Bürokratie in Malawi

Nachdem Julia und ich unsere Sachen gepackt und unser Zimmer bezahlt hatten, brachen wir gegen 7:30 Uhr vom Mabuya Camp auf. Unser erstes Ziel war das Department of Immigration. Wir hatten beschlossen, die knapp drei Kilometer zu Fuß zurückzulegen. Leider gingen wir am Anfang in die falsche Richtung, weshalb es doch etwas länger dauerte als geplant. Auf unserem Weg kamen wir an der Lilongwe City Mall vorbei, wo wir in ein riesiges Geschäft namens „Game“ gingen. Dort konnte man wirklich alles kaufen, von Lebensmitteln über Wandfarbe bis hin zu Autozubehör. Auch wir fanden, was wir suchten: ein Zelt. Wir waren sehr froh über unseren Kauf, da wir fürs Lake of Star Festival Ende des Monats sowieso eins brauchten, und es generell für mehr Mobilität sorgte, zum Beispiel in Nationalparks. Zusätzlich kann man in vielen Lodges in Malawi für wenig Geld auf dem Gelände zelten.

Wir gingen weiter, hoben bei einer nahe gelegenen Bank Geld ab und erreichten schließlich gegen halb 10 unser Ziel. Wir betraten das Amt, wo in einem Raum mehrere Beamte hinter Schreibtischen saßen. Es ging alles ziemlich entspannt zu. Nachdem wir erklärt hatten, dass wir ein Temporary Residence Permit brauchten, wurden wir zum Chef geschickt, dessen Schreibtisch etwas größer und schöner war als die der Anderen. Er war ziemlich unfreundlich und erklärte uns, wir bräuchten das Schreiben von der deutschen Botschaft, das wir nur auf dem Handy hatten, in ausgedruckter Form. Auch sonst schien er wenig Interesse daran zu haben, uns weiterzuhelfen und sagte, wir hätten uns schon vor unserer Reise nach Malawi über diese Dinge informieren sollen.

Wir beschlossen also, zur deutschen Botschaft zu fahren, um uns das originale Dokument abzuholen, das dort für uns bereit lag (eine Art Bestätigung, dass wir für ein Jahr einen Freiwilligendienst hier machen). Wir setzten uns – wie schon gestern Abend – in ein TukTuk und ließen uns zur Botschaft fahren. Der Fahrer fuhr als erstes allerdings versehentlich zur Residenz des Botschafters, anstatt zur tatsächlichen Botschaft- ein ziemlich beeindruckendes Gebäude. Als die Wachen ihm den Weg erklärt hatten, brachte er uns schließlich zur Botschaft. Wir gingen hinein und bekamen auch direkt, was wir suchten.

Allerdings dauerte der Weg länger, da wir etwas vom Zentrum entfernt waren und wir erst zu einer größeren Straße gehen mussten, um einen Minibus zu finden, der uns Richtung Zentrum brachte. Mittlerweile war es ca. 11:30 Uhr, eine halbe Stunde bevor das Immigration Office Mittagspause hatte. Wir beschlossen also, zuerst einen anderen Punkt auf unserer To-Do List abzuhaken: die Festival Tickets. Wir hatten uns vor ein paar Wochen auf die Warteliste setzen lassen, um noch Festivaltickets zu bekommen und sollten diese jetzt in einem Café hier in Lilongwe abholen.

Wir setzten uns also in ein weiteres TukTuk und fuhren dorthin. Alles lieg problemlos ab und kurz darauf hatten wir unsere Tickets. Weil es mittlerweile schon kurz nach 12 war und wir noch nichts gegessen hatten, setzten Julia und ich uns in ein Restaurant nebenan und bestellten uns jede ein Sandwich und eine Breakfast Bowl für uns beide zusammen.

Als wir fertig waren mit Essen, fuhren wir zurück zur Einwanderungsbehörde und warteten noch einige Minuten bis es um 13:30 Uhr wieder öffnen würde. Diesmal hatten wir mehr Glück, denn der Beamte, der sich diesmal mit uns befasste war viel freundlicher und unkomplizierter. Wir bekamen ein Formular zum ausfüllen und eine Liste mit Dokumenten, die wir sonst noch brauchten. Damit gingen wir in einen Shop nebenan, wo wir diese ausdrucken und kopieren konnten und außerdem Passfotos machten. Anschließend gingen wir zur Bank, um Geld abzuheben, das TRP für 6 Monate kostet nämlich 100$. Als das alles erledigt war, reichten wir die Dokumente ein, mussten uns noch ein paar Stempel und Zahlungsbelege holen und waren schließlich fertig mit unserem Antrag auf die Verlängerung unserer Aufenthaltserlaubnis. Mittlerweile war es ungefähr halb vier.

Unser nächstes Ziel war die WG von Charlotte, Lea und Anna, ebenfalls Kolping Freiwillige, die mit uns zusammen nach Malawi geflogen waren. Auf dem Weg kauften wir uns noch Orangen und Erdbeeren und ließen uns dann von einem TukTuk in die Area 8 bringen. Dort gingen wir das letzte Stück zu dem Haus der Drei, die uns freundlich in Empfang nahmen.

Wir verbrachten einen netten Abend, aßen Reis mit Gemüsecurry und tauschten uns viel über die unterschiedlichen Erfahrungen aus, die wir bis jetzt gemacht hatten…

Im TukTuk
Ein leckeres Mittagessen
Das Parliament Building (auf dem Weg zur Botschaft)

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4 Comments

  1. Das ist ja cool 😎. Ich würde auch gerne mit Oma nach Malawi fahren. Aber ich glaube ich warte einfach bis du zurück kommst, weil Mama das sicher nicht erlaubt 😢. Ich hoffe es geht euch zwei gut und freue mich wenn ihr heil und gesund wieder zurück kommt. In der Schule geht es mir sehr gut. Wir waren heute beim Turnen im Freien und ich hab beim Handball zwei Tore geschossen 🤾‍♀️

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  2. Emilia, schläft ihr dann heute bei den anderen Freiwilligen? Auf jeden Fall gute Nacht, Schlaf gut, wir freuen uns schon auf die nächste Nachricht von dir, Bussl von grandma und grandpa!Von meinem Samsung Galaxy Smartphone gesendet.

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