Montag, 23. September
Wir Als wir heute in der Schule ankamen, wurde die Woche mit einem „assembly“ begonnen. Alle Schüler und Lehrer versammelt sich und der Schulsprecher sagte ein paar Dinge. Anschließend wurde das „Head-Girl“ gebeten, kurz für alle zu beten. Als nächstes kam einer der Form 4 Schüler in die Mitte und führte ein kurzes Theaterstück auf, in dem er auf sehr amüsante Weise, so tat, als wäre er ein Nachrichtensprecher, der die „Nachrichten“ vorlas (natürlich alles frei erfunden, leider verstand ich nicht alle der Anspielungen, die anderen Schüler hatten aber auf jeden Fall ihren Spaß dabei). Anscheinend konnte jeder, der etwas aufführen wollte, das wöchentliche Assembly dafür nutzen. Nachdem einer der Lehrer und der Direktor noch kurz etwas gesagt hatten, wurde die Versammlung mit der Nationalhymne beendet, wofür alle aufstanden.
Um 7:50 Uhr ging es dann mit dem Unterricht los, jetzt gab es auch einen Stundenplan. Um 12:00 Uhr war wieder Mittagspause, wo wir Nsima mit Bohnen bekamen und dann ging es bis 15:00 Uhr mit dem Unterricht weiter. Ich hatte eine Stunde um 7:50 Uhr und eine um 11:20 Uhr, den Rest der Zeit nutzte ich für Unterrichtsvorbereitung und das Korrigieren von Hausaufgaben. Weil ich danach keine Stunden mehr hatte, ging ich kurz vor 15:00 Uhr nach Hause.
Dienstag, 24. September
Wir gingen wieder pünktlich um 7 Uhr zur Schule und ich hatte jeweils eine Stunde in Form 1 und 2. Die Zwischenzeit nutzte ich für Unterrichtsvorbereitung und dafür meine „Schemes of work“ -eine Art Wochenplan für den ersten Term- weiter zu bearbeiten. Um kurz nach 3 gingen Julia und ich nach Hause, legten unsere Sachen ab und machten uns kurz darauf gleich wieder auf den Weg. Wir hatten spontan beschlossen zum See zu fahren und schwimmen zu gehen.
Also gingen wir zur Straße und schon nach wenigen Minuten kam das erste Auto. Wir gaben dem Fahrer ein Zeichen, der auch tatsächlich direkt stehen blieb. Wir baten ihn, uns zum Markt ca. 2 km entfernt zu bringen, von wo aus wir den Sandweg die letzten 1-2 km nehmen wollten. Nachdem wir uns allerdings kurz mit unseren Mitfahrern unterhalten hatten, fanden wir heraus, dass sie zur Vipya Lodge, direkt neben unserem Ziel, der Tunduzi Lodge wollten. Sie konnten uns also sogar den ganzen Weg dorthin mitnehmen, sodass wir viel schneller als erwartet am See ankamen.
Dort sprangen wir direkt ins Wasser und schwammen in der schon leicht abendlichen Sonne. Während ich nach dem schwimmen am Strand saß, kam ein Mann mit einer kleinen Kuhherde vorbei, die er am Wasser entlang vorbei trieb.
Gegen 17 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause, wir wollten schließlich vor der Dunkelheit wieder zurück sein. Wir gingen also den Sandweg entlang, vorbei an einigen Häusern, Menschen die uns freundlich grüßten und Kindern die uns fröhlich entgegen liefen. Als wir die Straße erreicht hatten, kam nach einigen Minuten ein Sammeltaxi, in das wir einstiegen und uns zur Kreuzung nicht weit von unserem Haus bringen ließen. Wir gingen den Feldweg nach Hause und es war noch nicht einmal ganz dunkel.
Mittwoch, 25. September
Genau wie an den beiden vorigen Tagen gingen wir morgens zur Tawuka School, gaben unsere Unterrichtsstunden und aßen Nsima mit Bohnen zu Mittag. Mittwoch ist immer der Tag der Sports-Clubs. Das heißt, dass nach Unterrichtsschluss um 15 Uhr alle Schüler zum Sportplatz neben der St. Annes Schule gehen. Dort gibt es ein Fußballfeld und ein Feld für Korbball. Von den Lehrern gehen auch einige hin und spielen mit oder schauen zu. Einige der Mädchen spielten Korbball und ich spielte mit vielen der Jungen Fußball. Nach über einem Monat tat es echt gut mal wieder zu spielen und machte echt Spaß, auch wenn meine Leistung auf jeden Fall noch ausbaufähig ist. Außerdem fühlte es sich ein bisschen komisch an, von seinen Mitspielern (von denen manche der Form 3 und 4 Schüler auch älter sind als ich) mit „Madam“ angesprochen zu werden.
Kurz vor 17 Uhr kam schließlich Aufbruchstimmung auf und wir gingen wie auch die anderen Lehrer zurück Richtung Schule und von dort nach Hause.

Donnerstag, 26. September
Wir gingen zur Schule und diesmal hatte ich gleich um 7:10 Uhr eine Doppelstunde in Form 1. Um 10 Uhr hatte ich dann noch eine in Form 2 und verbrachte den Rest der Zeit wieder viel im Lehrerzimmer. Diesmal gab es zum Mittagessen nicht Nsima mit Bohnen, wie die Tage davor, sondern Nsima mit Usipa (ca. 3 cm lange Fische). Heute war Donnerstag, also standen nach Schulschluss die AG‘s auf dem Plan. Diese Woche ging es aber hauptsächlich darum, dass die Schüler sich in die verschiedenen Clubs eintrugen. Ich hatte vor, einen „Drawing-Club“ zu eröffnen und hatte auch bald zwölf Schüler*innen zusammen, die sich dafür interessierten. Ich setzte mich kurz mit ihnen in der „Summer-Hut“ zusammen, um mit ihnen zu besprechen, was sie sich so ungefähr vorstellten. (Die Summer-Hut ist sozusagen die Mensa der Schule, ist kein abgeschlossener Raum, hat dafür aber ein Strohdach, was vor der Sonne schützt.) Andere Clubs waren der Drama-Club und SCOM (eine katholische Gruppe, die u.a. zusammen Lieder singt). Julia wollte einen Singing-Club eröffnen, außerdem hofften wir den Swimming-Club von unseren Vorfreiwilligen weiterführen zu können. Ebenso wurden wir gebeten, den Wildlife-Club zu übernehmen, der die Flora und Fauna in Malawi thematisiert, mit dem Ziel, mit den beteiligten Schülern dann in den Nyika Nationalpark zu fahren. Wie wir das alles unter einen Hut kriegen können, müssen wir allerdings noch klären.
Da die Clubs ja noch nicht richtig angefangen hatten, machten wir uns gegen 16 Uhr auf den Weg nach Hause, wo wir unsere Wäsche wuschen und bald auch anfingen zu kochen. Cliffort und Euleka leisteten uns wieder Gesellschaft, wir gingen aber relativ früh schlafen, weil wir am nächsten Tag früh aufstehen mussten – wir wollten nämlich in den Nkhata Bay District zum Lake of Stars Festival.
Freitag, 27. September bis Sonntag, 29. September
Am Freitag standen wir noch vor Sonnenaufgang auf und machten uns schließlich gegen 6 Uhr auf den Weg zum Lake of Stars Festival. Dieses findet dieses Jahr in Chiteche, direkt am Malawisee ca. 1,5 Stunden süd-östlich von Mzuzu statt. Wir gingen also wieder zur Straße, gingen ein paar Minuten und stiegen schließlich in den ersten Minibus der vorbeikam. Ungefähr drei Stunden später (gegen 9:30 Uhr) kamen wir in Mzuzu an, wo wir uns mit Vinju und Khan treffen wollten, um den Rest der Strecke zusammen zu fahren. Wir hatten aber noch ein bisschen Zeit bis wir uns mit ihnen trafen, weshalb wir erstmal ein paar Dinge im Shoprite besorgten und dann in einem kleinen Restaurant am Mark was Essen gingen.




Um 11 Uhr trafen wir uns dann mit Khan, der mit uns zur Moozoozoo Lodge fuhr, wo wir Cedric, Vinju, einen Briten namens Jason ein paar Freunde/Verwandte von Khan und die vier Augsburger trafen, die wir schon aus dem Mabuya Camp in Lilongwe kannten. Zusammen fuhren wir auf zwei Autos verteilt die letzten 1,5 bis 2 Stunden zum Festivalgelände. Hier sprachen die Menschen nicht mehr Chitumbuka, sondern Chitonga, wovon wir allerdings nicht ganz so viel mitbekamen.
Dort angekommen, trafen wir einige der anderen Kolping Freiwilligen und bauten unser Zelt bei ihnen auf.
Das Festivalgelände war ziemlich übersichtlich und sehr schön. Es gab eine Bühne direkt am Strand und eine auf einer Wiese nicht weit entfernt, wo es einige Stände mit Essen und Kleidung oder Schmuck gab. Das Essen war hier drinnen aber echt teuer, weshalb wir dafür meistens raus gingen, da es nicht weit vom Eingang Stände von Locals gab, die zwar im Vergleich zu denen bei uns in Chilumba noch relativ teuer waren, jedoch nicht so sehr wie die Stände im Festivalgelände. (Ein Beispiel: eine Portion ich vegetarische Nudeln im Festivalgelände: K4000, eine Portion große Portion Reis mit Bohnen draußen: K1200.) Die Festivalbesucher waren zum Großteil Weiße, Malawier gab es verhältnismäßig wenige. Man merkte also mal wieder sehr deutlich, dass die meisten Malawier einfach nicht das Geld für solche Dinge hatten, oder es zumindest nicht für etwas so „unnötiges“ wie ein Festival ausgeben wollten. Wir trafen viele nette Leute aus Ländern wie Dänemark, Großbritannien, Simbabwe, Südafrika, USA, der Schweiz, Deutschland und natürlich Malawi. Viele der Besucher waren wie wir mittelfristig lange in Malawi, zum Beispiel für ein Praktikum, oder um ein paar Monate hier zu arbeiten.
Die zwei Tage verbrachten wir viel damit schwimmen zu gehen, einfach so am Strand zu entspannen oder uns die verschiedenen Musiker anzuhören, von denen viele echt gut waren. Außerdem gab es tagsüber auch poetry-Auftritte, die sehr interessant waren und von denen manche von Gleichberechtigung und der Unterdrückung von Frauen durch Männer handelten.
An sich war das Festival echt schön, es fühlte sich für mich aber eher an, wie ein Strandurlaub, statt wie ein Festival, da die Auftritte auch oft erst relativ spät anfingen und wir die Vormittage viel am Strand und im Wasser verbrachten. Es war eine echt schöne Erfahrung, fühlte sich aber teilweise schon komisch an, so wenige Locals aufzufinden (auch, wenn ich schon damit gerechnet hatte).


(Hinten: Cedric, Phöbe, Charlotte, Anna, Louise, Julia K., Julia Vorne: Jana, ich, Lea, Maren)
Am Sonntag sah ich mir zusammen mit Julia, Cedric, Maren und Jason den Sonnenaufgang gegen 5:30 Uhr an. Anschließend blieben wir noch ein bisschen am Strand und holten uns dann draußen etwas zum Frühstück. Nach dem Essen gingen Julia und ich in dem gerade sehr still daliegenden See schwimmen. Den restlichen Vormittag verbrachten wir alle sehr entspannt, mit ein paar anderen hatte ich mich auf die Liegestühle am Pool gelegt.
Um kurz nach 12:00 Uhr machten Julia und ich uns daran, unsere Sachen zu packen. Wir hatten nämlich ausgerechnet, dass wir ungefähr sechs Stunden für den Weg nach Hause brauchen würden. Um vor dem Sonnenuntergang zuhause zu sein, müssten wir also um spätestens 12 Uhr losfahren. Diesen Plan verwarfen wir aber schnell wieder und nahmen uns vor einfach nicht zu lange nach der Dunkelheit anzukommen. Wir verabschiedeten uns also von den anderen und verließen das Festivalgelände.
Auf dem Weg nach draußen wollten wir allerdings noch zwei Soßen und zwei Gläser mit leckerem Brotaufstrich wieder holen, was uns am Freitag wegen der Glasverpackung abgenommen worden war. Wir hatten die Sachen für Zuhause in Mzuzu im Shoprite gekauft und dafür (wie für alles dort) nicht wenig Geld ausgegeben. ein paar der zuständigen Angestellten versuchten herauszufinden, wo sie unser Essen herbekommen konnten. Auch wenn wir am ersten Tag -mit der Versicherung , dieses wieder zu kriegen -unterschrieben hatten, welches Essen von uns war, schien niemand wirklich zu wissen, wo es war. Schließlich kam die Chefin der Abteilung vorbei und erklärte uns, dass nicht genug Platz sei, um das konfisziere Essen zu lagern, weshalb es alles weggeschmissen worden war. Leicht schockiert und enttäuscht gingen Julia und ich also ohne unsere Soßen los.
Als erstes mussten wir einen Shuttlebus nehmen, der uns die wenigen Minuten bis zur Straße und zum Hauptparkplatz brachte. Dort stellten wir uns an den Straßenrand und dann hieß es warten: auf einen Minibus nach Mzuzu. Nach wenigen Minuten kam auch einer und wir stiegen ein. Am Anfang ging es nur sehr langsam voran, weil wir immer mal wieder stehen blieben, um Leute aus-oder einsteigen zu lassen. Das letzte Stück nach Nkhata Bay ging dann aber relativ schnell voran. Dort angekommen sollten wir in ein Sammeltaxi umsteigen.
Das ging dann ziemlich schnell und nach kurzer Zeit saßen wir sogar nur noch zu dritt hinten. Zusätzlich sollte die Straße von Nkhata Bay nach Mzuzu die beste Malawis sein, sie wurde letztes Jahr von Deutschen gebaut. Die Fahrt war also sehr angenehm. Als wir an einem Markt stehen blieben, kaufte der Fahrer ein großes Bündel Bananen und verteilte diese an uns alle. Während der Fahrt unterhielten wir uns mit meiner Sitznachbarin Gisomo (auf englisch „Grace“), die Pfarrerin in Nkhata Bay ist, aber eigentlich in Mzuzu lebt.
Um kurz nach 16 Uhr erreichten wir das Minibus-Depot in Mzuzu. Dort fanden wir auch direkt schon einen Minibus Richtung Karonga/Border, der aussah als würde niemand mehr hineinpassen. Den wollten wir auf jeden Fall nehmen. Es gab auch ein paar andere in die selbe Richtung, diese waren allerdings noch leer. Mit anderen Worten: es würde ewig dauern bis sie losfahren. Wir verhandelten also kurz den Preis (K3500 pro Person) und quetschten uns hinein. Da der Bus voll war, fuhren wir schon wenige Minuten später los und schafften es, fast eine Stunde ohne Zwischenstopp zu fahren. Generell kam der Bus vergleichsweise sehr schnell voran, wir hatten nette Mitfahrer und der Fahrer fuhr durch die Berge ziemlich gewissenhaft und vorsichtig. Einmal blieben wir kurz stehen, um einem Minibus mit geplatzten Reifen bei der Reparatur zu helfen. Nach ca. 3 Stunden Fahrt kamen wir um 19:15 Uhr in Chilumba an.
Dort wurden wir sehr herzlich von unseren Nachbarn begrüßt, die uns erst morgen erwartet hatten. Nachdem wir etwas kleines gegessen hatten und kurz Cliffort begrüßt hatten, der vorbeigekommen war, gingen wir schlafen.
PS: dadurch, dass wir länger kein Geld hatten, konnte ich mir auch kein neues Internet kaufen und konnte den Post nicht hochladen. Deswegen hat das alles so lange gedauert. Jetzt ist aber alles geregelt. 🙂
Ich habe mich schon wieder sehr auf deine Erzählungen gefreut, gut, dass du wieder Internet hast, der see ist wunderschön, alles Gute weiterhin! Bussl l.oma und sch.opa!
Er
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