Nächster Streckenabschnitt: Senga Bay – Ekwendeni

Als ich um kurz nach 6 Uhr unter lautem Vogelzwitschern aufwachte, saß Julia schon im Garten. Ich stand auf und setzte mich zu ihr. Kurz darauf waren auch Jana und Phöbe wach und wir frühstückten zusammen. Lukas, der heute frei hatte, schlief noch. Um kurz vor 8 Uhr fuhren Phöbe und Jana zur Arbeit – sie wollten zum Fischereiministerium in Senga Bay, um dort zu fragen ob sie die konfiszierten illegalen Fischernetze haben konnten, um Taschen daraus zu machen.

Nicht viel später gingen Julia und ich den kurzen Weg zum Strand und gönnten uns ein morgendliches Bad. Während wir im ruhigen Wasser dahin schwammen, flog ein Weißkopf-Seeadler über uns vorbei. Nachdem wir mit dem Schwimmen fertig waren, gingen wir gegen 9 Uhr zurück, wo Lukas mittlerweile auch aufgestanden war. Wir spielten ein bisschen zusammen Karten, bis gegen 10 Uhr Jana und Phöbe wiederkamen. Wir gingen mit Ihnen nach vorne, um ihre Mentorin Sam, eine echt coole und engagierte Frau, kennenzulernen. Als sie mit den beiden Freiwilligen wieder gefahren war, um Spielsachen zu einem Kindergarten zu bringen, machten auch wir uns kurz darauf auf den Weg.

Lukas, der in Salima einkaufen gehen wollte, kam mit uns und wir stiegen zu dritt auf ein Motorrad-Taxi, das uns wieder zum Markt nach Senga Bay brachte. Dort stand auch wieder direkt ein Sammeltaxi nach Salima bereit, in das wir einstiegen. (Salima ist die nächstgrößere Stadt.) Etwa eine halbe Stunde später (gegen 11:15 Uhr) waren wir dort und gingen zum Busterminal, wo zwischen 11 und 13 Uhr ein Reisebus nach Mzuzu fahren sollte. Mzuzu liegt 348 km nördlich von Salima, immer am See entlang. Von Mzuzu wollten wir dann weiter nach Ekwendeni.Wir hatten am Tag zuvor beschlossen, nicht wie geplant heute den ganzen Weg zurück nach Chilumba zu fahren, sondern noch eine Nacht in Ekwendeni zu verbringen, weil wir sonst erst mitten in der Nacht angekommen wären. Der Bus war aber noch nicht da, weshalb wir erst mal zur Bank gingen und uns dann Brötchen, Äpfel, eine Packung Kekse und Wasser als Reiseproviant kauften. Lukas war mittlerweile weitergezogen.

Zurück am Busterminal, warteten wir bis ca. 12:30 Uhr, dass der Bus auftauchte. Dann ging das Gedränge los: als erstes musste man sich mühsam eine Fahrkarte ergattern und sich dann hartnäckig in den Bus zwängen, der schon ziemlich voll war – Sitzplätze gab es keine mehr. Schließlich schafften wir es einzusteigen, und kämpften uns ziemlich weit nach hinten. Während wir darauf warteten, dass alle eingestiegen waren, kletterte ein Mann durchs Fenster und lud die Koffer der Leute, die hier ausgestiegen ware, aus. Schließlich holte er auch eine Matratze, die jemand mitgenommen hatte und schaffte es tatsächlich mit etwas Hilfe, diese durchs Fenster zu zwängen.

Gegen 13:10 Uhr fuhren wir schließlich los und auch wenn Julia und ich stehen mussten, waren wir auch nicht zu sehr eingezwängt. Außerdem hatte ich ziemliches Glück, denn nach einer guten halben Stunde stieg ein Mann aus, der einen Sitzplatz direkt neben mir gehabt hatte. Also konnte ich mich neben eine ziemlich nette Frau setzen. Nach einer Weile spendierte eine Frau links von mir uns Beiden je eine Banane, die sie sich gerade gekauft hatte. Ca. eine Stunde später waren wir in Nkhota Khota, wo wieder einige Leute ausstiegen, sodass Julia jetzt auch einen Sitzplatz hatte. Generell wurde der Bus immer leerer je weiter wir kamen und ungefähr zwei Stunden vor Mzuzu musste auch niemand mehr stehen. Generell war die Fahrt ganz entspannt, wir fuhren durch schöne Landschaften, immer Richtung Norden am See entlang und unterhielten uns zwischendurch mit unseren Mitreisenden. Leider war es jedoch sehr heiß, was sich erst besserte als um kurz vor 18 Uhr die Sonne untergegangen war.

Um kurz vor 8 Uhr erreichten wir schließlich Mzuzu, wo wir direkt in ein neben dem Bus parkendes Taxi stiegen. Noch lange im Dunklen nach einem Sammeltaxi zu suchen, wäre etwas zu gefährlich gewesen. Der Taxifahrer brachte uns nach Ekwendeni, wo wir ungefähr 20 Minuten später ankamen. Dort wurden wir von Rita, Cedric und seinem Gastbruder Gondwani willkommen geheißen. Sie hatten sogar mit dem Essen auf uns gewartet. Es gab Nsima, Reis, Schweinefleisch und Kohl mit Tomaten. Nach dem Essen schnitt Rita auch noch eine selbstgepflückte Papaya auf. Wir unterhielten uns noch eine Weile, schauten mit Cedric und Gondwani fern und gingen schließlich viel später als gewohnt ins Bett.

Der Blick von meinem Schlafplatz
Das Busterminal in Salima
Busterminal Bild 2
Gedränge im Bus
Auf der Fahrt
Damit man ein bisschen besser nachvollziehen kann, wo wir so unterwegs waren: Kreuz: Chilumba, unser Zuhause Rot: Dienstag Blau: Donnerstag Grün: Freitag Lila: Samstag (voraussichtlich)

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  1. Avatar von Unbekannt

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