zu lesen. Um kurz nach 3 kam Euleka und kurz darauf machten Julia und er ein bisschen Musik.

Gegen 16 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Uliwa, um vor der Dunkelheit wieder zurück zu sein. Wir hatten immer noch nur ein Fahrrad, da meins immer noch mit Platten in der Schule stand. Ich setzte mich also auf den Gepäckträger und wir fuhren runter zum Markt. Dort kauften wir ordentlich ein, sodass unser Essensfach nicht mehr so traurig aussah. Gegen 18 Uhr, also genau als es gerade fast ganz dunkel geworden war, waren wir wieder zuhause.

Die Ziegen wollen auch mal in Lehrerzimmer

Ein Teil vom Markt in Uliwa

Join the Conversation

  1. Avatar von Unbekannt
  2. Avatar von emiliasemper
  3. Avatar von Musikperformance

4 Comments

  1. Du entwickelst dich als maturantin ja schon zur ernsthaften Lehrerin!!! Wir sind sehr stolz auf dich, das muss ja lustig sein, wenn die Kinder deine Haare bewundern und angreifen! Schöne Erlebnisse weiterhin für dich und dickes Bussl grandma und grandpa

    Gefällt 1 Person

Hinterlasse einen Kommentar

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten