Dienstag, 17. September
Nachdem wir zuhause alles erledigt hatten, machten wir uns auf den Weg zur Arbeit, diesmal noch etwas früher als am Tag davor. In der Schule angekommen, gingen wir als erstes kurz in die Bibliothek und setzten uns dann mit ein paar anderen Lehrern ins Lehrerzimmer. Der Unterricht fing heute zwar an, allerdings noch ohne Stundenplan. Wenn also eine Klasse gerade frei war, ging einer der Lehrer dorthin, um zu unterrichten. Als erstes ging ich mit Patson mit, der in Form 1 Geschichte unterrichten würde. Ich setzte mich nach hinten, um ein bisschen zu beobachten. Die Schüler waren alle sehr still und hörten zu, während Patson eine Einführungsstunde zu Geschichte gab. Als die Stunde vorbei war (40 Minuten) gingen wir wieder zurück ins Lehrerzimmer, wo auch Julia saß. Zusammen begaben wir uns in die Bibliothek, um dort die Lehrpläne für unsere Fächer auszuleihen und ein bisschen ins Internet zu gehen. Als ich dort um kurz vor 10 Uhr fertig war, war Form 2 gerade frei und ich ging dorthin, um meine erste Mathestunde zu geben.
Ich hatte den Eindruck, dass die Klasse noch nicht ganz vollständig war, was sich aber wahrscheinlich im Laufe der Woche noch ändern würde. Als ich mich vorgestellt und auch die Schüler nach ihren Namen gefragt hatte, fragte ich sie, wie weit sie im Schuljahr davor gekommen waren. Wie sich herausstellte, hatten sie gerade mal die Hälfte des Stoffes geschafft, weshalb ich meinen ohnehin sehr groben Plan für die Stunde komplett über den Haufen werfen konnte. Ich musste also improvisieren und schaute kurz ins Buch, um zu sehen, was überhaupt das Thema war: es ging um Versicherungen, zum Glück nicht zu kompliziert. Ich rechnete also ein paar Aufgaben mit den Schülern an der Tafel, was ganz gut funktionierte. Auch wenn sie nicht ganz so still waren, wie die aus Form 1, schienen sie doch relativ konzentriert und interessiert zu sein. Angesprochen wurde ich mit Madam oder mit Madam Semper und einer der Schüler fragte mich sogar, ob ich ihnen Hausaufgaben geben konnte (davon waren die anderen aber nicht so begeistert). Als die 40 Minuten vorbei waren, verabschiedete ich mich und ging zurück ins Lehrerzimmer, wo ich gleich die nächste Stunde vorbereitete, da ich sowieso gerade im Thema drin war und auch sonst nichts zu tun hatte. Die Klasse wurde von Julia übernommen, die ihnen Biologie Unterricht gab.

Die restliche Zeit verbrachte ich im Lehrerzimmer, blätterte ein bisschen in den Mathebüchern und unterhielt mich mit den anderen Lehrern und Julia, als sie wieder zurück war. Um 12 Uhr war die Schule wieder vorbei, diesmal gab es auch kein Mittagessen. Wir gingen auf den Schulhof, wo wir auf den Direktor und Joha trafen, die mit uns zum Kindergarten fuhren. Weil wir noch nicht zu Mittag gegessen hatten, gaben sie uns ein paar Bananen.
Im Kindergarten angekommen, gingen Julia und ich in zwei unterschiedliche Räume. Julia zu den jüngeren und ich zu den älteren (3 bis 5 Jahre). Ich beschäftige mich mit ihnen, spielte Spiele, sang Lieder und ließ sie mit meinen Haaren spielen, die vor allem von einigen Mädchen als sehr interessant empfunden wurden. Ich übte auch ein paar englische Begriffe, sowie zählen mit ihnen. Gegen Ende war auch eine andere Erzieherin mit drinnen, die mit den Kindern zählen übte. Anschließend übten wir anhand von Bildern auch ein bisschen das Alphabet und sangen ein paar Lieder auf Tumbuka (alle außer ich). Gegen 15 Uhr wurden die Kinder abgeholt und auch wir fuhren zurück zur Schule.
Für heute hatten wir frei und gingen zurück nach Hause, wo wir uns auf der Terrasse entspannten. Wir kochten wieder Nudeln, wie am Tag davor und bald kamen Euleka und sein Freund Precious vorbei, mit denen wir uns unterhielten. Etwas später war auch Cliffort von der Arbeit zurück.
Um kurz nach 20 Uhr ging ich rein und wollte eigentlich langsam ans schlafen gehen denken, da rief mich Patson von der anderen Seite unseres Hauses (unsere Türen sind solange wir wach sind immer offen). Dort saßen unsere restlichen Nachbarn, schauten einen Jesus-Film und luden mich ein, mich zu ihnen zu setzen. Also ging ich nach draußen und setzte mich dazu. Ich verstand zwar nichts, weil der Film auf Tumbuka war, schrieb aber währenddessen meinen Blog und genoss das gemütliche Zusammensitzen.
Aber wir wären ja nicht in Malawi, wenn es nicht schon wieder was zu Essen gäbe: unsere Nachbarin hatte kleine Gebäckstücke mit Bananen drin gemacht, von denen sie uns welche anbot (sehr lecker!). Kurz darauf gab es auch noch gebratenes Cassava, wovon wir jede ein kleines Stück probierten (auch sehr gut). Als uns schließlich auch noch Nsima angeboten wurde (unsere Nachbarn aßen heute etwas später als sonst), lehnten wir ab – dafür hatten wir mittlerweile echt schon zu viel gegessen. Ich genoss es noch eine Weile, gemütlich draußen zu sitzen und ging dann irgendwann schlafen. Und wieder einmal war ich echt dankbar, dass wir so tolle Nachbarn hatten…
Super Emilia, wie viele Schüler sind in einer Klasse und wie alt sind sie? Bussl
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Das ist unterschiedlich, heute waren es zwischen 20 und 30, können aber auf jeden Fall auch 40 werden. In Form 1 sind die glaub ich 14-15 und Form 2 dann ein Jahr älter.
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