Eine lange Reise

24 Stunden ist es jetzt her, dass ich unsere Wohnung in Berlin verlassen und mich auf den weiten Weg nach Chilumba in Malawi gemacht habe. Ca. 7700 km habe ich seitdem hinter mich gebracht, habe mein endgültiges Ziel aber noch vor mir.

Gestern um kurz vor 15 Uhr habe ich mich auf den Weg zum Flughafen Berlin Tegel gemacht, wo ich von einem sehr lieben Verabschiedungskomitee bis zur Sicherheitskontrolle begleitet wurde.

Mein erstes Ziel war Amsterdam: pünktlich um 17:30 Uhr startete mein Flieger in Tegel und war nach weniger als einer Stunde -früher als geplant- in Amsterdam Schiphol. Ich stieg aus und machte mich auf den Weg durch den riesigen Flughafen. Mein Ziel: Gate E24, wo ein Flieger der Fluglinie Kenya Airways nach Nairobi bereit stand. Nach ca. 25 Minuten Fußweg kam ich dort an und wartete, der Flug war auf 20:35 Uhr angesetzt.

In Amsterdam traf ich fünf weitere Kolping Freiwillige, die ebenfalls in einem Projekt in Malawi arbeiten würden, und den Rest der Reise traten wir zusammen an.

Die Maschine nach Nairobi war sehr groß (neun Sitze pro Reihe) und der Flug dauerte ca. 8,5 Stunden. Um ca. 4:50 Uhr mitteleuropäischer Zeit (5:50 Uhr lokaler Zeit) landeten wir schließlich pünktlich in Nairobi, nur wenige Kilometer südlich des Äquators.

Hier hatten wir nochmal ca. 2 Stunden Umsteigezeit, während es draußen sehr schnell hell wurde. Schließlich stiegen wir in unser letztes Flugzeug: eine kleine Kenya Airways Maschine (diesmal mit 4 Sitzen pro Reihe) nach Lilongwe, die Hauptstadt Malawis. Der Flug dauerte zwei Stunden, die ich hauptsächlich mit schlafen verbrachte.

In Malawi angekommen (es war jetzt kurz vor 9 Uhr), besorgten wir uns als erstes unser Visum, was zwar seine Zeit dauerte, ansonsten aber recht unkompliziert war. Nachdem wir auch unser Gepäck eingesammelt hatten machten wir uns auf den Weg in die Empfangshalle des sehr überschaubaren Flughafens. Dort wurden wir sehr herzlich von Father Edward in Empfang genommen, einer der Mentoren, den wir schon vom Vorbereitungsseminar in Bonn kannten.

Julia (meine Mitfreiwillige) und ich besorgten uns direkt malawische Sim-Karten und wurden dann von einem Fahrer namens Richard in das ca. 40 Minuten entfernte Mabuya Camp, unser erster Zwischenstopp, gebracht. Im Gegensatz zu den anderen vier, die in Lilongwe bleiben würden, hatten wir noch einen weiten Weg Richtung Norden vor uns.

Auf dem Weg zum Mabuya Camp bekamen wir viel von den Straßen in der Gegend um Lilongwe zu sehen, beispielsweise Menschen, die am Straßenrand Orangen, Papayas, Hühner, Hundewelpen und andere Dinge verkauften. Während der Fahrt unterhielten wir uns mit Richard, der uns viele unserer Fragen beantwortete.

Was mich bis jetzt am meisten überrascht hat ist das Wetter, nämlich, dass es überhaupt nicht überraschend ist: ich hatte erwartet aus dem Flugzeug zu steigen und von heißer, feuchter Luft erschlagen zu werden. Stattdessen ist es echt angenehm: ca. 25 Grad und die Luftfeuchtigkeit fühlt sich nicht wirklich anders an, als ich sie aus Deutschland kenne. Das hängt aber ganz einfach damit zusammen, dass hier in Malawi gerade Winter ist. Der Juli ist hierzulande der kälteste Monat. Allerdings wurden wir schon vor der Hot-Season, die im Oktober ihren Höhepunkt hat, gewarnt.

Um ca. 12:30 Uhr erreichten wir das Mabuya Camp -eine Art Hostel, mit kleinen Hütten zum übernachten- und bekamen eine Hütte zugeteilt, in der wir uns einige Stunden ausruhen können, bevor unsere Reise weiter geht.

Nachdem wir unsere Sachen abgestellt hatten, haben wir uns ein bisschen im Camp umgesehen und den freundlichen Schmuckverkäufer Blessings getroffen, mit dem wir uns unterhielten und der uns viel über Malawi erzählte.

Gegen 13:30 Uhr sind wir zurück in unsere Hütte gegangen, um uns ein bisschen auszuruhen. Jetzt, gegen 16 Uhr sitze ich auf einer Bank vor unserer Unterkunft, genieße die Sonne und freue mich auf die Weiterfahrt und die nächsten Monate.

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9 Comments

  1. Das klingt ja schon sehr interessant,  also jetzt einmal schöne Weiterreise und gute Erholung für deine Aufgaben, die dich jetzt erwarten, viel Spass und Freude!!! Deine l.omaVon meinem Samsung Galaxy Smartphone gesendet.

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  2. Das hört sich jetzt schon wunderbar an. Ich freue mich auf die nächsten Updates und wünsche dir viel Spaß!

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  3. Liebe Emilia! Super dass du diesen Blog eingerichtet hast. Freue mich schon auf weitere Geschichten 😉 Viel Spaß und eine gute Zeit weiterhin! Lg Martin

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  4. Sehr interresant dein Blog.Du bist ein ganz wunderbares Mädchen.Wünsche dir alles Gute für das nächste Jahr.

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  5. Liebe Emilia. Herzlichen Dank für deinen wunderbaren Blog den wir sehr gespannt verfolgen.
    Natürlich haben wir Fragen😉
    Wovon leben deine Nachbarn? Wohnen sie in Häusern, in Hütten? Woher bekommen sie Stoffe, z.B. für die Umschlagtücher? Gibt es einen Markt?
    Bekommst du von der politischen Situation in Malawi etwas mit?
    😍🤗 Liebe Grüße von uns.

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    1. Hallo Claudia, erst mal Danke fürs lesen! Zu den Fragen: 1. die meisten unserer Nachbarn sind Kleinbauern, nutzen das meiste aber für den Eigengebrauch. 2. Sie wohnen in Ziegelhäusern 3. und 4. es gibt einen Markt mit dem Fahrrad ca. 10 Minuten entfernt, wo man alles mögliche kaufen kann (unter anderem auch die Tücher). 5. was ich mitbekommen habe ist, dass die Präsidentenwahl im Mai manipuliert gewesen sein soll und der Präsident sehr korrupt sein soll, weshalb in den Städten auch sehr viel demonstriert wird in den letzten Tagen.

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