Kurz nach 6 Uhr… Als mittlerweile sehr geübte Frühaufsteherinnen behielten Julia und ich unseren Rhythmus, packten unsere Sachen und verließen die Freiwilligen-WG um kurz vor 7 Uhr. Wir wollten nach Senga Bay fahren, ca. 2 Stunden von Lilongwe entfernt, direkt am Malawisee. Dort wollten wir zwei weitere Kolping Freiwillige besuchen – Jana und Phöbe.
Wir ließen uns also von einem TukTuk an eine Stelle bringen, wo wir hofften einen Minibus zu erwischen, der uns nach Salima bringen konnte. Nach kurzer Zeit erfuhren wir aber, dass wir dafür zum Minibus Depot in der Old Town mussten und stiegen nach kurzem Warten in einen Minibus, der dort hinfuhr. Mittlerweile war es 8 Uhr. Das Minibus- Depot war voller Minibusse mit verschiedenen Zielen und sehr unübersichtlich. Ein Mann bot uns an, uns zu den Bussen nach Salima (eine Stadt in der Nähe von Senga Bay) zu bringen. Wir waren uns zwar nicht ganz sicher, ob wir ihm trauen sollten, folgten ihm aber schließlich. Er brachte uns zu einem Busparkplatz wo keine Minibusse, sondern Reisebusse bereit standen, und zeigte uns den nach Salima. Er sollte um 9:00 Uhr losfahren und kostete nicht viel mehr als ein Minibus, also stiegen wir ein, um uns einen Platz zu sichern. Wir warteten, dass der Bus losfahren würde. Es wurde 9 Uhr, es wurde 9:30 Uhr, es wurde 10 Uhr… und wir standen immer noch. Wir verstanden auch nicht wirklich wieso, denn der Bus war fast voll, der Fahrer war da, aber wir fuhren nicht los. Um kurz vor 11 Uhr passierte das Wunder: wir fuhren los! Allerdings war unsere Begeisterung nur von kurzer Dauer, da wir wegen des Verkehrs ungefähr 20 Minuten brauchten, um uns vom Bus-Depot zu entfernen. Und als wir aus dem ärgsten Verkehr raus waren, blieben wir wieder stehen- der Bus schien kaputt zu sein. Also mussten wir alle aussteigen.
Da Julia und ich wenig Lust verspürten, auch nur eine Minute länger unnötig auf diesen Bus zu warten, gingen wir zurück zum Depot, um einen anderen Bus zu nehmen. Wieder zeigte uns ein Mann den Weg, diesmal wirklich zu den Minibussen. Wir fanden auch ziemlich schnell einen nach Salima, allerdings keinen normalen Minibus sondern ein etwas größeres Modell für ungefähr 30 Personen. Der Bus war noch ziemlich leer, was ja erstmal ganz gut klingt – allerdings nicht in Malawi. Denn die Busse fahren los wenn sie voll sind, wirklich voll. Wir warteten also. Währenddessen kauften wir uns kleine Gebäckstücke von einem der Händler, die ununterbrochen an den Busfenstern vorbeigingen, um ihre Waren zu verkaufen. Nachdem wir auch in diesem Bus eine Weile gesessen waren, beschlossen wir noch bis 13:30 Uhr zu warten und sollte der Bus bis dahin nicht losgefahren sein, doch in Lilongwe zu bleiben. Um 13:27 Uhr stieg der Fahrer in den Bus und startete den Motor. Auch wenn es die ersten Minuten wieder relativ langsam voran ging, waren wir doch tatsächlich losgefahren!
Nach ungefähr zwei Stunden Fahrt erreichten wir Salima, wo wir fast zu früh ausgestiegen wären, wenn uns nicht der Busfahrer und zwei Mitreisende darauf hingewiesen hätten, dass wir noch weiter mitfahren mussten, wenn wir nach Senga Bay wollten. Kurz darauf kamen wir am Busterminal in Salima an, wo uns ein Mann direkt zu einem Sammeltaxi nach Senga Bay führte. Dieses war wenige Minuten später auch voll (12 Leute in einem Fünfsitzer- 4 Vorne, 5 in der Mitte, 3 im Kofferraum).
Um kurz nach 4 Uhr hatten wir schließlich unser Ziel erreicht, wo Jana und Phöbe uns abholten und mit uns zur „Cool Runnings Lodge“ gingen, die ihrer Mentorin Sam gehört. Die Lodge ist sehr schön und liegt direkt am See, sodass Julia und ich direkt ins Wasser sprangen. Auch Phöbe kam mit in den See. Das schwimmen in der mittlerweile abendlich leuchtenden Sonne wär echt eine gelungene Entschädigung für das ganze Warten.
Als wir wieder aus dem Wasser gekommen waren, gingen wir zu viert zum Markt, wo wir uns jeweils zu zweit ein Motorrad-Taxi nahmen, das uns zum Haus von Phöbe und Jana brachte. Dieses liegt direkt hinter deren Arbeitsplatz.
Die Beiden arbeiten in einem Swop Shop, wo die Leute ihr altes Plastik hinbringen können und sich dann, je nachdem wie viel sie gebracht haben, etwas im Shop aussuchen können. Das Plastik wird dann entweder nach Lilongwe gebracht und dort recycelt, oder es wird alles Mögliche daraus gebastelt. Dazu geben die Freiwilligen und ihre Mentorin auch Workshops, soweit ich das verstanden habe.
Jana und Phöbe haben ein sehr schönes und ruhig gelegenes Haus mit Garten, wo wir auch auf Lukas trafen, dessen Projekt ganz in der Nähe ist und der vorübergehend bei den beiden wohnt. Wir verbrachten einen netten Abend, Julia kochte Reis mit Tomaten und Zwiebeln und es war sehr schön, die Drei wiederzusehen. Und auch wenn es echt mühsam gewesen war, hierher zu kommen, waren Julia und ich doch froh, uns dafür entschieden zu haben.




Ja das war ja schon wieder so spannend, und jetzt schläft ihr bei den anderen Freiwilligen, alles Gute, grandma and grandpa!
LikeGefällt 1 Person
Emilia, nach dem Bad im See solltest du deine Haut mit Zitronencabreiben, da hat dann kein Insekt eine Chance, machs gut! Bussl grandmaVon meinem Samsung Galaxy Smartphone gesendet.
LikeGefällt 1 Person